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Donauwörther Piloten starten in die Bundesliga-Saison

Pünktlich zum Bundesliga-Beginn am kommenden Wochenende stehen die Segelflieger wieder aufgereiht am Stillberghof – wenn das Wetter mitspielt. Bild: Zembold
Nach fest sechsmonatiger Pause starten die Donauwörther Segelflieger am kommenden Wochenende in die Bundesliga-Saison. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich dabei einiges verändert.

Still war es um die Segelfluggruppe (SFG) Donauwörth-Monheim im vergangenen halben Jahr – im Luftsport allerdings nichts Ungewöhnliches, denn wetterbedingt gibt es für die Segelflieger im Winter nicht viel zu holen. Dafür wurde gewerkelt: Die Flugzeuge wurden in der Werkstatt am Stillberg gewartet und auf Hochglanz poliert, die Flugschüler des Vereins büffelten Segelflug-Theorie und die Leistungspiloten schmiedeten Pläne für die nun beginnende Segelflugsaison.

Auftakt der Saison mit neuen Regeln und ersten Wettbewerben

Im Mittelpunkt steht bei der SFG in diesem Jahr wie immer die Teilnahme an der Segelflug-Bundesliga. Doch die Piloten und Pilotinnen vom Stillberghof müssen sich umgewöhnen, denn der ursprüngliche Ausrichter der Liga hat seine Liquidation angekündigt, sodass die Meldung der Flüge nun auf dem Portal „WeGlide“ erfolgt – mit leicht verändertem Regelwerk.

„Die bisherige Bundesliga funktionierte im Grunde wie ein Formel-1-Rennen: Gewertet wurde, wer innerhalb eines Fluges über einen bestimmten Zeitraum am schnellsten unterwegs ist“, erklärt SFG-Pressesprecher Helge Zembold. „Die WeGlide-Bundesliga dagegen vergibt Punkte für mehrere Aspekte gleichzeitig – sowohl für hohe Geschwindigkeit als auch für besonders lange Flüge. Dadurch gewinnt dort nicht nur der Schnellste, sondern insgesamt derjenige Verein, der vielseitiger und konstanter gute Leistungen zeigt.“ Wie schnell sich die SFG-Piloten auf die veränderten Regeln einstellen können, wird das kommende Wochenende zeigen, an dem die erste Bundesliga-Runde startet – nach vorsichtigen Schätzungen dürfte das Wetter mitspielen.

Stefan Langer will Weltmeister-Titel verteidigen

Auch die Zeit der dezentralen Segelflug-Wettbewerbe beginnt in Kürze. Bereits ab Mittwoch starten Peer Zitzmann und Bastian Elsenhans beim Internationalen Segelflug-Wettbewerb im sächsischen Klix. Weltmeister Stefan Langer wird im Mai seinen Titel in der 18-Meter-Klasse auf der WM in Polen verteidigen, David Bauder wird an zwei Segelflug-Grand-Prix in Italien Ende Mai und in Frankreich Ende August teilnehmen.

Zu guter Letzt hofft der Verein auch darauf, sein Ausbildungsflugzeug vom Typ ASK21 wieder einsetzen zu können. Dieses war in der vergangenen Saison aufgrund eines Defekts zur Reparatur beim Hersteller; aufgrund unklarer Zuständigkeiten verzögerte sich jedoch die Fertigstellung bis zu diesem Frühjahr. Spätestens Anfang Mai soll „die 21“ den Flugschülern wieder zur Verfügung stehen, die dann auch mit leichter Verspätung in die neue Saison starten können. 

Saisonstart mit Jubiläum

Pünktlich zum Saisonbeginn feiert die Segelfluggruppe ein besonderes Jubiläum: Mitglied Herbert Heinze hebt seit 50 Jahren bei der SFG ab. Im April 1976 mit 16 Jahren erlebte der damalige MBB-Maschinenschlosser am Stillberghof seinen ersten Segelflugstart und ist dem Verein seitdem als Segelflieger, Motorseglerwart und Schlepppilot treu geblieben.

Als Bordtechniker und Windenoperator bei der ADAC Luftrettung war er bis zum Beginn seines Ruhestandes Anfang 2025 auch beruflich rund 7500 Flugstunden in der Luft. Am 11. April, exakt 50 Jahre nach seinem ersten Flug, absolvierte der 66-Jährige am Stillberghof einen Jubiläumsflug im Segelflugzeug – sein Flugbuch zählt nun exakt 8111:11 Flugstunden. (dra)