Wenn der Oberndorfer Jugendchor Cantiamo zum Musical einlädt, dann wissen die Besucher, dass sie ein musikalisches Feuerwerk erleben werden. Und so war auch die Aufführung des Musicals „Der Tag, als der Zirkus verboten werden sollte“ (v. Eva Württemberger ) wieder ein musikalischer Hochgenuss. An zwei Nachmittagen verwandelten die 31 jungen Sängerinnen und Sänger zusammen mit ihrer Chorleiterin Anne-Kathrin Abel den Oberndorfer Kronensaal in ein Zirkuszelt und machten die Bühne zur Manege. Stilecht wurde man im Saal sogar von jungen Popcornverkäufern mit Bauchladen empfangen. Die insgesamt 320 Besucher waren restlos begeistert.
Dass die unbeschwerte Welt des Zirkus „Cantionelli“ aber nicht unangefochten blieb, dafür sorgten die gestrengen Aufsichtsbeamten Müller und „Klein-Müller“, hervorragend gespielt von Maila Müller und Jannika Meßner. Die beiden sorgten bereits zu Anfang mit ihren lustigen Paragraphen- und Vorschriftenwahn für Heiterkeit beim Publikum. Die bunte Zirkuswelt war den beiden Beamten natürlich ein Dorn im Auge.
Doch zunächst öffnete sich der Vorhang und die couragierte Zirkusdirektorin Linda Vinke gab die Bühne frei. Dort sorgten dann menschliche Pferdchen, der „starke Otto“, die „Singing Girls“, geheimnisvolle Magier, humorvolle Clowns, schwungvolle Akrobaten, Elefanten und Tiger sowie die liebreizende Zirkusprinzessin für beste Unterhaltung beim Publikum. Als sich der Beamte „Klein-Müller“ schließlich in die Zirkusprinzessin verliebt und alle Bürger der Stadt – samt Publikum- in einem gemeinsamen Rap für den Erhalt des Zirkus stimmen, gibt es das ersehnte Happy-End und ein großes Finale aller Beteiligten. Nicht nur die schauspielerische und choreographische Leistung der jungen Künstler im Alter von 6 bis 16 Jahren muss hervorgehoben werden, sondern auch der das ganze Stück begleitende Chor- und Sologesang war hervorragend und riss das Publikum mit.
Hier muss besonders das Engagement und der motivierende Einsatz von Anne-Kathrin Abel gewürdigt werden, die ihren Chor scheinbar mühelos und mit viel Freude durch das Stücke geleitet und die jungen Künstler zur Hochform treibt. Unterstützt wurde sie dabei, wie bereits in den Vorjahren, von Christoph Stiglmeir am Piano, der mit seiner feinen, gefühlvollen Spielweise den Gesang unterstreicht, Umbauphasen improvisierend umrahmt und dem Musical dadurch die professionelle Untermalung verleiht. Allen jungen Sängerinnen und Sängern merkte man die große Freude an Spiel und Gesang an.
Vorstand Christian Hornung bedankte sich am Ende bei allen Mitwirkenden und betonte: „Der MGV ist stolz auf diesen Jugendchor.“ Die Aufführungen wurden von den Cantiamo-Müttern mit einer Kaffee-Kuchen-Bar bewirtet. (dra)