Architektenwettbewerb

Siegerentwurf für Tanzhaus-Sanierung steht fest

links: Blick ins Café, rechts: Raumfolge Bibliothek Bild: trint+kreuder d.n.a. architekten PartGmbB
Ein Entwurf eines Kölner Architekturbüros konnte die Jury des Architektenwettbewerbs zur Tanzhaus-Sanierung überzeugen. Er sieht die Stadtbibliothek im EG und 1. UG vor. Der Stadtsaal bleibt an seiner bisherigen Stelle erhalten.

Das waren spannende und auch anstrengende Stunden für die Jury des Architekten‐Wettbewerbs zur Tanzhaus‐Sanierung. 16 eingereichte Entwürfe galt es am Freitag zu sichten, zu diskutieren und zu bewerten. 17 Preisrichter – Architektinnen und Architekten ‐ sowie Mitglieder des Stadtrats mit Oberbürgermeister Jürgen Sorré ‐ trafen sich dazu am vergangenen Freitag im Tanzhaussaal. Unterstützt wurde die Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Thomas Jocher von sachverständigen Beraterinnen und Beratern u.a. aus den Bereichen Denkmalpflege, Stadtbibliothek, Kultur und Tourismus.

Nach elf Stunden und mehreren Wertungsrundgängen, in denen sich die Auswahl immer weiter verdichtete, stand der Sieger fest: Das Architekturbüro Trint + Kreuder aus Köln. „Ein hervorragender Beitrag, der die komplexen räumlichen Anforderungen auf überzeugende Weise umsetzt und einen echten Mehrwert für die Stadt darstellt“, lobt die Jury in ihrer Stellungnahme zum Entwurf. Mit seiner Gestaltung und Aufteilung der geforderten Nutzungen überzeugte der Entwurf die Jury und wurde einstimmig zum Sieger gewählt.

Stadtsaal bleibt erhalten

Der Entwurf sieht im Erdgeschoss ein Café inklusive Außengastronomie vor, das sich treppenförmig entlang dem Merkurplatz entwickelt und sich dabei zur zukünftigen, nach modernsten Gesichtspunkten gestalteten Stadtbibliothek öffnet. Diese wird sich vom Erdgeschoss bis in die Untergeschosse erstrecken, so dass es zu einer Nutzungsänderung der Tiefgarage kommen wird. Lediglich vier Behindertenparkplätze und Fahrradabstellplätze verbleiben im 2. Untergeschoss.

Zusätzlich wird im Erdgeschoss ein großer gemeinsamer Counterbereich für Bibliothek, Tourismus und Kulturbüro eingerichtet. Er soll als zentraler Anlaufpunkt für die Bürgerinnen und Bürger, aber auch Gäste von außerhalb dienen. Zwei multifunktionale Schulungsräume, unabhängig von der Bibliothek nutzbar, runden das Raumprogramm im Erdgeschoss ab. Der Stadtsaal bleibt an seiner bisherigen Stelle erhalten. Durch Öffnen der Zwischenwand zum bisherigen Foyer wird dieses integriert. Das ehemalige Restaurant soll zukünftig als zweites Foyer dienen, die Zwischenwand zum Saal soll ebenfalls geöffnet werden.

In den Obergeschossen werden Backoffice‐ und Backstagebereiche mit Nebenflächen liegen. Auch ein neuer Trauungssaal ist im Tanzhaus vorgesehen. Dieser ist über zwei Stockwerke hinter dem Giebel zur Reichsstraße unter dem imposanten Dachstuhl platziert. Oberbürgermeister Jürgen Sorré zeigte sich hochzufrieden über die Debatten und das Ergebnis: „Wir waren sehr gespannt auf die Entwürfe und haben eine unwahrscheinliche Bandbreite an Ideen gesichtet und diskutiert. Der ganze Tag war getragen von einer konstruktiven Zusammenarbeit aller Jurymitglieder und vom gemeinsamen Ziel, das Tanzhaus wieder zum Anziehungspunkt im Herzen der Reichsstraße werden zu lassen. Am Ende waren wir uns einig, dass die Ausarbeitung von Trint + Kreuder dafür die überzeugendste Gestaltung geliefert hat."

Ansicht vom Merkurplatz Bild: trint+kreuder d.n.a. architekten PartGmbB

Entwürfe werden ausgestellt

Die Entwürfe von Neumann & Heinsdorff (München) und der DFZ Architekten GmbH (Berlin) kamen auf die Plätze 2 und 3. Der 1. Preis ist mit 40.000 Euro dotiert, der 2. mit 25.000 Euro. Platz 3 erhält 15.000 Euro. Die Plätze 4 und 5 erhalten Anerkennungen in Höhe von jeweils 10.000 Euro.

In Kürze wird die Preisverleihung stattfinden und die Entwürfe der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Anschließend wird die Ausstellung im Rahmen einer Vernissage öffentlich zugänglich gemacht. (pm)

Blick in den Saal und auf die Empore ins aufgeweitete Foyer Bild: trint+kreuder d.n.a. architekten PartGmbB