2. März 2018, 11:05

Erstmals Kleinkunstpreis der Stadt Nördlingen verliehen

Die Sponsoren und Preisträger mit Dominik Herzog und Oberbürgermeister Faul.
(v. l.) Karlheinz Wiesinger (Sparkasse Nördlingen), Vincent Heinen, Frank Kutzschbach, Hildegart Scholten, Dominik Herzog und Oberbürgermeister Hermann Faul
Bild: Szilvia Izsó
Hildegart Scholten gewinnt „SAU von Nördlingen“
Nördlingen - Mit einer fulminanten Präsenz und einer selten gesehenen „Schnoddrigkeit“ gelang Hildegart Schol-ten aus Köln schnell das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Mit Handy und im Gespräch mit ihrer Mutter seziert sie das Publikum von der Bühne und die Zuhörer und Zuschauer klatschen vor Freude. Kurz um, Hildegart Scholten „rockt“ den Saal mit ihrem Kurzauftritt und wird von der siebenköpfi-gen Jury als erste Preisträgerin des Kleinkunstpreises der Stadt Nördlingen „SAU von Nördlingen“ ausgezeichnet.
Überhaupt war die Prämieren-Veranstaltung in der Alten Schranne rundweg gelungen. Von Dominik Herzog, Initiator und Mitorganisator des Kleinkunstpreises angekündigt, zei-gen „Des Duo“ aus dem nahem Württembergischen Raum mit schwäbischen Texten zu bekannten Hits, dass es ein vergnüglicher Abend werden wird. Ihnen gelingt es zum Hit von Lou Reed „Walk On The Wilde Side“ um getextet „Hosch a Bahncard“ die Stimmung anzuheizen.
Auch Ralf Winkelbeiner aus Manching lässt das Publikum toben. Sein oberbayerischer Dialekt und seine Nummer mit der Industriebosse in einer stillgelegten Halle zusammen kommen um neue Dinge zu kreieren, die unter dem Motto „Des glaubsch du mir net“ verkauft werden sollen, schmeißt sich das Publikum weg. Sei es die wiedersinnige technische Aufrüstung im Diesel-Skandal, seien es die SUV oder besser im bayerischen „Suff-Fahrzeuge“ oder ein Thermomix, alle werden eloquent vorbereitet und werden mit dem gemein-samen Ruf von Ralf Winkelbeiner und dem Publikum „Des glaubsch du mir net“.
Ein bissiges, bis an die Schmerzgrenze reichendes politi-sches Kabarett bieten Martin Valenske und Henning Ruwe. Sie thematisieren die Pflegesituation und die Flüchtlingskrie-se. Schluss mit Lustig, aber hochaktuell, auch das bietet die Auswahl der Künstler bei der ersten Preisverleihung im Obergeschoss der Alten Schranne.
Ergänzt wird das abwechslungsreiche Programm durch Ben Schmid aus Berlin stammend natürlich die Lebenssituation in Berlin, „Flughafen“ oder Armut der Bundeshauptstadt seziert, bevor er sich dank seines abgeschlossenen Philosophie-Studiums im abschließenden Sketch als Callcenter-Mitarbeiter um den Verkauf von Sterbeversicherungen kümmert.
Die Jury unter der Leitung von Oberbürgermeister Hermann Faul, Tourismusleiter David Wittner, Initiator und Moderator Dr. Dominik Herzog, Schulleiterin Gudrun Meier, Redaktionsleiterin Martina Bachmann und Kulturkritiker Anton Kutsche-rauer fällt es nicht einfach, aus der Vielzahl der unterschied-lichen Genres einen Sieger zu küren, dennoch gewinnt Hildegart Scholten und ihr Pianist Vincent Heinen mit dieser unglaublichen Show den ersten Kleinkunstpreis der Stadt Nördlingen „SAU von Nördlingen“. Neben dem Preisgeld ist ein Soloauftritt der beiden im kommenden Theater- und Kleinkunstprogramm der Stadt Nördlingen eine Auszeichnung und gleichzeitige Würdigung dieses großartigen Auftritts am vergangenen Wochenende. (pm)