8. September 2017, 14:32

AfD-Spitzenkandidatin kommt nach Donauwörth - Gegner planen friedliche Kundgebung

Im Juli trat Beatrix von Storch in Nördlingen auf.. Hier gab es eine Gegendemo. Bild: Mara Kutzner
Die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel spricht am Sonntagabend im Gasthof zum Deutschmeister in Donauwörth, zeitgleich findet vor dem Veranstaltungsort eine Mahnwache statt. 
Donauwörth - Nachdem im Juni Beatrix von Storch, Europa-Abgeordnete und Mitglied des Bundesvorstandes, zu Gast in Nördlingen war, gelang es dem Kreisverband nun erneut eine hochrangige Afd-Politikerin in die Region zu holen. Als das "Highlight des Wahlkampfes der AfD Nordschwaben" bezeichnet der Kreisverband den Besuch der Spitzenkandidatin Alice Weidel am Sonntagabend in Donauwörth. Auch der Direktkandidat der AfD für den Wahlkreis Donau-Ries, Rafael Hauptman wird sprechen. Beginn der Veranstaltung ist um 19.00 Uhr, Einlass in den Gasthof zum Deutschmeister in der Parkstadt ist schon um 18.00 Uhr.
Weidel habe erst kurzfristig dem Termin in Donauwörth zugesagt, weshalb erst jetzt bekannt wurde, dass sie nach Donauwörth kommt, so Elisabeth Hörr, 2. stellvertretende Vorsitzende des AfD Kreisverbands Nordschwaben.
Alice Weidel, die neben Alexander Gauland Spitzenkandidatin der AfD bei der Bundestagswahl am 24. September sein wird, war zuletzt in aller Munde, als sie am Montagabend die ZDF-Wahlsendung "Wie geht´s Deutschland?" vorzeitig verlassen hatte. Grund dafür war ein Disput mit CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer. Dieser hatte sie zuvor aufgefordert, sich von Alexander Gauland und Björn Höcke zu distanzieren.
In einer Stellungnahme erklärte Weidel kurz darauf bei Facebook und Twitter, die Moderatorin Marietta Slomka habe sich in der Debatte "parteiisch und völlig unprofessionell" geoutet.
Gegner planen Mahnwache
Als Beatrix von Storch in Nördlingen sprach, wurde das schon mehrere Wochen vorher bekannt. Ein "Bündnis gegen Rechts" gründete sich und mobilisierte circa 300 Menschen , die gegen die Veranstaltung protestierten. Ob so viele Leute auch zu seiner Veranstaltung kommen, glaubt Sebastian Heckel nicht. Dafür sei die Vorbereitungszeit zu kurz gewesen. "Wir wollen aber da sein und zeigen, dass wir sie nicht willkommen heißen" sagt der Vorsitzender des Jugendzentrums Donauwörth. Als er von der kurzfristig angekündigten AfD-Veranstaltung mitbekommen hatte, meldete er daraufhin eine Mahnwache unter dem Motto "Donauwörth ist bunt" an. Er rechnet mit bis zu 100 Teilnehmern, die auf den Platz zwischen Gasthof und Kirche kommen werden. Beginnen will man um 17.00 Uhr, etwa zwei Stunden bevor Alice Weidel in der Parkstadt sprechen wird.
Bei der AfD geht man mit einer solchen Gegenveranstaltung gelassen um, sagt Elisabeth Hörr. Es sei allerdings befremdlich, dass AfD-Veranstaltungen immer wieder von Gegendemos begleitet werden, wenn doch dieser Tage eine Reihe an Spitzenpolitikern auf Wahlkampftour sind, deren Veranstaltungen keinen Gegenwind bekommen. "Solange unsere Veranstaltung nicht behindert wird, ist das kein Problem", sagt Hörr.
Sebastian Heckl gibt Entwarnung. Ihm ist wichtig dass alles friedlich abläuft. Mit seinen Mitstreitern plant er Livemusik und Redebeiträge. Auch die Parteien SPD, Die Grünen und Die Linken werden bei der Mahnwache mit Infoständen vor Ort sein. "Sei wollen gegen die, in jeder Hinsicht rückwärts und weit nach rechts ausgerichtete AfD und ihre Spitzenkandidatin protestieren", teilte Manfred Seel, Bundestagskandidat (Linke) mit. Mit seinen Kollegen Christoph Schmid (SPD) und Albert Riedelsheimer (Grüne) sei er sich einig, dass die AfD Auffassungen vertritt, die die Demokratie gefährden.
Die Polizei geht mit beiden Veranstaltungen bislang ebenfalls gelassen um, wahrscheinliche auch, weil beide Termine noch nicht lange bekannt sind. Wie die Polizeiinspektion Donauwörth auf Nachfrage mitteilt, werden die Beamten nur unterschwellig Präsenz zeigen. Bei Beatrix von Strochs Besuch in Nördlingen ließ die Polizei Verstärkung aus Augsburg anrücken und war mit einem Großaufgebot bei der Kundgebung und am Einlass zur Wahlkampfveranstaltung präsent. Die Kundgebung im Ries ging friedlich zu Ende, ein einschreiten der Polizei war nicht nötig.