Fördergelder

Von Dorfbrunnen bis Kunstwochenende: Bunter Strauß an Leader-Förderideen

LAG-Vorsitzender Günther Pfefferer (li.) und LEADER-Koordinator Erich Herreiner (5.v.r.) freuen sich mit den Projektträgern über eine erfolgreiche Sitzung mit Fördermittelzusagen. Bild: LAG Monheimer Alb - AltmühlJura e. V.
Mit einem klaren Signal für das ehrenamtliche Engagement als tragende Säule der Regionalentwicklung hat der Exekutivausschuss der LAG Monheimer Alb-AltmühlJura erneut zahlreiche Kleinprojekte auf den Weg gebracht.

Der Vorsitzende Günther Pfefferer, Bürgermeister der Stadt Monheim, konnte dazu LEADER-Koordinator Erich Herreiner vom AELF Nördlingen-Wertingen begrüßen und bedankte sich zudem bei Ottings Bürgermeister Wolfgang Lechner sowie dem Schützenverein St. Hubertus für die Nutzung des Schützenheimes.

Geschäftsführerin Melanie Pruis-Obel begann mit einem deutlichen Appell zur aktiven Nutzung der noch verfügbaren Fördermittel in Höhe von rund 660.000 Euro: „Die Zeit drängt, da nicht gebundene Gelder ab Anfang 2027 in einen bayernweiten Topf zurückfließen. Wir wollen die Fördermittel in unserer Region halten.“ Die LAG ruft deshalb ausdrücklich dazu auf, schnell neue Einzelprojekte einzureichen. Wer zu lange wartet, riskiert, dass wertvolle Gelder der Region verloren gehen.

Einsteigen in die Kooperation ist noch möglich

Mit dem Kooperationsprojekt „SommerRaum PLUS“ richtet die Region den Blick verstärkt auf die Folgen des Klimawandels. Gemeinsam mit sieben weiteren LEADER-Regionen in Schwaben und Oberbayern sollen sogenannte „resiliente Orte“ entstehen, die besser mit Hitze und extremen Wetterbedingungen umgehen können. Ein erstes Beispiel ist bereits in Planung: Grüne Inseln mit mobilen Bäumen sollen künftig in der Monheimer Innenstadt für Schatten und ein angenehmeres Mikroklima sorgen. Die Entscheidung fiel einstimmig zugunsten einer Teilnahme. Ein Einsteigen in die Kooperation ist noch möglich: Interessierte Kommunen und Organisationen können sich bis 11. Mai bei der Geschäftsstelle melden. Großes Interesse galt dem geplanten Neubau eines Schlacht- und Verkaufsraums in Fünfstetten. Schäfer Franz Rupprecht stellte sein Vorhaben vor, das nicht nur die regionale Wertschöpfung sichern, sondern auch die Verarbeitung von Wolle stärken soll. Als letztem Schlachtbetrieb für Lämmer und Schafe im Landkreis Donau-Ries kommt dem Projekt eine besondere Bedeutung zu. Neben wirtschaftlichen Effekten sahen die
Ausschussmitglieder auch den Beitrag zur Landschaftspflege und zum Naturschutz. Das Gremium sprach sich einstimmig für die grundsätzliche Unterstützung aus, die Entscheidung soll nach Ermittlung der Kosten in der nächsten Sitzung fallen.

Region steht vor wichtigen Entscheidungen

Ein Herzstück der Sitzung bildete erneut das Programm „Unterstützung Bürgerengagement“. Seit 2025 wurden bereits 15 Maßnahmen gefördert – nun kamen sechs weitere hinzu. Die Bandbreite zeigt, wie vielfältig das Engagement in der Region ist: Ein Videotagebuch des Freundschaftskreises Frankreich soll die über 50-jährige Freundschaft zwischen Wolferstadt und Sornay dokumentieren. Das Projekt soll die jüngere Generation gezielt ansprechen und auch Hilfestellungen für den Aufbau und Erhalt von Ortspartnerschaften geben. Das Dorflädle Ebermergen plant eine nachhaltige Umgestaltung mit moderner Wursttheke zur Entlastung der Ehrenamtlichen und wird die Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen daraus in einem Erfahrungsbericht für andere Dorfläden bereitstellen. Mit ehrenamtlichen Aktionen unter dem Titel „Zukunft Wandern“ möchte das Erholungsgebiet Monheimer Alb e.V. neue Wanderbeschilderungen mit QR-Codes anbringen und damit Tourismus und Digitalisierung verbinden. Der Schulgarten des Obst- und Gartenbauvereins Neudorf wird erweitert, um Kindern mehr Sicherheit zu bieten. In Harburg entsteht mit „Art to go“ ein inklusives Kunstwochenende, bei dem – in Abstimmung mit der LAG – einige Aktionen auch unter dem LAG-Thema „Heimat“ stehen werden. Der Krieger-, Soldaten- und Kameradenverein Großsorheim plant einen Dorfbrunnen als neuen Treffpunkt. Alle Projekte wurden einstimmig beschlossen und werden nun mit Förderbeträgen zwischen 1.000 und 2.500 Euro unterstützt.

Trotz der positiven Entwicklung kündigte die Geschäftsführung einen Strategiewechsel an: Um größere Förderprojekte ausreichend begleiten zu können, wird die Vergabe von Mitteln im Kleinprojektefonds Unterstützung Bürgerengagement vorübergehend ausgesetzt. Ziel ist es, verstärkt größere Einzel- und Kooperationsprojekte im Förderverfahren zu begleiten, bevor die Frist 2027 abläuft. Bereits eingereichte und neu hinzukommende Ideen für Kleinprojekte sollen jedoch auf einer Warteliste bleiben. Eines wurde am Ende der zweistündigen Sitzung deutlich: Die Region steht vor wichtigen Entscheidungen – und verfügt gleichzeitig über ein starkes Fundament aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern, kreativen Ideen und klaren Zielen. Eine Projektträgerin fasste ihre Eindrücke des Abends zusammen: „Es ist beeindruckend zu sehen, was bis jetzt schon passiert ist und was es bei uns alles gibt!“ (dra)