Stadt Wemding

Wemding stellt Weichen für die Zukunft: Bürgerversammlung zeigt Fortschritte und Perspektiven

Bild: Doris Dollmann
Am Mittwoch fand in Wemding eine Bürgerversammlung statt. Dabei wurde deutlich, wie groß der Wunsch nach Mitsprache ist – besonders bei Projekten, die schon länger auf der Agenda stehen.

Der Saal ist voll, noch bevor es losgeht. Gespräche laufen durcheinander, jemand winkt quer durch die Reihen, Stühle scharren über den Boden. Als der Bürgermeister, Dr. Martin Drexler, ans Mikrofon tritt, wird es nach und nach ruhiger. Die erste Bürgerversammlung nach der Kommunalwahl nimmt Fahrt auf.

Zu Beginn richtet sich der Blick auf das, was in den vergangenen Jahren entstanden ist: Das Feuerwehrhaus, die Energieversorgung und der Kindergarten St. Marien stehen stellvertretend für eine Phase intensiver Bautätigkeit. Zustimmung zeigt sich im Saal vor allem dort, wo Projekte verlässlich umgesetzt wurden und konkrete Ergebnisse sichtbar sind. Hier ein Nicken, dort ein leises „stimmt“. Man merkt: Das sind keine abstrakten Projekte, das sind Dinge, an denen man täglich vorbeikommt.

Einzelne Projekte bewegen die Bürgerschaft

Spürbar still wird es beim Thema Starkregen. Der Bichelweg in Amerbach ist vielen ein Begriff, die Situation dort sorgt seit Längerem für Gesprächsstoff. Wasser sucht sich seinen Weg, Keller laufen voll, einfache Lösungen greifen kaum. Nun liegt ein konkreter Ansatz auf dem Tisch: Eine Entwässerung über ein Privatgrundstück soll Abhilfe schaffen. Die nötigen Schritte dafür sind bereits eingeleitet, was einen wichtigen Fortschritt für alle Betroffenen bedeutet.

Richtig lebendig wird es beim Radweg Richtung Wolferstadt. Kaum angesprochen, gehen erste Hände nach oben. Sicherheit für Schülerinnen und Schüler steht im Raum, direkt gefolgt von Bedenken aufgrund von Eingriffen in die Natur. Die Wortmeldungen kommen ohne Umschweife, teilweise aus verschiedenen Ecken gleichzeitig. Es ist keine allzu hitzige Stimmung, aber doch eine, die deutlich zeigt, dass das Thema tief sitzt. An diesem Abend entsteht keine klare Richtung, dafür jedoch ein deutliches Gefühl, dass hier noch weiter gerungen wird.

Veranstaltungen und Tourismus prägen die vergangenen Monate

Zwischendurch drängen sich immer wieder die scheinbar kleineren Themen nach vorne: parkende Autos, die Wege blockieren, Plakate, die plötzlich ohne Genehmigung in der Stadt hängen. Ein Friedhof, der als Ruheort gesehen wird und genau so genutzt werden soll. Es sind diese Momente, in denen solche Versammlungen am greifbarsten werden, weil jeder im Raum dazu sofort ein Bild im Kopf hat.

Einen ganz anderen Ton bringt der Blick auf Veranstaltungen und Tourismus. Märkte, Feste und Aktionen zogen sich durch das Jahr 2025 und das erste Quartal 2026 und tragen zur Atmosphäre in der Stadt bei: der Ostermarkt mit Bulldogtreffen, der Fuchsienmarkt, das Waldseefest, das Ü60-Oktoberfest, um nur einige zu nennen. Gleichzeitig wird deutlich, wie viel Organisation dahintersteckt. Geeignete Fieranten zu finden, gestaltet sich zunehmend schwierig, auch im gastronomischen Bereich fehlen oft Anbieter. Erste Ideen für Änderungen werden angesprochen – keine fertigen Lösungen, eher ein gemeinsames Suchen nach Wegen, wie diese Veranstaltungen lebendig bleiben.

Ergänzt wird das durch den Energie-Parcours, den offiziellen Lieblingsplatz des Bürgermeisters, der als ruhiger Gegenpol zu den Veranstaltungen gedacht ist – ein Angebot für Entspannung und bewusstes Erleben, das weiter ausgebaut werden soll.

Kein fertiges Ergebnis, sondern klare Gedanken

Auch beim Blick nach außen zeigt sich Bewegung. Wemding setzt verstärkt auf eigene Werbung: Das Stadtprospekt ist im Umlauf, das Wemding nach außen trägt, und doch schreitet es hier zunehmend digital voran, denn die Wemding-App sorgt für Gesprächsstoff. Die Idee überzeugt viele: aktuelle Infos direkt auf das Handy, schnelle Hinweise bei Änderungen oder Veranstaltungen. In der Praxis hakt es dezent, was auf Verständnis trifft, aber auch auf den klaren Wunsch, hier nachzubessern.

Zum Ende hin wird es ein letztes Mal konkreter. Das Schlosshofareal wird Thema. Zentrale Lage, viel Platz, viele Möglichkeiten. Die Stimmen werden ruhiger, aber bestimmter. Das Verlangen nach Mitsprache steht deutlich im Raum. Die Ankündigung einer eigenen Veranstaltung hierzu wirkt wie ein Punkt, auf den sich die meisten Anwesenden einigen können.

Als die Versammlung langsam auseinandergeht, bilden sich kleine Gruppen. Gespräche laufen weiter, einzelne Themen werden noch einmal aufgegriffen. Genau darin liegt das eigentliche Bild dieses Abends: kein fertiges Ergebnis, sondern klare Gedanken, die in der Stadtverwaltung und Bürgerschaft nachwirken.