Der Heilig-Kreuz-Garten verwandelte sich am Samstagabend in eine große schwarz-rot-goldene Fanmeile. Rund 3.500 Besucher verfolgten beim Public Viewing der Stadt Donauwörth das EM-Gruppenspiel zwischen Deutschland und der Elfenbeinküste und sorgten für eine Atmosphäre, die vielerorts Erinnerungen an die großen Sommermärchen vergangener Jahre weckte. Bereits lange vor dem Anpfiff strömten die Besucher auf das Gelände und deckten sich mit Speisen und Getränken ein.
Während der deutschen Nationalhymne erhoben sich zahlreiche Fans von ihren Plätzen, viele von ihnen gekleidet in Deutschlandtrikots unterschiedlichster Generationen. Familien, Freundesgruppen und Fußballbegeisterte jeden Alters sorgten für ein buntes Bild und machten den Heilig-Kreuz-Garten zu einem Treffpunkt für die ganze Region. Angesichts einer genehmigten Kapazität von bis zu 5.000 Besuchern war das Gelände hervorragend gefüllt.
Zwischen Hoffen und Bangen auf den Rängen
Sportlich erlebten die Zuschauer einen Abend voller Emotionen. Nach zwei Treffern der deutschen Mannschaft, die nicht anerkannt wurden, und der Führung der Elfenbeinküste ging es mit eher gedrückter Stimmung in die Halbzeitpause. Doch die Hoffnung auf eine Wende blieb.
Für einen der lautesten Momente des Abends sorgte dabei ausgerechnet eine Auswechslung: Als Bundestrainer Julian Nagelsmann Leroy Sané vom Feld nahm und Deniz Undav ins Spiel brachte, brandete im Heilig-Kreuz-Garten großer Jubel auf. Die Entscheidung wurde von vielen Fans mit sichtbarer Zustimmung aufgenommen und schien neue Zuversicht zu entfachen.
Diese sollte sich wenig später auszahlen. Mit dem Ausgleich kehrte die Euphorie zurück, der späte Siegtreffer ließ schließlich alle Dämme brechen. Jubelschreie und Applaus bestimmten die Schlussphase eines Fußballabends, der vielen Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.
Organisatoren sind mehr als zufrieden
Entsprechend positiv fiel auch das Fazit der Beteiligten aus. Für die Gastronomie sprach Armin Schnabel, Inhaber des Goldenen Hirsch. „Die Stadt hat eine richtig gute Veranstaltung auf die Beine gestellt. Die Rückmeldungen der Gäste sind sensationell. Da macht es Spaß, an der Veranstaltung teilzunehmen“, sagte Schnabel. Besonders hob er die Unterstützung der Brauerei Riegele hervor. Der Augsburger Brauereipartner stellt über die gesamte Dauer von sechs Wochen umfangreiches Equipment zur Verfügung und schafft damit eine wesentliche Grundlage für die Durchführung der Veranstaltungsreihe. Rund 120 Garnituren wurden für das Public Viewing bereitgestellt. Ohne dieses Engagement wäre eine Veranstaltung in dieser Größenordnung kaum denkbar. Das Sponsoring der Brauerei sorgt dafür, dass die Stadt Donauwörth ihren Bürgern und Gästen ein professionell ausgestattetes und kostenloses Public Viewing anbieten kann.
Großen Anteil am gelungenen Auftakt hat auch Christiane Kickum, Leiterin des Stadtmarketings der Stadt Donauwörth und organisatorische Hauptverantwortliche der Veranstaltungsreihe mit ihrem Team. Sie zeigte sich nach der ersten Woche Public Viewing erfreut über die Resonanz. „Für das erste Mal ist das wirklich ausgezeichnet“, sagte Kickum.
Tatsächlich darf das Team des Stadtmarketings auf eine starke Premiere zurückblicken. Die Organisation eines Public Viewings für mehrere tausend Besucher, die Koordination von Sicherheit, Gastronomie, Technik und Infrastruktur sowie die Einbindung zahlreicher Partner erforderten monatelange Vorbereitungen. Dass bereits zum Auftakt rund 3.500 Besucher den Weg in den Heilig-Kreuz-Garten fanden und damit ein großer Teil der möglichen Kapazität ausgeschöpft wurde, spricht für das Konzept der Veranstalter. Gleichzeitig kündigte Kickum an, die Erfahrungen der ersten Wochen mitzunehmen und insbesondere bei der Infrastruktur noch einmal nachzubessern. Aus Sicht der Sicherheit verlief die Veranstaltung äußerst ruhig. „Wir sind hauptsächlich präventiv vor Ort und Ansprechpartner für die Besucher“, erklärte Florin Cantuna vom eingesetzten Sicherheitsdienst. Zwischenfälle habe es nicht gegeben.
Donauwörth Open Air nimmt Fahrt auf
Nach dem erfolgreichen Auftakt dürfen sich die Besucher im Heilig-Kreuz-Garten auch in den kommenden Wochen auf zahlreiche weitere Veranstaltungen freuen. Bereits am Donnerstag steht die nächste Übertragung auf dem Programm. Dann trifft die deutsche Nationalmannschaft um 22:00 Uhr auf Paraguay. Ob zu dieser späten Anstoßzeit unter der Woche erneut mehrere tausend Fußballfans den Weg in den Heilig-Kreuz-Garten finden, wird sich zeigen. Das Potenzial ist jedenfalls vorhanden: Mit rund 3.500 Besuchern wurde beim Auftakt bereits ein großer Teil der möglichen Kapazität von 5.000 Gästen ausgeschöpft.
Das Public Viewing bildet zugleich den Auftakt für einen abwechslungsreichen Veranstaltungssommer in Donauwörth. Im Rahmen des Donauwörth Open Air dürfen sich die Besucher unter anderem auf ein Open-Air-Kino sowie die Konzerte von Stereoact und der Bayern 3 Band freuen. Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet schließlich der Schwäbischwerder Kindertag, Nach dem gelungenen Start scheint damit bereits jetzt klar: Der Sommer 2026 könnte für Donauwörth ein ganz besonderer werden.