Einweihung

Visualisierung eines historischen Drehkrans im Donauwörther Hafen

Ab sofort erwartet Interessierte am alten Hafen in Donauwörth die Visualisierung eines historischen Baukrans. Bild: Stadt Donauwörth / M. Zeitler
Im 19. Jahrhundert war der alte Hafen in Donauwörth mit zwei Drehkränen bestückt. Als Erinnerung wurde nun die Visualisierung eines Krans am alten Hafen eingeweiht.

An der Donauwörther Hafenkaimauer finden sich heute noch halbkreisförmige Fundamente für zwei Lade-Dreh-Kräne. Sichtbar machte die Fundamente die Bürgerinitiative (BI) Donaupromenade um Jakob Burgmair und Dr. Fritz Hundhammer, die sich gleichzeitig über Jahre hinweg dafür einsetzten, einen dieser Hafenkräne in Originalgröße wiederaufzubauen. Als Vorbilder dienten zwei Hafenkräne, wie sie heute noch am alten Rhein-Main-Donaukanal in Kelheim zu sehen sind.

Der dortige größere Drehkran stammt aus dem Jahr 1846, hergestellt von der Maschinenfabrik Johann Wilhelm Spaeth am Dutzendteich in Nürnberg. Die Traglast betrug 200 bayerische Zentner, das sind heute 11200 Kg. Vermutlich handelte es sich bei den Donauwörther Kränen um das gleiche oder ähnliche Produkt. 1849 waren die Drehkräne jedenfalls auf einem Plan für die Eisenbahnstrecke Augsburg-Donauwörth bereits eingezeichnet. Wann sie wieder abgebaut wurden, ist nicht bekannt.

Visualisierung des historischen Drehkrans im alten Hafen Donauwörths. Bild: Stadt Donauwörth / M. Zeitler

Stadtheimatpflegerin Gudrun Reißer und Michael Öhlhorn machten es sich deshalb in Zusammenarbeit mit der Stadt Donauwörth zur spannenden Aufgabe, einen der Kelheimer Hafen-Dreh-Kräne aus dem Jahr 1846 auf den Standort genau und in Lebensgröße zu visualisieren.

Unterstützung vom Stadtarchiv Kehlheim

Als Vorbild diente Reißer eine Konstruktion, wie sie von der Firma Archimedix am Antoniberg in Stepperg visualisiert wurde. Sieht man dort durch eine Öse auf eine Plexiglasscheibe, simuliert es die einstige Römerbrücke über die Donau. So etwas sollte sich auch in Donauwörth realisieren lassen, sagten sich Reißer und Öhlhorn. Der Kran in Kelheim wurde nochmals detailgerecht fotografiert wie auch die Größe der Fundamente in Donauwörth ausgemessen und das CAD-Aufmaß an Archimedix geschickt.

Das Stadtarchiv Kelheim unterstützte mit Beispiel-Fotografien aus den 1960er Jahren. Was die Donauwörther Visualisierung so effektiv macht, ist, dass zusammen mit der Werbeagentur dieMayrei (Donauwörth) ein Animationsfilm auf KI-Basis erstellt wurde, der die Funktion des Ladekrans in den 1870er zum Leben erweckt und über einen QR-Code abgerufen werden kann. Die Akteure betonen: Zur besseren Sichtbarkeit wurde die Eisenbahnlinie über die Donau bewusst weggelassen.

So ist wieder ein Stück Aufwertung für den alten Hafen in Donauwörth gelungen. Die Finanzierung teilen sich die Stadt Donauwörth, dieMAYREI und Stadtheimatpflegerin Gudrun Reißer. (dra)