1. April 2019, 10:05

Boys Day bei den Polsinger Heimen

Daumen hoch für den Boys Day in Polsingen. Bild: Diakonie Neuendettelsau/ Amanda Müller
Für zehn Jungs öffneten sich die Türen der Einrichtungen für Menschen mit Behinderung der Diakonie Neuendettelsau in Polsingen. Beim „Boys Day“ blickten sie hinter die Kulissen und erfuhren in unterschiedlichen Aktionen, was die Arbeit eines Heilerziehungspflegers ausmacht.
Stolz zeigten Bewohner und Jungs ihre Urkunden vom Kicker-Turnier. Bild: Diakonie Neuendettelsau/ Amanda Müller

Der Boys Day begann für zehn Jungs im Alter von 10 bis 14 Jahren zunächst damit, sich gegenseitig kennenzulernen. Die Jungs kamen aus ganz unterschiedlichen Schulen aus dem Umkreis und wollten beim zweiten Boys Day in Polsingen mehr über den sozialen Beruf des Heilerziehungspflegers erfahren.

Wohnbereichsleiter Michael May hatte den Tag mit vielen Aktionen geplant und zum Start ein Kicker-Turnier organisiert, bei dem die Jungs mit Menschen mit Behinderung eine Gruppe bildeten. In Zweier-Teams überlegten sich jeweils ein Schüler und ein Bewohner der Polsinger Heime einen Namen für ihre Gruppe. Nach einigen spannenden Spielen gewann das finale Turnier schließlich das Team „Die schnellen Finger“. Zertifikate verteilte Michael May aber an alle, was Jungs und Bewohner gleichermaßen zum Strahlen brachte.

Nach einer kleinen Stärkung verabschiedeten sich die Jungs von den Polsinger Bewohnern. Manche Teams hatten während des zweistündigen Turniers so schnell zueinander gefunden, dass sie sich zum Abschied sogar herzlich umarmten. „Sowas zu sehen, ist wirklich toll“, freute sich Michael May.

Im Anschluss erkundeten die Jungs bei einer Schnitzeljagd die verschiedenen Einrichtungen der Polsinger Heime und lernten die Aufgabenfelder eines Heilerziehungspflegers kennen. So erfuhren die Jungs beim gegenseitigen Eingeben eines Joghurts wie es sich anfühlt, von anderen gefüttert zu werden oder anderen Menschen Nahrung einzugeben.

Ganz schön ungewohnt für Maximilian und Tim: Die beiden Jungs lernten, dass beim gegenseitigen Joghurteingeben das Vertrauen nicht fehlen darf. Bild: Diakonie Neuendettelsau/ Amanda Müller

„Das war für die Jungs ganz schön seltsam. Aber für Menschen, die nicht alleine essen können, ist das Alltag. Die Jungs konnten so erfahren, dass die Aufgaben des Heilerziehungspflegers mit einem vertrauensvollen Umgang verbunden sind“, so May. Das wurde auch beim Rollstuhlfahren und beim Umgang mit einem Lifter deutlich. Heilerziehungspfleger müssen einfühlsam auf die Menschen eingehen und sind verantwortlich für ihr Wohlbefinden. „Mit den ausgewählten Aufgaben konnten wir den Beruf des Heilerziehungspflegers super verknüpfen“, freute sich May. Er zeigte sich auch beeindruckt von den jungen Schülern: „Sie haben erkannt, dass Vertrauen langsam aufgebaut wird und welche Besonderheiten der Beruf des Heilerziehungspfleger mit sich bringt.“

Auch im Umgang mit dem Lifter braucht es jede Menge Vertrauen. Dawid teste mit Nils, wie ein Heilerziehungspfleger den Lifter bedient. Bild: Diakonie Neuendettelsau/ Amanda Müller

Um den Tag ausklingen zu lassen, wollte Michal May von den Jungs wissen, ob der Tag so war, wie sie es sich vorgestellt hatten und wie sie den Umgang mit Menschen mit Behinderung wahrgenommen hatten. „Es waren sogar ein paar der Jungs aus dem letzten Jahr mit dabei“, erzählte Michael May. Für ihn zeigen die Reaktionen der Jungs dass sich die Aktion für beide Seiten lohnt. Denn auch wenn am Boys Day in Polsingen der Spaß nicht zu kurz kam, nahmen die Jungs viele Infos und neue Eindrücke mit nach Hause. (pm)