1. März 2021, 11:19
Protest

Nördlinger Wirte wollen eine Öffnungsperspektive

Mit der Aktion vor der Schranne in Nördlingen machten am Montag Ulrich Raab, Sonja Dambacher (links, beide Schlössle Nördlingen) und Michael Dambacher (La Fontana Nördlingen) als Stellvertreter einer ganzen Reihe von Nördlinger Gastronomen auf ihre schwierige Lage aufmerksam. Bild: Maximilian Bosch
Die bundesweite Aktion "Gedeckter Tisch" des bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands (BHG) fand heute auch in Nördlingen statt, wo örtliche Gastronomen mit einem gedeckten Tisch still protestierten.

"Wir haben null Perspektive", klagt Ulrich Raab vom Schlössle Restaurant Nördlingen. Seit November befinden sich gastgewerbliche Betriebe im Lockdown, ein Ende ist nicht in Sicht. Bei der letzten Ministerkonferenz zur Corona-Pandemie sei man nicht einmal erwähnt worden, sagt der Nördlinger Küchenmeister. Im Vorfeld der Bund-Länder-Gespräche am Mittwoch, 3. März, wollen Gastronomen in ganz Deutschland daher mit einem gedeckten Tisch an zentraler Stelle still protestieren. 

In Nördlingen stand der Tisch vor der Alten Schranne, beziehungsweise vor der Pizzeria La Fontana. Inhaber Michael Dambacher gehört ebenfalls zu den Nördlinger Gastronomen, die sich an der Aktion beteiligen. Mit dabei sind außerdem das Kleibls Restaurant am Daniel, die Bar Alexanderplatz, das NH Hotel Klösterle und das Café Altreuter.

Michael Dambacher stört sich an der stiefmütterlichen Behandlung des Gastgewerbes durch die Politik. Wenn Daimler oder BMW husten, sei der Staat sofort mit Finanzhilfen zur Stelle. Er als Gastronom müsse hingegen weiter auf die Hilfen für Januar und Februar warten. "Dabei sind die Umsätze in der Gastronomie in Deutschland höher als die in der Automobilindustrie", so Dambacher. 

Er und Ulrich Raab müssen laut eigener Aussage drei bis vier Monate vorfinanzieren, weil die staatlichen Hilfen zu spät kommen. Viele andere Betriebe könnten das nicht leisten. Raab gibt außerdem zu bedenken, dass an der Gastro noch viele weitere Unternehmen hängen, zum Beispiel Brauereien, Großmärkte und Landwirte. Verlässliche Perspektiven und verantwortliche Szenarien für das Gastgewerbe würden auch den Zulieferern helfen.

Weitere Aktionen noch diese Woche

Im Laufe der Woche will das Bündnis der Nördlinger Gastronomen mit weiteren Aktionen auf sich aufmerksam machen. Zum Beispiel soll mit Pappkameraden vor der Schranne gezeigt werden, was aktuell verloren geht. Am Samstag, 6.März, ab 9 Uhr, werden an gleicher Stelle außerdem Getränke mit ablaufendem Mindesthaltbarkeitsdatum verschenkt - die Aufmerksamkeit dürfte den Gastwirten damit sicher sein.