Schnelles Internet ist keine Frage des Komforts mehr, sondern eine Grundvoraussetzung für Arbeiten im Homeoffice, digitale Teilhabe und Bildung und wirtschaftliche Entwicklung. Es gehört damit zur modernen Grundversorgung, doch gerade im ländlichen Raum ist diese Versorgung vielerorts nicht gesichert. Private Anbieten ziehen sich wegen Unwirtschaftlichkeit komplett zurück oder halten Ausbauzusagen nicht ein. Um diese Lücken zu schließen, haben sich fünf Kommunen aus drei Landkreisen zusammengeschlossen und gemeinsam einen Förderantrag beim Bund gestellt. Nun gibt es grünes Licht: Kurz vor Weihnachten ging der positive Förderbescheid ein.
Im Rahmen der Gigabit-Richtline des Bundes 2.0 werden nicht nur Kommunen gefördert, die besonders schlecht versorgt sind, sondern ausdrücklich auch interkommunale Kooperationen. Aus diesem Grund hatten sich die Städte Donauwörth, Nördlingen, Lauingen, Adelsried und Westendorf zusammengetan und einen gemeinsamen Antrag eingereicht – mit Erfolg!
50 Prozent Förderung vom Bund
Beantragt wurde ein Investitionsvolumen von 48,2 Millionen Euro. Der Bund übernimmt davon 50 Prozent, also 24,4 Millionen Euro. Das teilten Oberbürgermeister Jürgen Sorré (Donauwörth), Oberbürgermeister David Wittner (Nördlingen), Bürgermeister Sebastian Bernhard (Adelsried), Bürgermeisterin Katja Müller (Lauingen) und Bürgermeister Steffen Richter (Westendorf) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Mittwoch im Rathaus in Donauwörth mit.
Weitere 40 Prozent Förderung werden vom Freistaat Bayern erwartet, sodass den Kommunen ein Eigenanteil von rund 10 Prozent bleibt.
„So einen Förderbescheid bekommt man nicht alle Tage ins Haus“, so Sorré. Die Freude über die Finanzspritze bei ihm und seinen Amtskolleg*innen war entsprechend groß. Mit dem Projekt wolle man auch ein Zeichen setzen, dass Zusammenarbeit mehr bewirkt als Einzelinitiativen.
Ausbau soll 2027 starten
Nun wollen die fünf Kommunen unter Federführung der Stadtwerke Donauwörth und in Zusammenarbeit mit einem Fachbüro den Breitbandausbau voranbringen. Zunächst startet ein europaweites Vergabeverfahren. Die ersten Baumaßnahmen könnten ab 2027 beginnen. Der Förderbescheid ist bis Ende April 2029 gültig.
Ziel ist es, das „Internet aus der Steinzeit“ bis dahin endgültig abzulösen. In Donauwörth und Nördlingen gelten jeweils rund 2000 Adressen als unterversorgt, das heißt mit weniger als 30 Mbit/s. In Westendorf, Lauingen und Adelsried kommen jeweils mehrere hundert weitere Anschlüsse hinzu.
Ausbau in mehreren Losen
Die Ausbaugebiete werden in mehrere kleineren Lose aufgeteilt und jeweils separat ausgeschrieben vergeben.
Wie Oberbürgermeister Wittner klarstellt, müssen die Kommunen die Kosten erst einmal vollständig vorfinanzieren. Die Fördermittel fließen erst nach dem Ausbau wieder zurück.
Für Grundstücksbesitzer entstehen keine Erschließungskosten. Die Glasfaseranschlüsse werden bis ins Haus verlegen. Anwohner*innen müssen sich lediglich um den passenden Internetvertrag kümmern.