Bürgerhinweis

Warnung vor erhöhtem Wildunfall-Risiko zur Zeit der Zeitumstellung

Die Zahl der Wildunfälle hat im Landkreis Donau-Ries besorgniserregende Ausmaße angenommen. Bild: pixabay
Nun ist es wieder soweit, das Frühjahr beginnt und die Uhr wird wieder auf Sommerzeit gestellt. Durch diese Umstellung steigt jedoch auch die Gefahr von Wildunfällen. Eine angepasste Fahrweise wird daher empfohlen.

Geschwindigkeit, Aufmerksamkeit und vorausschauendes Fahren sind die wirksamsten Mittel, um Unfälle zu verhindern Mit der Umstellung auf die Sommerzeit am Sonntag, 29. März, steigt das Risiko von Wildunfällen deutlich an. Darauf weist der Jagdverband Donauwörth hin. Entscheidender Faktor ist dabei nicht die Helligkeit, sondern das deutlich höhere Verkehrsaufkommen zu Zeiten, in denen Wildtiere besonders aktiv sind.

Die meisten Wildunfälle ereignen sich erfahrungsgemäß zwischen 05:00 und 07:00 Uhr morgens sowie zwischen 21:00 und 23:00 Uhr abends. In diesen Zeitfenstern herrscht gewissermaßen die „Rush Hour“ im Lebensraum unserer Wildtiere. Rehe, Füchse, Hasen und Wildschweine orientieren sich nicht an der Uhr, sondern am Hormonspiegel, Licht und Nahrungsangebot. Wie die Vorsitzenden des Jagdverbands Donauwörth, Albert Reiner und Robert Oberfrank, betonen, sind die Tiere vor allem in den frühen Morgen- und späten Abendstunden auf Futtersuche oder auf dem Weg zwischen Äsungsflächen und Einständen unterwegs.

Gerade im Frühjahr wirken frisches Grün entlang von Straßen sowie verbleibende Streusalzreste besonders anziehend. Hinzu kommt, dass junge Rehböcke durch Revierverhalten und innerartliche Auseinandersetzungen häufig unvorsichtig und auf ungewohnten Wegen unterwegs sind.

Zahlen zeigen die Dimension des Problems

Die Entwicklung ist eindeutig: Wildunfälle nehmen seit Jahren zu. Statistisch gesehen kommt es in Deutschland etwa alle zwei Minuten zu einem Zusammenstoß zwischen Fahrzeugen und Wildtieren. Allein in Bayern wurden im Jahr 2025 rund 80.000 Wildunfälle registriert, davon etwa 1.300 im Landkreis Donau-Ries. Den größten Anteil machen Rehe aus (925 Fälle), gefolgt von Hasen (274). Wildschweine sind selten beteiligt (16 Fälle), verursachen jedoch oft besonders schwere Schäden.

Neben den wirtschaftlichen Folgen – jährlich entstehen Schäden in Millionenhöhe – darf auch der Tierschutzaspekt nicht außer Acht gelassen werden: Viele Tiere verenden qualvoll oder müssen nach einem Unfall nachgesucht und erlöst werden. Die steigende Verkehrsdichte ist ein wesentlicher Faktor für die Zunahme von Wildunfällen. Gleichzeitig werden Lebensräume durch Straßenbau, intensive Land- und Forstwirtschaft sowie zunehmende Freizeitnutzung weiter zerschnitten und gestört.

Wildtiere weichen aus, wechseln häufiger und geraten dadurch verstärkt in den Straßenbereich. Auch gut gemeinte Maßnahmen wie attraktive Bepflanzungen entlang von Straßen – etwa Streuobstbäume oder Blühstreifen – können unbeabsichtigt zur Gefahrenquelle werden, da sie Wild anlocken.

Maßnahmen zur Unfallvermeidung

Zur Reduzierung von Wildunfällen sind verschiedene Maßnahmen möglich – und notwendig:

  • Jägerinnen und Jäger wirken durch gezielte Bejagung in Straßennähe auf das Verhalten des Wildes ein.
  • In vielen Revieren werden auf eigene Initiative Wildwarnreflektoren oder Duftzäune installiert.
  • Verkehrsschilder und blaue Reflektoren an Leitpfählen weisen auf bekannte Wildwechsel hin und sollten unbedingt ernst genommen werden. 

Ergänzend ist auch die Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer von großer Bedeutung. Eine geplante Plakataktion im Landkreis Donau-Ries soll genau hier ansetzen. Die klare Botschaft lautet: „Denk daran: Sei bremsbereit!“

Kommt es dennoch zu einer Wildbegegnung, gilt: Ruhe bewahren, abbremsen, Fernlicht abblenden und nicht ausweichen, wenn dadurch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden. Nach einem Zusammenstoß sollte in jedem Fall die Polizei verständigt werden – auch aus Gründen des Tierschutzes.

Gemeinsame Verantwortung

Die Vermeidung von Wildunfällen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Verkehrsteilnehmer, Behörden und Jägerschaft müssen hier Hand in Hand arbeiten. Letztlich liegt es jedoch an jedem einzelnen Autofahrer: Angepasste. Denn nach wie vor gilt: Die häufigste Ursache für Wildunfälle ist nicht das Wild – sondern eine nicht angepasste Fahrweise. (dra)