2. Oktober 2018, 16:28

Darf man das sagen? Was darf man noch sagen?

Sami Omar las anlässlich der interkulturellen Woche aus seinem aktuellen Buch „Sami und die liebe Heimat – 18 Artikel gegen Gleichgültigkeit und Rassismus“ vor.

Bild: Caritas Augsburg/Anja Reiner
Auf Initiative der Flüchtlings- und Migrationsberatung des Caritasverbands für die Diözese Augsburg e.V. war am vergangenen Freitag, den 28. September Sami Omar in der Stadtbibliothek Donauwörth zu Gast. Der Autor mit eritreischen Wurzeln kam im Alter von zwei Jahren nach Deutschland, wuchs in einer Pfarrersfamilie in Baden-Württemberg auf und las anlässlich der interkulturellen Woche aus seinem aktuellen Buch „Sami und die liebe Heimat – 18 Artikel gegen Gleichgültigkeit und Rassismus“.
Donauwörth - Mit Anekdoten und Begebenheiten aus seinem Leben schilderte er anschaulich, humorvoll, aber auch ehrlich und ergreifend den Rassismus, der ihn schon sein Leben lang begleitet. Es sind nicht immer unbedingt die offensichtlich rassistischen Kommentare, sondern auch lediglich unbedachte Aussagen, die verletzend und eben doch rassistisch sein können.
Wichtig in der Rassismus-Diskussion, die häufig von Unbeteiligten, statt von und mit Betroffenen geführt werde, sei, wie die Menschen sich selbst sehen und nicht, wie sie von außen gesehen werden. Dennoch dürfe man sich nicht in der Debatte verfangen. Es gehe darum, Feingefühl zu entwickeln und offen zu sein für kulturelle, ethnische und religiöse Diversität, die in Deutschland zwar Realität, aber noch nicht Normalität sei.
Der Erlös der Veranstaltung wurde zur Unterstützung für Flüchtlinge in Donauwörth an den Verein Aktion Anker e.V. gespendet. Im kommenden Jahr ist aufgrund des großen Interesses im Rahmen der interkulturellen Woche 2019 in Kooperation mit der Stadtbibliothek Donauwörth eine Wiederholung geplant. (pm)