Agentur für Arbeit

Stabiler Arbeitsmarkt im Februar

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Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Donauwörth mit den Landkreisen Dillingen, Donau-Ries, Günzburg und Neu-Ulm ist im Februar nochmals leicht gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt bei 2,5 Prozent, wobei sie im Januar noch bei 2,4 Prozent lag.

„Insgesamt ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt stabil. Im Vergleich zum Februar 2022 sind 281 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Steigerung von 17,8 Prozent. Die Hauptursache hierfür liegt im Zuzug von Geflüchteten aus der Ukraine. Ein deutlicheres Bild ergibt sich, wenn man die Arbeitslosenzahlen differenziert nach der Zuständigkeit von Arbeitsagentur und Jobcentern betrachtet, die seit Juni 2022 für die Betreuung der ukrainischen Geflüchteten zuständig sind. Während im Vorjahresvergleich bei der Arbeitsagentur 95 Personen oder 9,5 Prozent weniger Arbeitslose zu verzeichnen sind, stieg die Zahl der Arbeitslosen beim Jobcenter Donau-Ries um 376 oder 64,3 Prozent an“, erläutert der Agenturleiter.

Arbeitslosenquote stagniert bei 2,3 Prozent

„Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Donau-Ries ist im Februar nur leicht gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt - wie schon im Januar - bei 2,3 Prozent. Aktuell sind 1.863 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 40 mehr als vor einem Monat“ berichtet Richard Paul, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Donauwörth.

Von den im Januar 2023 insgesamt 1.863 arbeitslos gemeldeten Menschen waren 902 (minus 23 im Vergleich zum Vormonat) bei der Arbeitsagentur und 961 (plus 63 im Vergleich zum Vormonat) im Jobcenter Donau-Ries registriert.

Dynamik am Arbeitsmarkt

Im Januar haben sich 696 Personen arbeitslos gemeldet, davon kamen 221 aus einer Beschäftigung und 194 aus einer Ausbildung oder Weiterbildungsmaßnahme. Im Gegenzug konnten 657 die Arbeitslosigkeit beenden, 219 davon nahmen eine Erwerbstätigkeit auf und 195 begannen eine Aus- oder Weiterbildung.

Gute Chancen für die Integration ukrainischer Geflüchteter

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine ist nun ein Jahr vergangen. Der Krieg löste eine der größten Fluchtbewegungen seit dem zweiten Weltkrieg aus. Auch in unserer Region sind viele Menschen angekommen. Zu Beginn standen für die Geflüchteten zunächst humanitäre Hilfen im Vordergrund.

Schnell war aber klar, dass sie sich hier ein neues Leben schaffen müssen, um für sich selbst zu sorgen. Der Gesetzgeber hat die gesetzlichen Grundlagen dafür geschaffen, den ukrainischen Geflüchteten einen sofortigen Arbeitsmarktzugang zu ermöglichen oder Leistungen zum Lebensunterhalt vom Jobcenter zu beziehen. Im Februar waren 224 Arbeitslose beim Jobcenter Donau-Ries gemeldet.

Aktuell befinden sich noch viele Ukrainer*innen in Integrationskursen, um unter anderem Deutsch zu lernen. Einige haben aber auch gleich eine Arbeit gefunden. Das belegen die deutlich gestiegenen Beschäftigtenzahlen der Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit. So waren zum Stichtag 30. Juni 2022 insgesamt 126 Ukrainer*innen in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Zum Vorjahresstichtag waren es nur 48 Personen.

„Die Geflüchteten haben gute Voraussetzungen, um sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren, da sie in der Regel ein hohes Qualifikationsniveau aufweisen. Aufgrund der hohen Arbeitskräftenachfrage stehen die Chancen sehr gut für diejenigen, die bleiben möchten, um sich hier eine dauerhafte Existenz aufzubauen“ bewertet Richard Paul die aktuelle Lage.

Gemeldete Arbeitsstellen

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat im Februar wieder deutlich zugelegt. Von den Arbeitgebern wurden 392 neue Arbeitsstellen gemeldet, 149 mehr als im Januar und 83 mehr als vor einem Jahr.

Im Stellenpool der Arbeitsagentur sind im Landkreis Donau-Ries derzeit 1.665 freie Arbeitsstellen (17 weniger als vor einem Monat und 24 mehr als im Vorjahr).

Für 1.126 Stellen werden Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerinnen in Vollzeit und für 221 in Teilzeit gesucht. Bei 318 Stellen ist eine Beschäftigung in Vollzeit oder Teilzeit möglich. Von den Personaldienstleistern sind rund 23 Prozent der offenen Stellen gemeldet.

Von den gemeldeten offenen Stellen waren 62 Prozent auf Facharbeiterniveau, 21 Prozent für Spezialisten/Experten und 17 Prozent für Helferjobs ausgeschrieben. Dies zeigt deutlich, welch hohen Arbeitskräftebedarf Unternehmen besonders auf der Qualifikationsebene von Facharbeiter*innen haben – das ist die Berufsebene, die normalerweise mit einer abgeschlossenen Ausbildung erreicht wird. Dies birgt viele Chancen für arbeitssuchende und arbeitslose Personen: liegt bei ihnen eine geringe oder beruflich nicht mehr verwertbare Qualifikation vor, ist der Zeitpunkt günstig, eine Weiterbildung oder sogar Umschulung ins Auge zu fassen.

Auch älteren Arbeitnehmer*innen und/oder Personen, die sich aufgrund einer längeren Abwesenheit aus dem Beruf, z.B. aufgrund von familienbedingten Auszeiten, beruflich neu orientieren möchten oder müssen, bieten sich derzeit viele Qualifizierungschancen.

In vielen Fällen ist eine Förderung durch die Agentur für Arbeit möglich. Arbeitnehmer melden sich für eine Beratung am besten online über www.arbeitsagentur.de oder über die Service-Rufnummer 0800 4 5555 00 an. (pm)