1. Februar 2018, 00:54

Auen Nationalpark: Unterstützer treffen sich in Niederschönenfeld

Auf großes Interesse stieß die Informtionsveranstaltung zum Thema Auen-Nationalpark. Das Bürgerhaus in Niederschönenfeld war bis auf den letzten Platz besetzt. Bild: Diana Hahn


Manche Themen erregen die Gemüter mehr als andere. Eines dieser "Aufreger-Themen" ist der Nationalpark Donau-Auen, der am Rande auch den Landkreis Donau-Ries betreffen würde. Am vergangenen Mittwochabend
Manche Themen erregen die Gemüter mehr als andere. Eines dieser "Aufreger-Themen" ist der Nationalpark Donau-Auen, der am Rande auch den Landkreis Donau-Ries betreffen würde. Am vergangenen Mittwochabend hatten die Befürworter des Nationalparks zu einer Infoveranstaltung ins Bürgerhaus Niederschönenfeld geladen.
Niederschönenfeld - Wie groß das Interesse am Thema Nationalpark Donau-Auen ist, zeigte bereits die große Anzahl der Bürger die sich im Bürgerhaus Niederschönenfeld eingefunden hatten. Zum ersten Mal hatten die Befürworter des Auen Nationalparks zu einer Informationsveranstaltung geladen. Das Bürgerhaus ist an diesem Abend bis auf den letzten Platz besetzt.
In seiner kurzen Begrüßung unterstrich Rudolf Schubert, zweiter Vorsitzender des Bund Naturschutz Donau-Ries, dass es an der Zeit sei auch endlich über die Vorzüge und Chancen eines Nationalparks zu sprechen. Man wolle keine Polemik sondern über echte Fakten diskutieren. Auch Dr. Christine Margraf. die Leiterin der Bund Naturschutz-Fachabteilung in München, die den Abend mit einem Vortrag zum Thema "Naturschutzfachlicher Wert der bayerischen Auen" eröffnete, befand, dass endlich auch die Befürworter zu Wort kommen müssen. Laut einer repräsentativen Umfrage würden rund 80% der bayrischen Bevölkerung einen weiteren Nationalpark befürworten. Warum dieser gerade an der Donau angesiegelt werde solle, begründete Margraf unter anderem damit, dass die Auen "Hotspots der Artenvielfalt Europas" seien, aber nur 6-8% der Fläche Bayerns ausmachen. Als einen Grund für die Artenvielfalt führte Margraf an, dass es sich um Auwälder handle, die noch großflächig zusammenhängen. Das sei mittlerweile selten. Außerdem betonte sie in ihrem Vortrag, dass zwei Drittel aller in Bayern vorkommender Pflanzengesellschaften in den Auen zu finden seien. "Das zeigt, wie artenreich und wertvoll diese Gebiete sind", so Markgraf. Gerade deshalb seien sie aber auch  gefährdet und schutzbedürftig. Ein Nationalpark wäre deshalb von Vorteil, weil dadurch ein tiefergehender Schutzstatus ermöglicht werde, so Margraf weiter.
Etwas für die Zukunft erhalten
Nach den Ausführungen von Dr. Christine Markgraf kam auch noch Dr. Franz Leibl, der Leiter des Nationalpark Bayerischer Wald, zu Wort. Er berichtete von den Erfahrungen, die man im dortigen Nationalpark seit 1970 gemacht habe. "Auch 1970 gab es bereits Befürworter und Gegner. Das Pro und Contra lief damals aber noch in einem zivilisierten Rahmen ab", so Leibl. Das wichtigste Argument zu Gunsten eines Nationalparks sei, dass so "die Schöpfung erhalten werden könne". Befürchtungen, dass durch einen Nationalpark aktuell begehbare Wege nicht mehr zugänglich sei, entkräftete er mit dem Argument, dass im Nationalpark Bayerischer Wald 60 Prozen der Wege für jeden zugänglich seien. Der anschließenen Diskussionsrunde ging noch ein Apell von Ulla Eller vom Bündnis Nationalpark Donau-Auer, voraus. Sie forderte die Befürworter dazu auf, sich für den Nationalpark stark zu machen und Unterschriten zu sammeln. Mit dem Naionalpark hätte man nämlich nun die Chance etwas für die Zukunft zu erhalten.
(K)ein Tourismusmagnet?
In der anschließenden Diskussion wandte Marxheims Bürgermeister Alois Schiegg unter anderem ein, dass das oft bemühte Argument, ein Nationalpark sei ein Tourismusmagnet, so nicht zu halten sei. So hätte  doch der Nationalpark Bayerischer Wald erst kürzlich einen Geschäftsführer eingestellt, um den Tourismus  anzukurbeln. Leibl entgegenete, dass man sich für dei Einstellung eines Geschäftsführeres entschieden habe, um die Aktivitäten bündeln und besser koordinieren zu können und fügte hinzu: "Eine Million Übernachtungen pro Jahr sind nicht wenig!"
Auf den Einwand eines weitern Besuchers, man bräuchte dringend genauere Informationen, welches Gebiet genau gemeint sei, stimmte Margraf zu und ergänzte: "Wir fordern schon lange, dass es konkretere Angaben, konkretere Karten und konkretere Diskussionen geben muss." Allerdings habe sie genau in diesem Punkt eine Nachricht erhalten, die verunsichere. So hatte das Umweltministerium kurz vor der Informationsveranstaltung bekannt gegeben, dass  der Besuch von Ministerin Ulrike Scharf in Ingolstadt zum Thema Nationalpark, der für den 9. Februrar geplant war, verschoben worden sei. "Möglicherweise hat diese Terminverschiebung auch Auswirkungen auf die Dialogveranstaltungen, die ab März in den betreffenden Gebieten statfinden sollten", so Markgraf.