Polizeihinweis

Perfide Schockanrufe nach Traueranzeigen: Polizei warnt erneut vor Betrugsmasche

Symbolbild. Bild: www.polizei-beratung.de
Im Raum Donauwörth haben Betrüger erneut versucht, Seniorinnen mit sogenannten Schockanrufen um hohe Geldbeträge zu bringen. Besonders perfide: Die Polizei vermutet, dass die Täter dabei gezielt Telefonnummern aus Traueranzeigen nutzten.

Am 02.09.2026 kam es im Dienstbereich der Polizei Donauwörth zu mehreren versuchten Betrügereien durch sogenannte Schockanrufe. Exemplarisch erhielt um 17:06 Uhr eine 79-jährige Frau aus einer Juragemeinde einen Anruf einer unbekannten Frau, die behauptete, der Sohn der Seniorin habe einen Unfall gehabt und liege im Krankenhaus. Die Angerufene durchschaute die bekannte Masche, gab an, dass ihre Schwiegertochter bei ihr sei, und legte auf. Fast zeitgleich, um 17:04 Uhr, wurde eine 70-jährige Frau aus einer westlichen Landkreisgemeinde von einem angeblichen Notaufnahme-Mitarbeiter kontaktiert. Dieser behauptete, ihr Sohn habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Im Verlauf wurde das Gespräch an eine angebliche Polizistin übergeben, die 37.000 Euro Kaution forderte. Auch diese Seniorin erkannte den Betrugsversuch und beendete das Telefonat. Zu Schadensfällen kam es in beiden Fällen nicht. Beamte der PI Donauwörth ermitteln wegen Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Trickbetrugs. Es wird vermutet, dass die Täter die Telefonnummern aus jeweils vor kurzem veröffentlichten Traueranzeigen erlangten. 

Die Donauwörther Beamten raten aufgrund einer anhaltend hohen Anzahl an gemeldeten Schockanrufen: 

  • Gesundes Misstrauen zeigen: Die Polizei fordert am Telefon niemals die Herausgabe von Bargeld, Wertsachen oder Kontodaten. Wenn ein Anrufer Details zu Ihren Vermögensverhältnissen wissen möchte oder von Einbrüchen in der Nähe berichtet, legen Sie sofort auf.
  • Die echte Polizei kontaktieren: Rufen Sie bei Verdachtsmomenten die Polizei unter der offiziellen Notrufnummer 110 an. Nutzen Sie dafür niemals die Rückruffunktion Ihres Telefons (Wahlwiederholung), sondern wählen Sie die Nummer selbst neu, um nicht erneut bei den Betrügern zu landen.
  • Keine Details verraten: Geben Sie unbekannten Personen am Telefon keinerlei Auskünfte über Ihre finanzielle Situation, Ihre Wohnverhältnisse oder andere persönliche Daten (dra)