In den vergangenen Wochen haben sich in Deutschland immer wieder sogenannte Hitzeglocken aufgebaut. Temperaturen über 35 Grad – teils bis 40 Grad – waren über mehrere Tage hinweg keine Seltenheit. Die Hitze und die damit einhergehende Trockenheit machen allerdings nicht nur den Menschen zu schaffen. Auch für die Natur bedeutet das Stress.
Gerade die Gefahr von Waldbränden steigt. So geriet vor gut einer Woche ein Feld in Genderkingen in Brand. Nur wenige Tage zuvor entzündete ein Defekt in einer Heuballenpresse rund zwei Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche bei Monheim. In beiden Fällen konnten örtliche Feuerwehrkräfte Schlimmeres verhindern.
Das Donau-Ries als gefährdetes Gebiet für Waldbrand
Aktuell weist der Deutsche Wetterdienst DWD einen Waldbrandgefahrenindex (WBI) der Stufe 3 bis 4 für die Gebiete im Landkreis Donau-Ries aus. Damit befindet sich die Region auf der Skala, die höchste Stufe liegt bei 5, im Bereich der mittleren bis hohen Gefahr. Aktuelle Prognosen des DWD deuten darauf hin, dass gegen Ende der Woche Regenfälle einsetzen, die die Gefahrenlage leicht entspannen. Der tägliche WBI wird immer zusammen mit einer 4-Tages-Prognose veröffentlicht.
Dennoch gehört das Donau-Ries zu den gefährdeten Gebieten in Schwaben in Bezug auf die Waldbrandgefahr, wie Hanna Schnell, Ansprechpartnerin Waldbrand Schwaben in der Fachstelle Waldnaturschutz Schwaben des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte. „Alles Richtung Franken ist deutlich gefährdeter als im Süden Richtung Alpen, wo es immer wieder Gewitterfronten gibt. Bayernweit befindet sich das Donau-Ries im Mittelfeld.“
Luftbeobachtungsflüge werden vom Bezirk Schwaben angeordnet
Um einem möglichen Waldbrand schnellstmöglich begegnen zu können, kann die Regierung Schwaben Überwachungsflüge zur Waldbrandbeobachtung anordnen. Dies geschieht in enger Absprache mit Hanna Schnell als forstlicher Ansprechpartnerin sowie forstfachlichen Einschätzungen. Insgesamt gibt es im Regierungsbezirk Schwaben drei Routen, die beflogen werden. Die Nordroute deckt dabei auch das Donau-Ries ab. Basis der Route ist der Flughafen in Genderkingen.
Sobald die Regierung von Schwaben solch einen Flug anordnet, organisiert das Landratsamt – im Donau-Ries die Abteilung öffentliche Sicherheit – einen Piloten der Luftrettungsstaffel sowie einen ausgebildeten Beobachter, die den Überwachungsflug durchführen. Die Flüge finden von 15 bis 18 Uhr statt. Sollte ein Brandfall entdeckt werden, wird die Leitstelle vom Luftbeobachter per Funk über Standort und Lage des Brands informiert. Auch Einsatzkräfte der Feuerwehr können im Notfall vom Flugzeug aus über Funk an die Brandstelle gelotst werden.
Die Feuerwehren in der Region sind gerüstet
Für diesen Fall halten die Feuerwehren im Landkreis Löschfahrzeuge mit verschiedenen Wassermengen vor. Fahrzeuge mit einem Fassungsvermögen über 2.000 l stehen aktuell bei den Feuerwehren in Donauwörth und Möttingen bereit. Diese werden je nach Einzelfall gezielt alarmiert. Zudem werden die Feuerwehren durch Unterstützung der Landwirte sehr gut ergänzt, wie Kreisbrandrat Heinz Mayr erklärt.