17. Februar 2022, 14:29
Corona-Virus

Start der PCR-Pooltestung in den Donau-Rieser Kitas

Symbolbild Bild: pixabay
Zwei Wochen nach dem Start der Pooltestungen in den Kitas des Landkreises Donau-Ries zieht der Landkreis ein erstes Fazit über die bisherigen Erfahrungen.

Seit Anfang Februar 2022 wird in 55 Kindertagesstätten im Landkreis eine PCR-Testung im sogenannten Poolverfahren durchgeführt. Weitere Einrichtungen steigen Anfang März ein. "Ohne den engen Schulterschluss mit allen Trägern, Kitas und Eltern wäre der Start der PCR-Pooltestung nicht möglich gewesen, dafür herzlichen Dank an alle Beteiligten", so Landrat Stefan Rößle.

Der Landrat weist darauf hin, dass im Vorfeld die Einrichtungsleitungen in Kooperation mit dem Labor und den Mitarbeiterinnen des Amtes für Jugend und Familie zahlreiche logistische Herausforderungen, die viel Zeit erforderten, meistern mussten. Vor Einführung der Tests wurden etliche Fragen gestellt, Eltern mussten Einverständniserklärungen unterschreiben und viele Aufklärungsgespräche waren nötig.

Wie genau funktioniert das?

PCR-Tests gelten als der „Gold-Standard“ unter den Tests, da sie sehr zuverlässig in der Diagnose sind. Da diese Tests hochempfindlich sind, können auch mehrere Personen gleichzeitig getestet werden, was die Kosten erheblich senkt und die Laborkapazitäten schont. Dazu werden im Labor mehrere Einzelproben vermischt, zu dem sogenannten Pool. Dieser Pool wird im PCR-Gerät wie eine Einzelprobe ausgewertet. Ist diese negativ, heißt das, dass alle Proben in dem Pool negativ sind. Ist der Pool positiv, werden die Rückstellproben einzeln ausgewertet, damit die infizierte Person gefunden wird. Bei einem positiven Pool erfolgt die Auswertung und Meldung der Einzelproben am Folgetag. Die Pool-Testungen werden zweimal wöchentlich, montags und donnerstags, durchgeführt. Einrichtungen, die nicht an diesem Verfahren teilnehmen, erfüllen die Testpflicht mit Antigen-Selbsttests, die die Kinder zuhause durchführen.

Worin liegen die Vorteile?

Der Vorteil der PCR-Tests gegenüber der Methode der Selbsttestung liegt klar auf der Hand. Das Verfahren bietet sowohl den Eltern als auch den Mitarbeitenden in den Kindertageseinrichtungen ein viel höheres Maß an Sicherheit. Die Durchführung der Tests durch die sogenannten Lollis ist sehr einfach und schonend für die Kinder. Durch das frühe Herausfiltern infizierter Personen können Infektionsketten rasch unterbrochen werden. Bislang wurden bei den ersten Testungen im Landkreis im Durchschnitt 15 Pools von gesamt 189 Pools positiv gemeldet. Dabei waren bei einem positiven Pool jeweils zwischen ein und maximal vier Personen infiziert. Bei einzelnen Rückstellproben eines positiven Pools konnten zwischen ein und drei Einzeltestungen nicht eindeutig als negativ bestimmt werden. Bei den nicht eindeutig negativ gemeldeten Ergebnissen ist von einer geringen Virenlast der Betroffenen und einer (noch) nicht eindeutigen Infektion auszugehen. Die Weiterentwicklung der Anzahl positiver Pools wird von allen Betroffenen mit Spannung erwartet.

Trotz allem nicht perfekt

Doch trotz vieler Vorteile gibt es auch bei diesem Verfahren Knackpunkte. Ungünstig ist etwa, dass die Ergebnisse der Einzeltestungen aus einem Pool erst mitten in der Nacht ankommen und sowohl für die Mitarbeitenden der Kitas als auch für die Eltern eines positiven Pools über einige Stunden die Frage offen lässt, wie viele Kinder von einer positiven Einzeltestung betroffen sind. Bei gehäuften Infektionen (20 Prozent der Kinder einer Gruppe) ist die Schließung für fünf Tage möglich. Für viele Eltern stellt die spontane Suche nach einer anderen Betreuungsmöglichkeit eine große Herausforderung dar. (pm)