Als einzige Mehrkämpferin der LG Donau-Ries hatte sich Marie Weinberger für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften Ende August im Erika-Fisch-Stadion in Hannover qualifiziert. Trotz der Sommerferien galt es daher, das Trainingspensum aufrechtzuerhalten. Allerdings wurde Marie durch wachstumsbedingte Rücken- und Knieschmerzen etwas ausgebremst. Dennoch versuchte sie, sich bestmöglich auf den Saisonhöhepunkt vorzubereiten.
Bei den Meisterschaften wurden die Mehrkämpfe aller Altersklassen von der U16 bis zu den Erwachsenen parallel ausgetragen. Der umfangreiche Wettbewerb musste deshalb über drei Tage hinweg minutiös organisiert werden. Den Auftakt machten am Freitag die jüngsten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der U16. Mit dabei war Marie Weinberger im Siebenkampf der Altersklasse W15.
Auftakt mit neuer Bestleistung
Der zweitägige Wettbewerb begann für Marie mit dem 80-Meter-Hürdenlauf. Trotz des ungewohnten Umfelds behielt die junge Athletin ihre Nerven im Griff und startete mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 12,43 Sekunden vielversprechend in den Wettkampf.
Im anschließenden Hochsprung kam sie mit dem Anlauf auf der leicht abfallenden Anlage nicht optimal zurecht. Mit übersprungenen 1,43 Metern blieb sie deshalb deutlich unter ihrem eigentlichen Leistungsvermögen. Im Kugelstoßen zeigte Marie anschließend, dass es im Mehrkampf vor allem darum geht, auch nach Rückschlägen weiterzumachen. Trotz einsetzendem Starkregen steigerte sie sich im letzten Versuch auf 12,07 Meter. Mit der viertbesten Leistung des gesamten Teilnehmerfeldes machte sie im engen Klassement wieder einige Plätze gut.
Den Abschluss des ersten Wettkampftages bildete für die U16 der 100-Meter-Sprint. Hier machte sich das Trainingsdefizit aufgrund der Beschwerden bemerkbar. Mit 13,28 Sekunden blieb Marie jedoch noch im Rahmen ihrer Möglichkeiten.
Wind erschwert den zweiten Tag
Am Samstag griffen auch die Erwachsenen in das Wettkampfgeschehen ein. Prominente Athletinnen wie Emma Kaul sorgten dabei für ein besonderes Umfeld, was den Wettkampf für die junge Athletin der LG Donau-Ries zusätzlich intensiv machte.
Für Marie begann der zweite Tag mit dem Weitsprung. Im ersten Versuch ging sie auf Nummer sicher und sprang rund 30 Zentimeter vor dem Brett ab. Die erzielten 4,60 Meter waren angesichts der stetig wechselnden Windverhältnisse dennoch wichtig, da zunächst ein gültiger Versuch auf dem Konto stehen sollte. Auch in den folgenden Versuchen erschwerten die wechselnden Bedingungen einen optimalen Anlauf, sodass es letztlich bei den 4,60 Metern blieb.
Direkt im Anschluss ging es für Marie zum Speerwurf. Dort zeigte sie eine konstante Leistung, hatte allerdings erneut mit dem Wind zu kämpfen. Ihr letzter und zugleich bester Versuch wurde von einer Windböe in der Luft regelrecht ausgebremst und landete bei 30,24 Metern.
Knapp an der persönlichen Bestzeit vorbei
Im abschließenden 800-Meter-Lauf mobilisierte die Donauwörtherin noch einmal alle Kräfte. Dabei hielt sie sich sekundengenau an die Vorgaben ihres Trainerteams aus Rain. Unter den Anfeuerungsrufen des mitgereisten Fanclubs lief Marie nach 2:29,81 Minuten ins Ziel und verpasste ihre persönliche Bestzeit nur knapp.
Am Ende durfte sich Marie Weinberger bei ihren ersten Deutschen Mehrkampfmeisterschaften über einen starken elften Platz freuen. Mit 3643 Punkten lag sie in einem äußerst engen Teilnehmerfeld nur 40 Punkte hinter Rang sieben. (dra)