22. Februar 2020, 21:24

Ein Zuhause für besondere Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Planer Gerd Ehemann (rechts im Bild) übergab den symbolischen Schlüssel für das neue Wohnhaus in Oettingen an Roswitha Fingerhut (Leitung Wohnen, 2.v.r.), die ihn an die Bewohnervertreter weiterreichte. Bild: Doris Dollmann
Bereits seit 1. Juli 2019 sind die beiden durch einen Steg miteinander verbundenen Häuser in der Anton-Jaumann-Strasse die neue Heimat von 24 Bewohnerinnen und Bewohner mit Behinderung.

Unter Trägerschaft der Diakonie Neuendettelsau leben somit insgesamt 85 Männer und Frauen im Alter zwischen 20 und über 80 Jahren in der Fürstenstadt. In dem neuen Gebäudekomplex stehen auf 1.311 Quadratmetern 3er- und 4er-Wohngruppen zur Verfügung, wobei jeder ein Einzelzimmer hat und jeweils eine Gemeinschaftsküche zur Verfügung steht.

In einem der Häuser gibt es zudem einen Gemeinschaftsraum für Veranstaltungen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro. Vom Freistaat Bayern, genauer gesagt vom Staatsministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, flossen Zuschüsse in Höhe von 2,5 Millionen Euro, der Bezirk Schwaben beteiligte sich mit 371.800 Euro. Wie Bezirkstagsvizepräsidentin Barbara Holzmann betonte, sei der Zuschuss zwar angesichts der Gesamtkosten nicht hoch, dafür übernehme der Bezirk aber einen Großteil der laufenden Kosten, wie z. B. für Pflegesätze und Grundsicherung.

Dankes- und Grußworte

Diakoneo-Vorstsndsvorsitzender Dr. Mathias Hartmann bedankte sich bei der Engelhardt Architekten GmbH und den 29 ausführenden Firmen. Auch Roswitha Fingerhut, Leitung Wohnen, lobte die vorbildliche Zusammenarbeit. Das Gebäude sei aber nur die äußere Hülle, so Hartmann weiter. „Was zählt, sind die Menschen, die sich einsetzen“, betonte Hartmann. Gemeint sind damit die 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich rund um die Uhr um die Bewohnerinnen und Bewohner kümmern.

Barrieren nicht nur räumlich auch zwischenmenschlich abbauen

Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler erklärte, Oettingen sende mit der Einweihung ein Zeichen der Teilhabe und des Abbaus von Barrieren, sowohl der Räumlichen als auch im Miteinander, an die Gesellschaft. Landrat Stefan Rößle vertrat die Meinung, dass Menschen erst dann behindert seien, wenn sie sich nicht frei entfalten könnten. Und genau diesen Freiraum hätten die Bewohnerinnen und Bewohner hier.

Stolz zeigte sich Bürgermeisterin Petra Wagner von der gelebten Inklusion in Oettingen, die es schon sehr viel länger gäbe, als den Begriff selbst. Bereits vor 50 Jahren wurde eine Außengruppe von Polsingen in Oettingen installiert. Insgesamt betreut Diakoneo in Gunzenhausen, Polsingen und Oettingen derzeit 403 Menschen, davon, wie gesagt, 85 in der Storchenstadt. Deshalb überreichte Wagner auch einen Storch an Wohnbereichsleiter Gerhard Förthner.

Im neuen Zuhause angekommen

Anfangs seien seine Mitbewohner und Mitbewohnerinnen doch etwas verunsichert gewesen, erzählte Arnd Lechner, stellvertretender Vorsitzender der Bewohnervertretung, in seinem Grußwort. Einige mussten Vertrautes aufgeben und sich auf etwas Neues einlassen. „Doch auch wenn am Anfang nicht alles ganz rund lief, jetzt fühlen sich alles rundum wohl in ihrer neuen Heimat", so Lechner.

Schutz und Gottes Segen

Dekan Armin Diener und Pfarrer Lucian Bolos spendeten den christlichen Segen. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Duo Sirius und der Werkstatt-Band. Ihr ist es gelungen, mit ihren schwungvollen Liedern, im eigens für die Einweihung aufgebauten Zelt, die Freude und die herzliche Atmosphäre widerzuspiegeln, die in der neuen Wohnanlage herrscht.