19. September 2019, 15:16

Der Tag nach dem Tiefgaragenbrand

Vertreter der Stadt Nördlingen, der Feuerwehr, der Rettungskräfte und der Polizei informierten am Donnerstag die Bewohner des Mehrfamilienhauses über das weitere Vorgehen. Bild: Maximilian Bosch
Bei dem Brand in der Maria-Holl-Straße in Nördlingen wurden vier Menschen leicht verletzt. Die Bewohner des Gebäudes dürfen nicht zurück in ihre Wohnungen.

Mittwochnacht ist in einer Tiefgarage in der Nördlinger Maria-Holl-Straße ein Brand ausgebrochen. Das Mehrfamilienhaus, zu dem die Tiefgarage gehört, musste evakuiert werden. Rund 70 Anwohner waren betroffen, die meisten kamen bei Freunden und Verwandten unter. Circa 15 Personen wurden mit einem Bus in die Turnhalle der Schillerschule gebracht und mussten dort die Nacht verbringen. Die Wemdinger Straße war für den Verkehr gesperrt. Das Feuer wurde um 21.50 Uhr der Feuerwehr Nördlingen gemeldet, im Einsatz waren die Wehren aus Nördlingen, Baldingen, Löpsingen und Grosselfingen mit rund 80 Einsatzkräften. Auch vier Rettungswagen und zwei Notärzte waren vor Ort, das BRK hatte rund 50 Hilfskräfte im Einsatz. Auch die Johanniter Unfall Hilfe Donauwörth war vor Ort und hat mit  8 Helfern von gestern 22.30 Uhr bis heute Mittag 11:45 Uhr die Turnhalle an der Schillerschule mit der Schnelleinsatzgruppe Betreuung und Verpflegung betrieben.

Es gab vier Verletzte mit einer leichten Rauchvergiftung, bei drei davon handelte es sich um Einsatzkräfte. Um 4.45 Uhr war der Brand gelöscht.

Die Evakuierten wurden von den Ereignissen überrumpelt: So mancher wollte nur gemütlich das Fußballspiel anschauen, als plötzlich der Rauchgeruch kam und die Feuerwehr alle Anwohner aus dem Gebäude klingelte. Eine Nacht voller Ungewissheit folgte, laut einer Anwohnerin ein „furchtbares Erlebnis“.

Bei einer Informationsveranstaltung in der Notunterkunft bekamen die Anwohner am Tag danach neue Informationen: Laut Baubegutachter sei die Garage wohl nicht einsturzgefährdet, man müsse aber erst noch auf Nummer sicher gehen, meinte Polizeichef Walter Beck. Die Autos, die zur Zeit des Feuers in der Tiefgarage geparkt waren, sind praktisch alle zerstört.

Den Anwohnern geht es jetzt aber erst einmal um ihr Zuhause: „Hauptsache wir dürfen wieder in unsere Wohnungen“, meinte eine Seniorin im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch dann die Enttäuschung: Bis auf Weiteres dürfen die Wohnungen nicht betreten werden, nur das Nötigste durften die Betroffenen am Donnerstag in Begleitung eines Feuerwehrmanns heraus holen.

Oberbürgermeister Hermann Faul konnte mitteilen, dass für alle, die keine Unterkunft haben, Hotelzimmer und Ferienwohnungen in Nördlingen und Reimlingen organisiert wurden. Für den Ablauf der Evakuierung erhielten die Rettungskräften Lob von allen Seiten, alles sei reibungslos abgelaufen. Zur Ursache des Brandes konnte die Polizei noch keine Angaben machen und bat um Hinweise. Ob die Wohnungen wieder bezogen werden können, müssen die Rauchmessungen zeigen.

In einer TIefgarage in Nördlingen ist ein Brand ausgebrochen. Bild: Matthias Stark