Das THW unterstützt bei größeren Unglücken, etwa nach Unfällen oder Unwettern. Viele der Geräte und Methoden sind speziell darauf ausgelegt, Menschen aus lebensbedrohlichen Situationen zu retten oder Gebäude zu sichern. Damit im Einsatz alles glatt läuft, sind solche gemeinsamen Übungen wichtig.
Leitern sind nicht nur zum Klettern
Im Mittelpunkt der Ausbildung stand unter anderem die Rettung von Menschen aus schwierigen Situationen. Wie bringt man eine verletzte Person aus dem ersten Stock ins Erdgeschoss, wenn die Treppe nicht mehr sicher ist? Genau das wurde in Hoppingen geübt. Die Einsatzkräfte zeigten einfache, aber effektive Techniken, um Menschen schonend zu retten. Dabei werden Leitern nicht nur zum Klettern verwendet, sondern unter anderem als Hebel verwendet, um Verletzte nach unten zu bringen. Für Außenstehende spannend: Es ist nicht immer hochmoderne Technik, sondern oft gekonnte Handgriffe mit einfachem Material und Teamarbeit.
Zwei solcher Techniken sind die „schiefe Ebene“ und der „Leiterhebel“. Bei der sogenannten „schiefen Ebene“ wird zum Beispiel durch mehrere Leitern eine stabile Fläche gebildet, über die die Person abgelassen werden kann. Beim „Leiterhebel“ wird die Leiter wie ein Hebel eingesetzt. Anschließend wird sie von den Einsatzkräften kontrolliert nach unten gekippt.
Techniken für Rettung und sicheres Arbeiten an beschädigten Gebäuden
Ein weiterer Schwerpunkt war das Öffnen von Wänden. Mit druckluftbetriebenen Werkzeugen konnten die Teilnehmenden üben, gezielt Durchbrüche zu schaffen. Das ist wichtig, wenn verschüttete oder eingeschlossene Personen schnell erreicht werden müssen. Auch das Sichern von beschädigten Gebäuden wurde geübt. Mit Holzbalken entstanden stabile Stützkonstruktionen, die verhindern, dass Teile eines Hauses weiter einstürzen. Solche Maßnahmen können entscheidend sein, um Einsatzkräften ein sicheres Arbeiten zu ermöglichen.
Zum Abschluss ging es um hydraulische Rettungsgeräte. Dazu gehören Schere und Spreizer. Diese Werkzeuge werden zum Beispiel bei Verkehrsunfällen eingesetzt. Mit der Schere lassen sich Metallteile durchtrennen, der Spreizer drückt Bauteile auseinander, um eingeklemmte Personen zu befreien.
Positive Resonanz der Beteiligten
Die Übung stieß auch bei den Menschen vor Ort auf Interesse. Anwohner aus Hoppingen nutzten die Gelegenheit, sich ein Bild von der Arbeit der Einsatzkräfte zu machen und verfolgten die Ausbildung vor Ort.
Auch von den beteiligten Feuerwehren gab es durchweg positives Feedback. Der 2. Kommandant der Feuerwehr Hoppingen, Jonas Schmidbaur, fasste den Tag zusammen: „Es war ein sehr schöner lehrreicher Samstag. Vor allem der Leiterhebel und allgemein zu sehen, wie das THW arbeitet und ausgerüstet ist. Uns hat es allen Spaß gemacht.“ Der 1. Kommandant der Feuerwehr Großsorheim, Michael Faul, ergänzte: „Wir können uns dem nur anschließen. Es war eine sehr interessante und kurzweilige sowie lehrreiche Übung. Wir durften die verschiedenen Vorgehensweisen austauschen und haben dazu gelernt. Aus meiner Sicht gerne wieder.“ Wieder einmal hat sich gezeigt: Ein solcher Ausbildungstag ist nur mit Unterstützung möglich. "Ein besonderer Dank gilt dem Eigentümer des Übungsobjektes, der das Gelände zur Verfügung gestellt und damit diese Ausbildung erst ermöglicht hat. Ebenso bedankt sich das THW bei den Feuerwehren Hoppingen und Großsorheim für die engagierte Teilnahme und die gute Zusammenarbeit", erklären die Verantwortlichen zum Abschluss. (dra)