18. Oktober 2019, 08:11

Menschen mit Behinderung als Referenten

Studierende, Vortragende und Verantwortliche des Projektes „Menschen mit Behinderung als ReferentInnen“ Bild: Ute Hartl
Mit finanzieller Unterstützung durch die Aktion Mensch werden künftig Menschen mit Behinderungen als ReferentInnen an der Fachakademie für Sozialpädagogik eingesetzt.

Der Wohnbereich der Lebenshilfe Donau-Ries und die Fachakademie für Sozialpädagogik (FakS) in Nördlingen wollen ihre bereits gute Zusammenarbeit noch stärker ausbauen. Mit finanzieller Unterstützung durch die Aktion Mensch werden künftig Menschen mit Behinderungen als ReferentInnen an der FakS eingesetzt. Sie berichten dort über ihre Lebenssituation und ihre eigene Sicht der Dinge.

Je nach Lernfeld werden verschiedenste Menschen über ihren Alltag, ihre Wünsche und Erwartungen oder auch über die Rolle als ErzieherIn in den verschiedenen Bereichen der Lebenshilfe referieren. Unterstützt werden die ReferentInnen mit Behinderung von Fachkräften der Lebenshilfe oder auch Angehörigen und Freunden. Beispielsweise berichten Eltern von Menschen mit Behinderung oder auch Menschen mit Behinderung, die selbst Eltern wurden, über ihre Alltagsgestaltung und besonderen Herausforderungen.

Durch das Projekt sollen Menschen mit Behinderung nicht nur selbstbestimmt handeln, sondern auch aufzeigen, wo sie in ihrem Leben, nach ihrer Ansicht „behindert“ werden. Sie wollen mit ihren Wünschen und Bedürfnissen ernstgenommen werden und zugleich erleben und erlernen angehende ErzieherInnen einen partnerschaftlichen, respektvollen Umgang mit Menschen mit Unterstützungsbedarf.

Dr. Sigrid Christeiner, Leiterin der Fachakademie, begrüßte diese innovative Zusammenarbeit: „Wir wollen unseren Studierenden durch diese neue Projektform noch weitreichender auf ihre künftigen beruflichen Arbeitsfelder im sonderpädagogischen Bereich vorbereiten. Die Kooperation mit der Lebenshilfe bietet hierfür zukunftsweisende Möglichkeiten.“
Alle ReferentInnen werden durch die Inklusionsreferentin Milena Oefele der Lebenshilfe Donau-Ries geschult. Sie trägt die Verantwortung für die Koordination des Projekts und begleitet die ReferentInnen zu den Unterrichtseinheiten.

Die erste Unterrichtseinheit war ein voller Erfolg. Vier BewohnerInnen der verschiedenen Wohnheime berichteten über ihre Hobbys, ihre Wohnsituation und Erwartungen an angehende ErzieherInnen. Zudem informierten zwei Fachkräfte über ihre berufliche Tätigkeit im Wohnbereich sowie Ihren Einsatz an der Hermann-Keßler-Schule. Die Studierenden hörten den Ausführungen mit großem Interesse zu. Sie werden im November ein zweiwöchiges Praktikum in den Einrichtungen der Behindertenhilfe, begleitet von Frau Hartl, Lehrerin an der FakS Maria Stern, absolvieren. (pm)