30. November 2018, 12:03

Patientenuntersuchungen werden ausgeweitet

Die Donau-Ries Klinik in Donauwörth. Bild: Diana Hahn
In einer Pressemitteilung gab das Landratsamt Donau-Ries bekannt, den Zeitraum der möglichen Hepatitis-C-Infektionen zu erweitern. Auch Patienten, die im Zeitraum vom 22.05.2016 bis 22.11.2016 behandelt wurden, könnten betroffen sein.

Donauwörth - "Am 28.11.2018 erreichten uns die ersten schriftlichen Ergebnisse der Bluttestungen am Robert-Koch-Institut", erklärt das Landratsamt Donau-Ries. Bei insgesamt 30 Personen aus den vom Krankenhaus übermittelten Listen wurde der gleiche Genotyp festgestellt. Auch die bisherigen Zwischenergebnisse der Nukleinsäure-Sequenzen deuten auf ein einheitliches Ergebnis hin. Weitere Testungen von nachträglich eingehenden Blutproben folgen. Bei Blutproben ohne Viruslast konnte eine weitergehende Differenzierung nicht mehr stattfinden.

"Wir können zwischenzeitlich von einer einzigen gemeinsamen Ansteckungsquelle ausgehen", heißt es in der Pressemitteilung des Landratsamtes. 

 

Bisher konnte unter den Mitarbeitern des Krankenhauses Donauwörth keine andere Ansteckungsquelle als Ausgangspunkt für das Ausbruchgeschehen ermittelt werden; nur von wenigen, zwischenzeitlich an anderen Orten Beschäftigten sind die Untersuchungsergebnisse auf Hepatitis C noch ausstehend.

Die früheste, durch die bisherigen Untersuchungen belegte Infektion konnte auf den Februar 2017 datiert werden. "Somit müssen wir davon ausgehen, dass der verdächtige Anästhesist schon relativ kurz nach der letzten betriebsärztlichen Testung vom 22.11.2016 infektiös wurde. Bis zur Antikörperbildung nach erfolgter Infektion kann es 6 Monate dauern. Wir halten es in Absprache mit dem Landesuntersuchungsamt nun für erforderlich, die zu testende Patientengruppe mit relevanten Kontakten zum Anästhesisten noch rückwirkend bis zum Eingriffs-/Operationsdatum 22.05.2016 auszuweiten. Hiermit sollen auch Patienten erfasst werden, die möglicherweise vom Anästhesisten in einer Übergangsphase von 6 Monaten bis zu seiner Antikörperbildung infiziert worden sein können. Es handelt sich um eine Vorsichtsmaßnahme, mit der auch jeder erdenkliche Einzelfall einer erfolgten Ansteckung aufgedeckt und einer ggf. notwendigen Therapie zur Vermeidung bleibender Schäden zugeführt werden kann", so das Landratsamt.

Personenkreis wird umgehend schriftlich benachrichtigt

"Wir erhalten in Kürze vom Krankenhaus weitere Listen von Patienten, die von 22.05.2016 bis 22.11.2016 im Krankenhaus Donauwörth operiert und vom verdächtigen Anästhesisten narkotisiert wurden. Sobald die Listen des Krankenhauses eingehen, werden wir diesen Personenkreis umgehend anschreiben.

Patienten aus der zuletzt genannten Personengruppe (Operation im Zeitraum Mai bis November 2016), die sich zwischenzeitlich bereits freiwillig auf Hepatitis C testen ließen, bitten wir um Übersendung ihrer Testergebnisse. Bei Vorlage unseres persönlichen Anschreibens ist eine Kostenübernahme der Testung durch die gesetzlichen Krankenkassen gesichert. Weiterhin bieten die Donau-Ries-Kliniken Donauwörth und Nördlingen eine kostenlose Schnelltestung an," so das Landratsamt. (pm)