Die Red Hocks Kaufering haben sich vor heimischer Kulisse zum Champion gekrönt. Die Gastgeber der Deutschen Meisterschaft der U19-Junioren bezwangen Blau-Weiß 96 Schenefeld im Endspiel vor gut 320 Zuschauern mit 5:1. Den Treffer zum Endstand steuerte Jonas Knaus vom SV Nordheim bei, der per Doppellizenz für das Team aus der Marktgemeinde aufläuft.
In der Gruppenphase am Samstag war für die Hausherren rasch alles klar. Kaufering hatte mit einem 2:1-Overtimesieg über Schenefeld und einem 7:2 gegen die SG Berlin Rockets/Eisbären Juniors Platz eins schon mittags in der Tasche. Der Auftakt sei noch etwas holprig geraten, schildert Coach Norman Krevet. „Gegen Schenefelds hervorragend organisierte Abwehr und einen glänzend aufgelegten Schlussmann taten wir uns lange Zeit sehr schwer.“ Der Rückstand samt gelungenem Comeback sei für die folgenden Aufgaben vor allem eines gewesen: lehrreich. Partie zwei sei dann nach der frühen Führung und der entsprechenden Sicherheit gelaufen wie am Schnürchen.
Spannende Halbfinalspiele: Kaufering ringt Bonn nieder
Das erste Halbfinale tags darauf zwischen Kaufering und Bonn hatte von Beginn an alles – außer Tore. Einige Fans der Red Hocks dürfte ein flaues Gefühl beschlichen haben, als ihr Team zunächst kein Glück hatte und dann auch noch Pech dazu kam. Verhinderte die Latte auf der einen Seite zweimal die Führung der Hausherren, legte sie auf der anderen die Gästeführung auf: Ein Distanzschuss nahm nach einem Block eine gefährliche Kurve, prallte ans Gestänge, an Torwart Raphael Landherr und dann Jonas Kever direkt auf die Kelle – 0:1-Führung für die Dragons (30.). „Das war bitter“, räumt Coach Krevet ein, der bis dahin ein „großartiges intensives Halbfinale“ gesehen hatte. Gleichzeitig rüttelte dieser Rückstand sein Team aber auch wach, kommentiert Kapitän Dominik Fellner.
Den Knoten zum Platzen brachte dann die Antwort durch Tom Zöllner per Rebound rasch nach Wiederanpfiff (32.). Ebenfalls aus kurzer Distanz legte Ferdinand Reichenberger (39.) nach, eine Fackel von Jeremias Probst (41.) sorgte dann für die Vorentscheidung. „Der Wille der Mannschaft war einfach greifbar“, lobt ihr Trainer. Die Gastgeber behielten in einer nicht nur der Temperatur nach heißen Schlussphase den kühleren Kopf. Knaus wurde dabei zweimal heftig gefoult, mit den beiden daraus resultierenden Strafen blieb die Bonner Schlussoffensive überschaubar. Mit 3:1 zogen die Red Hocks ins Finale ein. „Unsere stärkste Turnierleistung“, findet Krevet.
Kauferinger Finalsieg über Schenefeld
Im Finale zwischen Kaufering und Schenefeld bedienten sich die Gäste aus dem Norden erneut ihrer bewährten Mittel. Mit insgesamt eher minimalistischen, dafür aber umso effizienteren Offensivbemühungen, einem starken Goalie Kilian Meyberg und einer kompakten Defensive hatten es die Nordlichter ins Endspiel geschafft. Die Red Hocks zeigten sich gewarnt. „Unser Matchplan war klar“, verrät Krevet: „hoher Ballbesitz, die gefährlichen Konter von Schenefeld nicht zulassen und geduldig auf unsere Abschlusschancen warten“. „Wir wussten, worauf wir achten wollen“, geht Kapitän Fellner ins Detail: mit Seitenverlagerungen oder kurzen Pässen vorbei an den stark blockenden Gegnern.
Schöpfung neuer Energie
Im ersten Drittel ruckelte die Partie noch, dann nahm Kaufering Fahrt auf. In der ersten Pause habe man neue Energie geschöpft und habe die Zahl der gefährlichen Abschlüsse fortan hochgefahren, so Fellner. Das gelang zusehends besser. Jeremias Probst münzte das spielerische Übergewicht seiner Red Hocks im zweiten Durchgang nach einem hohen Ballgewinn Ferdinand Reichenbergers (17.) sowie per Direktabnahme (23.) in eine Zwei-Tore-Führung um. Das Eis war gebrochen, schildert Kauferings Kapitän Fellner. Auch im dritten Drittel gaben die Gastgeber das Geschehen nicht mehr aus der Hand. Durch Reichenbergers 3:0 (38.) war schon mehr als eine Vorentscheidung erzielt.
„Die Kulisse war eines DM-Finales absolut würdig, die Mannschaft hat den Matchplan gut umgesetzt und am Ende durften wir uns als glückliche, aber verdiente Sieger feiern lassen“, freut sich Coach Krevet. Tom Zöllner erhöhte (43.). Nach Melina Faye Dittmers Ehrentreffer per Penalty (45.) besorgte Jonas Knaus drei Sekunden vor der Schlusssirene den Endstand, als er Schenefelds Torwart Lars Stößner mit der Rückhand überlistete. Wenig später reckte er den Meisterpokal in die Höhe. „Dass ich kurz vor Schluss noch ein Tor im Finale Einnetzen konnte, war natürlich ein atemberaubendes Gefühl. Aber den Pokal in den Händen zu halten schlägt natürlich alles.“
„Es war wie erwartet ein starkes Teilnehmerfeld“, fasst Meistertrainer Krevet zusammen. Sein Team habe sich durch konstant gute Leistung, Comeback-Qualitäten, Hitzefestigkeit und den Glauben an sich selbst den Titel verdient. „Neben dem sportlichen Stolz empfinde ich vor allem tiefe Dankbarkeit. Ein riesiges Dankeschön geht an alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die diese Heim-DM überhaupt erst möglich gemacht haben. Und natürlich an alle Fans in der Halle, die für eine grandiose
Stimmung gesorgt und dieses Wochenende für die Jugendlichen zu einer unvergesslichen, großartigen Deutschen Meisterschaft gemacht haben! (dra)