Erst Mitte Juni sorgte ein spektakulärer Fall von Anlagebetrug im Landkreis für Aufsehen. Bei der Suche nach einer Festgeldanlagemöglichkeit überwies ein Mann aus dem Donau-Ries knapp 100.000 Euro auf ein ausländisches Konto.
Leider kein Einzelfall, wenn man auf die Zahlen der vergangenen Jahre schaut. Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte Polizeihauptkommissar Erwin Lupzik vom Polizeipräsidiums Schwaben Nord: „Hinsichtlich der Fallzahlenentwicklung bei den nördlichen Dienststellen des Polizeipräsidium Schwaben Nord ist ein Anstieg erkennbar. Diese Entwicklung ist deckungsgleich mit dem restlichen Präsidium Schwaben Nord.“
Fälle mit höherer Schadenssummen gehen an die KPI Dillingen
Als endsachbearbeitende Dienststellen gibt es im Donau-Ries die Polizeiinspektionen Donauwörth, Nördlingen und Ries. Daneben gibt es noch die Polizeiinspektion Dillingen (inklusive Wertingen) sowie die Kriminalpolizeiinspektion Dillingen. Die Kriminalpolizei kommt vor allem bei Kapitalanlage- und Anlagebetrug zum Einsatz, da hier die Schadenssumme grundsätzlich höher ist. Zumeist liegen die Schadensfälle hier im Bereich zwischen 5.000 und 25.000 Euro. Die dominierende Schadensklasse bei generellen Betrugsfällen im Internet liegt zwischen 50 und 250 Euro. Höhere Schadensfälle werden ebenfalls an die KPI Dillingen weitergeleitet.
Im Donau-Ries ist Donauwörth am stärksten betroffen
Insgesamt wurden für die drei Polizeiinspektionen im Donau-Ries sowie die PI Dillingen und KPI Dillingen 1.149 Fälle von Online-Betrug für das Jahr 2024 verzeichnet. Ein Jahr später waren es bereits 1.256 Fälle. Im Donau-Ries war die PI Donauwörth mit 257 (2024) bzw. 313 (2025) Fällen jeweils am stärksten betroffen. Die meisten Straftaten werden aus dem Ausland begangen.
Auch in puncto Schadenssumme liegt Donauwörth im Landkreis im vergangenen Jahr mit 210.693 Euro an der Spitze. Vor zwei Jahren war Nördlingen mit 137.512 Euro trauriger Spitzenreiter, Donauwörth folgte mit 118.54 Euro, dicht gefolgt von Rain (108.446 Euro). Insgesamt stieg die Schadenssumme im Donau-Ries von 364.012 Euro (2024) auf 441.728 Euro (2025). Zusammen mit der PI Dillingen und KPI Dillingen kommt man auf Schadenssummen von 4.386.464 Euro (2024) und 3.943.626 Euro (2025). Der Großteil der Summe liegt mit rund 3,8 Mio. in 2024 und 3,2 Mio. (2025) in der Verantwortung der KPI Dillingen. Als endsachbearbeitende Dienststelle übernimmt die KPI Dillingen jedoch auch Fälle aus anderen Zuständigkeitsbereichen.
Auch wenn die Schäden im Bereich Cyberkriminalität stark von überregionalen Ermittlungskomplexen abhängen und somit stark variieren können, häufen sich die Fälle. „Tendenziell zeigt die mehrjährige Entwicklung jedoch klar nach oben“, weiß Polizeihauptkommissar Erwin Lupzik zu berichten.
Aufklärungskampagne der Polizei: „Vorsicht Trickbetrug“
Daher will die Polizei mit einer Aufklärungskampagne vor allem vor Kreditanlage- und Anlagebetrug warnen.
Seien Sie wachsam, wenn…
- hoher Gewinn bei geringem Risiko versprochen wird („Geheimtipp“).
- im Internet vor dieser Seite gewarnt wird.
- der „Broker“ / „Account-Manager“ Sie anruft, Sie ihn aberunter der Nummer telefonisch nicht erreichen können.
- Ihr (Demo-) Konto hervorragende Gewinnentwicklungen darstellt.
- Sie immer mehr Geld investieren sollen.
- Sie Fernzugriff auf Ihren PC erlauben sollen (Remote-Software).
- Sie melden sich im Internet per Link auf einer Online-Plattform an oder laden eine APP, bei der hohe Gewinne versprochen werden.
So schützen Sie sich:
- Geben Sie niemals Geld in die Hände Unbekannter!
- Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen!
- Lassen Sie niemals Fernzugriff (Remote-Software) auf Ihrem Computer zu!
- Der Dienstleister ist nicht bei www.bafin.de registriert? Vorsicht!
Informieren Sie sich hier:
- Kriminalpolizeiliche Fachberater in Ihrer Region
- Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht www.bafin.de
- Verbraucherzentrale unter www.verbraucherzentrale.de
- Polizeiliche Beratungsseiten unter www.polizei-beratung.de