4. Mai 2018, 12:15

Nördlingens Stadtbauern im 19. und 20. Jahrhundert

Bild: Stadtmuseum Nördlingen
Das Stadtmuseum Nördlingen zeigt in diesem Jahr eine Sonderausstellung. In einer einzigen Generation durchlebten heute 70- bis 80-jährige, ehemalige Nördlinger Landwirte den Wandel von der Handarbeit über die Mechanisierung bis zur Vollautomatisierung. Ihre geschilderten Erinnerungen sind in einzelnen Lebensbildern als wertvoller Schatz in der Ausstellung abrufbar. 
Nördlingen - Eine Landwirtschaft in einer Stadt betreiben? Wie geht denn das...? Was uns heute unmöglich scheint, war für viele Berufssuchende im 19. Jahrhundert offensichtlich eine attraktive Sache. Gerade in dieser Zeit ließen sich nämlich viele Neubürger als „Ökonomen“ in der ehemals Freien Reichsstadt Nördlingen nieder. Die Bauern lebten inmitten einer lebhaften Stadt, die von einer Stadtmauer vollständig umschlossen war. Ihre Felder und Äcker waren oft weit außerhalb und nur beschwerlich zu erreichen. Gleichzeitig boten städtische Viehmärkte und ein Eisenbahnanschluss auch neue Absatzmöglichkeiten.
Um rentabler wirtschaften zu können, verlegten jedoch bereits am Ende des 19. Jahrhunderts etliche Familien ihre Höfe an die Ausfallstraßen außerhalb der Stadtmauer. Eine weitere Aussiedlungswelle brachte die Flurbereinigung in den 1950/60er Jahren mit sich. Mit der Planung der neuen Siedlung „Heutal“ schafften es Nördlinger Aussiedler 1958 sogar bis auf die Brüsseler Weltausstellung.
Die Ausstellung im Stadtmuseum Nördlingen geht auf die Suche nach den unscheinbaren Häusern der einstigen Stadtbauern in der heutigen Altstadt. Sie wirft einen Blick auf ihre Arbeitsweise vor der Mechanisierung und lässt den bäuerlichen Alltag in Filmen und in Erinnerungen lebendig werden. Zahlreiche Exponate verweisen auf die einstmals lokale Verarbeitung der Milch in der Nördlinger Molkerei Linse. Käse, Quark und Butter „Made in Nördlingen“.
In einer einzigen Generation durchlebten heute 70- bis 80-jährige, ehemalige Nördlinger Landwirte den Wandel von der Handarbeit über die Mechanisierung bis zur Vollautomatisierung. Ihre geschilderten Erinnerungen sind in einzelnen Lebensbildern als wertvoller Schatz in der Ausstellung abrufbar. (pm)

Info

Stadtmuseum im Hl.-Geist-Spital Nördlingen Vordere Gerbergasse 1 86720 Nördlingen Tel. 09081/84-810 stadtmuseum@noerdlingen.de www.stadtmuseum-noerlingen.de Geöffnet bis 4. November 2018, Dienstag bis Sonntag, 13.30 bis 16.30 Uhr

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