14. Februar 2018, 09:29

Faschingsparty in Oberndorf beschäftigt die Polizei

Symbolbild Bild: pixabay
Nach dem Faschingsumzug in Oberndorf hatte die Polizei wegen vieler körperlicher Auseinandersetzungen alle Hände voll zu tun. Die viele Gewaltdelikte nach den Faschingsumzügen erschrecken die Polizei. Die Beamten loben hingegen die Veranstaltungen der Faschingsvereine. 
Oberndorf - Der Faschingsumzug in Oberndorf war gut besucht, circa 5000 Personen füllten die Straßen. Der Faschings Club Oberndorf, die Freiwillige Feuerwehr, das THW, die Johanniter und die Polizei können auf einen „Lechexpress“ ohne Zwischenfälle zurückblicken. Wie auch in Genderkingen war aber die Abendveranstaltung beim Gasthof ehemals „Zur Krone“ in Oberndorf zum Schauplatz vieler körperlicher Auseinandersetzungen.
Ein 18-jähriger junger Mann fing gegen 18.00 Uhr an zu Randalieren, er schlug gegen Autos, schrie laut herum und pinkelte an eine Mauer. Als ihn ein 24-jähriger Rettungssanitäter ansprach, schupste und bedrohte er diesen. Der Sicherheitsdienst konnte den Mann zu Boden bringen. Nun versuchte der Randalierer seine Kumpels aufzustacheln.
Die hinzugerufene Polizei nahm den Mann  in Gewahrsam. Während der Fahrt zur Dienststelle kam es zu massiven Widerstandshandlungen, Angriffen auf die Beamten. Ein Beamter erlitt eine nicht unerhebliche Risswunde an der Hand.
Bei der Durchsuchung der Person wurde noch eine Farbkopie eines 500.-Euro-Scheines aufgefunden. Letztlich wurde der junge Mann in den Arrest nach Augsburg verbracht, ihn wird wohl eine empfindliche Strafe erwarten. Mit übermäßigem Alkoholgenuss wird er sich nicht herausreden können, ein Test führte zu einem Ergebnis um die 0,5 Promille.
Kostüm bringt 26-Jährigem Verfahren ein
Bereits um 16.25 Uhr fiel ein 26-jähriger mit einer echten Polizeijacke und Polizeimütze mit Amtsabzeichen auf. Diese Verkleidung bringt ihm ein Verfahren des Missbrauches von Titeln ein.
Um 21.00 Uhr geriet ein 17-jähriger an einen gleichaltrigen jungen Mann. Nach Streitigkeiten kam es zu wechselseitigen Faustschlägen. Einer der beiden trug eine blutige Lippe davon. Der andere war verschwunden, konnte aber schnell ermittelt werden.
Zehn Minuten später meldete ein Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens einen 26-jährigen Mann, der gemütlich einen Joint rauchte, dies auch sofort einräumte, mit der Bemerkung, dass 2018 ja sowieso jeder kiffen würde.
Die nächste Körperverletzung passierte dann um 23.00 Uhr. Ein 16-jähriger geriet mit einem 20-jährigen in Streit. Der ältere hatte dann eine Platzwunde über der Nase, der jüngere Schürfwunden an der Hand.
Im Laufe der Nacht wurde auch bekannt, dass ein unbekannter eine 5 mal 5 cm große Delle in einen geparkten Rettungswagen schlug, Schaden ca. 500.- Euro.
Vermutlich auch gegen 23.00 Uhr hat ein 18-jähriger einem 20-jährigen eine Kopfnuss verpasst und dann noch weiter geschlagen. Ein abgebrochener Schneidezahn war die Folge.
Damit war noch nicht Ruhe. Gegen 23.30 Uhr verpasste ein bereits an diesem Abend aufgefallener 17 Jahre alter Mann einem 18-jährigen einen Kopfstoß ins Gesicht. Die Beteiligten hatten hier dann um die 2,0 Promille Alkohol im Blut.
Polizei ist von den Gewaltdelikten erschreckt 
Während der Veranstaltung in Oberndorf gingen bei der Polizei noch Anzeigen von der Abendveranstaltung nach dem Faschingsumzug am Samstag in Genderkingen ein. Die Abarbeitung der Zwischenfälle während der Faschingssaison wird die Polizei in Rain noch einige Zeit beschäftigen, teilt die Inspektion mit. "Es stimmt nachdenklich", so die Polizei.
Die Beamten loben allerdings die Veranstaltungen der Faschingsvereine wie Bunte Abende oder Gardetreffen: "Hier läuft alles friedlich ab, Fasching wie er sein soll." Nur nach den Umzügen hat die Polizei immer einiges zu tun, sie spricht sogar von "Randale".  (pm)