24. September 2019, 11:19

"Krankenhäuser vor Ort müssen erhalten werden"

(im Bild von links) Im Gespräch: SPD-Abgeordnete Dr. Simone Strohmayr (MdL) und Oberbürgermeister-Kandidatin Rita Ortler Bild: Monika Mendat
Immer mehr Krankenhäuser vor allem auf dem Land müssen schließen oder Abteilungen vorübergehend aufgeben. Für Simone Strohmayr ist es daher wichtig, dass die medizinische Versorgung auch in kleineren Einrichtungen wohnortnah erhalten werden können.

„Es ist dringend notwendig, entsprechende Konzepte umzusetzen und die nötigen finanziellen Mittel sicher zu stellen. Die Infrastruktur vor Ort muss gewährleistet sein“, sagt Strohmayr.

„Die Menschen dürfen nicht darunter leiden, dass keine entsprechende Versorgung in ihrer Nähe ist“, so Strohmayr. Vor allem, wenn es sich um akute Fälle oder gebärende Frauen handelt, sei es fatal, wenn keine gut erreichbare medizinische Hilfe da ist. Hier sei der Freistaat Bayern in der Pflicht, meint Strohmayr: „Wir brauchen endlich eine klare Krankenhausplanung. Der Freistaat muss die Standorte festlegen und dann die Gelder zur Verfügung stellen.“ In ihrer jüngsten Klausur beschäftigte sich die BayernSPD genau mit diesem Thema. Eine weitere Möglichkeit für kleinere Einrichtungen könnte nach Ansicht Strohmayrs in Zukunft sein, die Linie zwischen ambulanter und stationärer Versorgung aufzuheben. Erste „intersektorale Gesundheitszentren“ (kurz: IGZ) sind derzeit in der Erprobungsphase.

Ein gutes Beispiel, wie wichtig ortsnahe Angebote sind, ist das Stiftungskrankenhaus in Nördlingen, das Simone Strohmayr gemeinsam mit OB-Kandidatin Rita Ortler besuchte. „Wir müssen eine Entbindung vor Ort wie hier in Nördlingen im Sinne der Frauen und Kinder ermöglichen“, fordert Strohmayr. Damit dies der Fall ist, müsse die bisherige Belegabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe in eine Hauptabteilung umgewandelt werden. Ein neuer Chefarzt sei bereits gefunden, man sei auch zuversichtlich, weiteres erforderliches Personal rechtzeitig einstellen zu können, berichtet Vorstand Dr. Roland Buchheit.

Der Weg zur Hauptabteilung sei jedoch für das Stiftungskrankenhaus Nördlingen mit hohen Kosten verbunden. „Diese Umwandlung wird nicht gefördert und macht neben zusätzlichen Baumaßnahmen allein für den Kauf von neuen medizinischen Geräten eine Investition in Höhe von mehreren hunderttausend Euro aus“, so Buchheit.

Für kleinere Krankenhäuser sei es schwerer als für die Großkliniken, wie beispielsweise die Uniklinik Augsburg. Man befinde sich im Wettbewerb mit den großen Kliniken, erklärt Buchheit. Hier sieht Strohmayr Handlungsbedarf seitens des Freistaates Bayern. „Die medizinische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger darf nicht unter bürokratischen Hürden leiden und von der Gewährung von Fördermitteln abhängig sein“, meint Strohmayr. (pm)