Am Samstagabend fanden sich über 100 Gäste bei der Freiwilligen Feuerwehr Oettingen ein. Anlass hierfür war die Fahrzeugweihe der neuen Drehleiter sowie die Übergabe eines Lichtmastanhängers. Oettingens Erster Bürgermeister Thomas Heydecker bezeichnete diese Anschaffung als „riesen Projekt“ für Stadt und Feuerwehr und auch der 1. Kommandant Thomas Foltin hob die Bedeutung dieser Anschaffung als „bedeutenden Meilenstein“ hervor. „Es zeigt, wie kontinuierlich daran gearbeitet wird, die Sicherheit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger zu gewährleisten.“
Landrat Michael Dinkelmeier ging sogar noch einen Schritt weiter und begrenzte den Nutzen der neuen Drehleiter und des Lichtmastanhängers nicht nur auf die Stadt Oettingen, sondern auf den ganzen Landkreis. „Dass die Stadt Oettingen und der Landkreis Donau-Ries um so ein hochmodernes Fahrzeug reicher sind, ist ein klares Zeichen für die Sicherheit des Zivilschutzes.“
Freistaat, Landkreis und Feuerwehrverein beteiligen sich an den Kosten
Solch modernes Gerät hat jedoch auch ihren Preis. Über eine Million Euro wurden für Drehleiter und Lichtmastanhänger fällig, wobei der Großteil mit 1,037 Millionen Euro auf die Drehleiter entfällt. Der Lichtmastanhänger kommt auf 72.000 Euro, was komplett von der Stadt bezahlt wurde.
Bei der Drehleiter profitierte man von Fördergeldern des Freistaates Bayern mit knapp 300.000 Euro. Auch der Landkreis Donau-Ries (176.000 Euro) sowie der Feuerwehrverein FFW Oettingen (30.000 Euro) beteiligten sich an der Finanzierung. Dazu konnte der Anschaffungspreis noch gesenkt werden, da mit Diedorf eine Partnerfeuerwehr gefunden wurde, die ein baugleiches Fahrzeug abnahmen. Dennoch blieb für Oettingen noch eine Beteiligung von über 500.000 Euro.
Eine Investition, für die sich Kreisbrandrat Heinz Mayr explizit bei der Stadt bedankte: „Mein Dank gilt an dieser Stelle dem Stadtrat mit Bürgermeister Thomas Heydecker an der Spitze für die weitsichtige Entscheidung bezüglich des Brand- und Katastrophenschutzes in ihrer Stadt.“
Technische Daten der neuen Drehleiter
Bei der Drehleiter handelt es sich um ein Fahrzeug des österreichischen Unternehmens Rosenbauer, welches bereits seit über 160 Jahren Feuerwehrtechnik anbietet. Das Fahrzeug hat ein Gewicht von 14,8 Tonnen, die Drehleiter kann bis auf 32 Meter ausgefahren werden. Im Korb finden maximal fünf Personen à 90 kg (Gesamtgewicht: 450 kg) Platz. Zudem kann der Korb über ein Gelenk auch bei ausgefahrener Leiter bis zu einem gewissen Grad abgesenkt werden, was vor allem in der historischen Altstadt Oettingens mit seinen engen Gassen von Vorteil sein kann.
Als Bedienung sind drei Einsatzkräfte auf dem Wagen vorgesehen, die den elektronischen Wasserwerfer im Korb notfalls auch vom Boden lenken können. Dazu kommen noch weitere Gerätschaften wie Atemschutz oder Äxte auf dem Fahrzeug. Einsatzbereit vor Ort ist das Fahrzeug in rund einer Minute.
Der neue Lichtmastanhänger: Licht rettet Leben
Der Lichtmastanhänger ist mit einem Gewicht von 2,8 t wesentlich kleiner, aber nicht weniger wichtig, wie der Landtagsabgeordnete Wolfgang Fackler betonte. „Das ist kein Luxus oder eine Komfortfrage. Licht rettet ebenfalls Leben.“ Dazu kann die Lichtmastanlage auf bis zu acht Meter ausgefahren werden und bringt eine Leistung von 180.000 Lumen. Zusätzlich kann der Anhänger als Stromaggregat dienen. Mit einer Leistung von 60 kVA kann auch unter schwierigen Bedingungen Strom für Geräte oder Einsatzmittel bereitgestellt werden. Gezogen wird der Anhänger von Gerätewagen Logistik.