Der Abfallwirtschaftsverband Nordschwaben (AWV) baut sein regionales Netzwerk zur Entsorgung von Erdaushub weiter aus. Bei Heroldingen steht nun eine neue Abgabestelle zur Verfügung. Insgesamt können dort ca. 300.000 Kubikmeter eingelagert werden. Das Erdreich wird ausschließlich aus dem Einzugsgebiet des AWV kommen, also aus den Landkreisen Donau-Ries und Dillingen. Außerdem stehen Bürgern die Verfüllungen in Haunsheim und Ronheim sowie die Deponie Maihingen zur Verfügung. Hier betreibt der AWV nicht nur Annahmestellen, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz.
Naturschutz und Ausgleich
Die Zufahrt zum Steinbruch am Badersberg führt von der Ortsverbindungsstraße Heroldingen Huisheim über den Brennhof. Ein wichtiges Anliegen ist dem AWV seit jeher Natur und Umwelt zu schützen und für Ausgleich und Renaturierung die Weichen zu stellen. So wird in dem Steinbruch lediglich eine Teilverfüllung im Westteil angestrebt. Dies war schon bei der Planung die Garantie dafür, dass die Funktion des Steinbruchs für den Naturhaushalt erhalten bleibt und Lebensraum für seltene Arten und eine hohe Biodiversität ermöglicht wird.
Nach Entbuschen der Steinbruchsohle wurde der Oberboden im Auffüllbereich abgetragen und die Vegetation und der Samenvorrat auf die nicht zu verfüllende Ostseite aufgebracht. Um Habitate für Reptilien zu schaffen, legte der AWV Steinlesehaufen, Wurzelstöcke und Schnittholzhaufen als Versteck- und Überwinterungsmöglichkeiten sowie sandige Eiablageplätze an. Es gelang erfolgreich Zauneidechsen, Blindschleichen und Schlingnattern in den neuen Lebensraum umzusiedeln. Zum Schutz des Areals wurde ein Reptilienzaun errichtet. Ergänzend wurde artenreiches Grünland angelegt und eine Salbeiwiesenmischung ausgesät.
Erdaushub-Annahmestellen im AWV-Gebiet
Neben dem neuen Standort in Heroldingen betreibt der AWV weitere Verfüllungen in Haunsheim, Ronheim und Maihingen. Damit werden den Bürgerinnen und Bürgern sowie regionalen Unternehmen kurze Wege sowie wirtschaftliche Konditionen direkt in ihrer Nähe angeboten. Da Erdaushub je nach Herkunft und Beschaffenheit unterschiedlich stark belastet sein kann, unterscheidet der AWV an den jeweiligen Standorten zwischen den Materialkategorien Z0, Z1.1 und DK 0.
Im Steinbruch „Badersberg“ bei Heroldingen führt der AWV eine bodenschutz- und naturschutzrechtliche Rekultivierung durch. Angenommen wird analysiertes Erdreich, das die Grenzwerte für Z1.1-Material einhält. Ein maximaler Bauschuttanteil von 10 Prozent (z. B. Beton, Dachplatten, Ziegel) ist hier zulässig.
Aushubmaterial
Für gänzlich unbelasteten Bodenaushub stehen die Steinbrüche in Ronheim (bei Harburg) im Landkreis Donau-Ries sowie in Haunsheim im Landkreis Dillingen zur Rekultivierung bereit. Hier gelten die strengen Grenzwerte für Z0-Material. Das Material muss absolut frei von Fremdbeimengungen wie Bauschutt, Ziegeln, Beton, Asphalt oder Holz sein. Für nicht recyclingfähiges Aushubmaterial betreibt der AWV in Maihingen eine Bodenaushubdeponie der Deponieklasse DK 0. (dra)
Generelle Anlieferungsbedingungen
Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, kann die Anlieferung an allen Standorten grundsätzlich nur nach vorheriger Anmeldung und bei entsprechenden Witterungsverhältnissen erfolgen. Für Terminvereinbarungen sowie Fragen zu Anlieferscheinen oder Analysen steht das Team des AWV gerne telefonisch unter 0906 7803-700 oder per E-Mail unter deponie@awv nordschwaben.de zur Verfügung.