21. September 2020, 09:33

Sprachlotsen unterstützen auch trotz Corona

Eine Sprachlotsin im Einsatz Bild: Brigitte Ulbricht
Aufgrund der Corona-Pandemie gab es große Einschränkungen im Schul- & KiTa-Bereich. Aus diesem Grund verbleiben die Sprachlotsen dieses Schul- bzw. Kindergartenjahr an ihren bisherigen Einsatzorten und helfen dort spielerisch beim Deutschlernen.

Schon seit 2015 gibt es das Projekt des Sprachlotsen jährlich an zwei Grund- und Mittelschulen im Landkreis Donau-Ries. Das vom Landkreis und Staatlichen Schulamt entwickelte Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Kolping Akademie betrieben und ist so erfolgreich, dass es im September 2018 auch auf die Kindertagesstätten ausgeweitet wurde. „Mit einem Sprachlotsen wollen wir Kinder mit Migrationshintergrund in kleinen Gruppen spielerisch an die deutsche Sprache heranführen, zum Beispiel durch gemeinsames Kochen oder kleinere Ausflüge,“ erklärt Landrat Stefan Rößle das Projekt. „Die Sprachlotsen sollen flexibel und bedarfsgerecht einsetzbar sein,“ ergänzt der Leiter der Kolping Akademie Peter Goldammer. Sie können durchaus bei den Hausaufgaben helfen, sollen aber auch bei praktischen Freizeitaktivitäten spielerisch mit den Kindern Deutsch lernen. Der Sprachlotse ist ein Projekt des Regionalmanagements in der Stabsstelle Kreisentwicklung und Nachhaltigkeit im Landkreis Donau-Ries und wird zu 30% durch das bayerische Wirtschaftsministerium und zu 70% durch den Landkreis finanziert.

Aufgrund der Corona-Beschränkungen ist dieses Jahr alles anders

Die Corona bedingten Einschränkungen im Frühjahr und die damit verbundenen Schul- und KiTa-Schließungen, haben alle Kinder und Jugendlichen schwer getroffen. Eine besondere Herausforderung stellte das Lernen zuhause mit den Eltern jedoch für nicht deutschsprachige Kinder dar, denen es ohnehin schwerfällt, die deutschen Unterrichtsinhalte zu verstehen. Da auch die Sprachlotsen nicht an die Schulen kommen konnten, wurde teilweise versucht online Angebote zu erstellen. Dennoch konnte so nur ein kleiner Bruchteil der sonstigen Arbeit geleistet werden. Umso wichtiger ist es jetzt diese Kinder weiterhin zu unterstützen. Deshalb haben sich die Rektorinnen Brigitte Ulbricht (Max-Dünßer-Grundschule und Moll-Berczy-Mittelschule Wallerstein), Sibylle Lutzkat (Mangold Grundschule Donauwörth) und Helga Mandlik (Sebastian-Franck-Grundschule Donauwörth-Parkstadt) sowie Michael Stocker vom Staatlichen Schulamt und Regionalmanagerin Jennifer Werner darauf verständigt, dass die Sprachlotsen nicht wie üblich nach einem Jahr an eine neue Schule wechseln, sondern den bereits im Schuljahr 2019/20 betreuten Kindern weiterhin beim Erlernen der deutschen Sprache und des Unterrichtsstoffes helfen.

Ebenso konnten in den betreuten Kindertagesstätten die Stunden der Sprachlotsen aus Hygieneschutzgründen nur nach und nach wieder aufgenommen werden. Hier bildet die deutsche Sprache den Grundstein für die spätere (schulische) Laufbahn und eine gute Integration der Kinder. Auch hier wünschten sich alle Leitungen der insgesamt zehn Kindertagesstätten, das Projekt Sprachlotse aufgrund der geringen Stundenanzahl dieses Kindergartenjahres zu verlängern. Diesem Wunsch kamen Claudia Wernhard und Jennifer Werner vom Landratsamt gerne nach. „Gerade diese Kinder verdienen unsere besondere Unterstützung und dürfen auch in Zeiten von Corona nicht durchs Raster fallen“, erklärten alle Beteiligten einstimmig. (pm)