Musik des Mittelalters

Bild: PER-SONAT
Beginn:
Ort:
in der ehemaligen Klosterkirche Auhausen

das zweite Konzert der Festivalreihe 2020 "Neuer Blick auf alte Musik"

Das Programm Minne ist der rheinischen Mystikerin Hildegard von Bingen und dem Minnesänger Walther von der Vogelweide gewidmet. Der Begriff Minne bezeichnete im frühen und hohen Mittelalter ganz allgemein eine positive mentale und emotionale Zuwendung und wurde für die Beziehung der Menschen zu Gott und für Beziehungen der Menschen untereinander in sozialer, karitativer, freundschaftlicher und erotischer Hinsicht gebraucht.

Wohl keine andere mittelalterliche Persönlichkeit ist heutzutage international so bekannt und geschätzt wie die Mystikerin, Visionärin, Äbtissin, Musikerin und Heilige Hildegard von Bingen. Ihre Gesänge sprengen in Hinsicht auf Emotionalität und musikalische Formen die Grenzen des gregorianischen Chorals. Hildegard preist in ihren Liedern mit unermesslicher Hingabe die Herrlichkeit der Schöpfung. Im Zentrum ihrer Anbetung steht die Gottesmutter Maria als Medium zwischen Mensch und Gott. Ihre Gesänge sind ein einziger Jubilus mit virtuos und ausschweifenden Melodien, die unendlich erscheinen.

Walther von der Vogelweide gilt als einer der bedeutendsten Minnesänger und Sangspruchdichter des Mittelalters. Es gibt wohl kaum einen besseren Repräsentanten der mittelalterlichen Lyrik, der so meisterhaft die Kunst des Dichtens verinnerlicht hat. Lyrik im Mittelalter wurde gesungen vorgetragen. Die Findung der Melodien für Walthers Gedichte ist äußerst spannend, nur wenige sind uns erhalten geblieben. Sabine Lutzenberger und das Ensemble PER-SONAT haben Walthers Gedichte teils seinen eigenen Tönen (=Melodien) sowie auf die seiner Zeitgenossen unterlegt, Fragmente ergänzt und einige Melodien im Stil der Zeit neu komponiert. Der deutsche Sangspruch, sowie der Minnesang als eine der wichtigsten Überlieferungstraditionen fungiert hierzu als Schlüssel zwischen Historie und lebendiger Aufführungspraxis. Die Quellen reichen vom 13. Jahrhundert bis in den Meistersang.