6. Mai 2019, 14:17

Joachim Grzega veröffentlicht Buch zu Sprache und Frieden

"Wort-Waffen abschaffen!" von Joachim Grzega Bild: Joachim Grzega
Der Treuchtlinger Joachim Grzega, Leiter des Bereichs „Innovative Europäische Sprachlehre“ und außerplanmäßiger Professor an der Universität Eichstätt-Ingolstadt, beschäftigt sich schon seit etlichen Jahren mit dem Zusammenhang von Sprache und politischem Denken und Han­deln. Grzega ist zudem auch für die Vhs in Donauwörth tätig.

Bekannt ist er unter anderem dafür, dass er dazu mit sei­nen Lernern Projekte für die breite Öffentlichkeit realisiert, wie jüngst der Europatag der Vhs Donauwörth. In seinem vor zwei Jahren er­schie­­nenen Buch „Wohlstand durch Wortschatz“ stand die Auswir­kung von Sprach­gestal­tung auf wirtschaftliche Kennzahlen europä­i­scher Länder im Mittelpunkt. Nun widmet sich ein neues Werk ange­sichts 100 Jahren Versailles und 70 Jahren Europarat sowie den anste­hen­den EU-Wahlen dem Thema Frie­den. Der Titel lautet „Wort-Waffen abschaffen! Beobachtungen zu Europas gewaltvoller Wort­wahl und Ideen für eine friedensstiftende Sprache“. Wie schon in meh­reren früheren Büchern hat Grzega das Buch in einer Sprache gehal­ten, dass Forschungsergebnisse für ein breites Publikum ver­ständ­lich sind. Das Buch zeigt anhand von geschichtlichen und aktuellen Bei­spielen, wie Sprache teilweise überraschend zu Krieg und Frieden bei­trägt beziehungsweise beitragen kann. Die Beispiele entstammen den USA, Russland, aber auch der EU, denn, so Grzega, wir halten uns zwar stets für die Guten, werden aber über manipulative Spra­che auf Aggression gegenüber bestimmten Ländern, Gruppen und Per­sonen getrimmt. Genannt werden zudem Strategien für friedens­för­dern­de Sprache, quasi „Friedenspropaganda“: sprachliches Bewusst­sein schaffen; verfeinerten Wortschatz schaffen; auf Basis-Texte hin­wie­sen und neue Basis-Texte schaffen; nicht-pazifistische Wörter und Wen­dungen vermei­den; pazifistische Gesprächsmodelle anwenden und selbst pazifistische Wörter, Wendungen und Sprachbildergruppen schaf­­fen und stetig wieder­holen; Fremdsprachen lernen und Infor­ma­tio­nen in fremder Sprache le­sen; literarische Texte zur Friedens­förde­rung schaffen – Wege zum Frie­den unter EU-Ländern sowie zwischen der EU, den USA und Russland. Das bei epubli erschienene Buch ist im Handel für 13,99 EUR erhältlich. (pm)