Ein perfider Telefonbetrug hat am Freitagnachmittag, 18. September 2026, eine ältere Frau aus Rain beinahe um Bargeld und Schmuck gebracht. Ein unbekannter Täter gab sich als Polizeibeamter aus und setzte sein Opfer massiv unter Druck. In letzter Minute schöpfte der Ehemann Verdacht und verhinderte offenbar einen größeren finanziellen Schaden.
Der Anruf begann mit einer vermeintlichen Warnung: In der näheren Umgebung sei eingebrochen worden, die mutmaßlichen Täter seien bereits festgenommen worden. Bei ihnen habe die Polizei eine Liste gefunden, auf der auch der Name der Seniorin stehe.
Was zunächst wie ein dringender Polizeieinsatz klang, entwickelte sich schnell zu einem perfiden Betrugsversuch. Der unbekannte Anrufer erkundigte sich gezielt nach den Vermögensverhältnissen der Frau. Dabei erfuhr er, dass sie und ihr Ehemann Bargeld und Schmuck bei ihrer Bank aufbewahrten.
Die Tochter wird nach Augsburg geschickt
Anschließend setzte der Täter die Frau offenbar massiv unter Druck. Er behauptete, das Vermögen müsse vor einem möglichen Zugriff der Einbrecher geschützt werden. Die Seniorin ließ sich daraufhin dazu bewegen, einen größeren Bargeldbetrag sowie Schmuck bei ihrer Bank abzuholen. Doch der Täter hatte offenbar noch weitere Schritte geplant.
Während des Telefonats befand sich auch die Tochter des Ehepaares im Haus. Nach bisherigen Erkenntnissen versuchte der Anrufer, auch sie in seine Vorgehensweise einzubinden. Sie sollte sich zur Polizei nach Augsburg begeben, angeblich um dort eine Aussage abzugeben. Die Tochter machte sich zunächst tatsächlich auf den Weg.
Dann kam der entscheidende Moment. Der Ehemann, der zwischenzeitlich rund 45 Minuten außer Haus gewesen war, kehrte zurück. Nun versuchte der unbekannte Anrufer offenbar auch ihn zu beeinflussen. Er sollte nach Augsburg fahren und seine Frau mit dem Bargeld und Schmuck allein im Haus zurücklassen.
Der Ehemann wird misstrauisch
Doch der Mann spielte nicht mit. Er wurde misstrauisch, verweigerte die Aufforderung und erkannte offenbar, dass etwas nicht stimmen konnte. Statt das Vermögen wie vom Täter gefordert zu „sichern“, brachte das Ehepaar das zuvor abgeholte Bargeld wieder zurück zur Bank. Anschließend wandte sich der Ehemann an die Polizei und schilderte den gesamten Vorgang. Damit nahm der Betrugsversuch ein glimpfliches Ende: Nach derzeitigen Erkenntnissen entstand kein Vermögensschaden.
Warnung der Polizei
Die Polizei warnt erneut eindringlich vor der Masche der sogenannten falschen Polizeibeamten. Die Täter arbeiten häufig mit Angst, Zeitdruck und frei erfundenen Geschichten über Einbrüche oder angeblich festgenommene Straftäter. Ihr Ziel: Die Opfer sollen Bargeld und Wertgegenstände abheben und diese anschließend herausgeben.
Polizeibeamte fordern am Telefon niemals dazu auf, Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände herauszugeben oder zur angeblichen Sicherung abzuholen. Wer einen solchen Anruf erhält, sollte das Gespräch sofort beenden und sich nicht unter Druck setzen lassen. Anschließend sollte die Polizei kontaktiert werden. (dra)