58% der Menschen in Deutschland berichten von Schlafbeschwerden. Frauen sind dabei etwas häufiger betroffen als Männer. Einschlafprobleme, häufiges nächtliches Aufwachen oder das Gefühl, morgens wie gerädert aufzuwachen, gehören für viele zum Alltag. Dabei wird häufig unterschätzt, wie wichtig erholsamer Schlaf für die Gesundheit ist.
„Nimm den Stress nicht mit ins Bett“ – sagt die Direktorin Michaela Kluger von der AOK Donau-Ries. Während wir schlafen, ist unser Körper keineswegs inaktiv. In den Nachtstunden laufen zahlreiche Regenerations- und Reparaturprozesse ab. Das Gehirn verarbeitet Informationen und Erlebnisse des Tages, das Immunsystem wird gestärkt und wichtige Stoffwechselvorgänge werden reguliert. Auch Muskeln, Organe und das Herz-Kreislauf-System nutzen die Ruhephase, um sich zu erholen. Wer ausreichend schläft, fühlt sich tagsüber fitter, kann sich besser konzentrieren und bewältigt Belastungen häufig leichter.
Experten empfehlen Erwachsenen in der Regel sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht. Allerdings gibt es individuelle Unterschiede. Entscheidend ist nicht allein die Schlafdauer, sondern vor allem die Qualität des Schlafs.
Wer regelmäßig durchschläft und erholt aufwacht, profitiert von den positiven Auswirkungen einer guten Nachtruhe.Die Folgen von Schlafmangel können weitreichend sein. Bereits nach wenigen Nächten mit zu wenig Schlaf sinken Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit. Viele Betroffene berichten über Müdigkeit, Gereiztheit und eine geringere Belastbarkeit. Gleichzeitig steigt das Risiko für Fehler und Unfälle im Alltag, am Arbeitsplatz oder im Straßenverkehr.
„Langfristig kann schlechter Schlaf auch die Gesundheit beeinträchtigen“ – sagt Jonas Landes von der AOK Donau-Ries. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass anhaltender Schlafmangel das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes erhöhen kann. Darüber hinaus wirkt sich Schlafmangel negativ auf die psychische Gesundheit aus. Wer dauerhaft schlecht schläft, fühlt sich häufig gestresster und ist anfälliger für emotionale Belastungen.
Um die Schlafqualität zu verbessern, helfen oftmals bereits einfache Maßnahmen. Wichtig ist ein möglichst regelmäßiger Schlafrhythmus. Wer jeden Tag etwa zur gleichen Zeit ins Bett geht und aufsteht, unterstützt die innere Uhr des Körpers. Auch an Wochenenden sollten die Schlafzeiten möglichst nicht stark von den gewohnten Zeiten abweichen.
Jonas Landes meint auch: „Für einen guten Schlaf spielt zudem die Schlafumgebung eine wichtige Rolle“. Das Schlafzimmer sollte ruhig, dunkel und gut gelüftet sein. Eine angenehme Raumtemperatur sowie eine passende Matratze können ebenfalls zu einer besseren Nachtruhe beitragen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Umgang mit digitalen Medien. Viele Menschen nutzen Smartphones, Tablets oder Fernseher bis kurz vor dem Einschlafen. Das helle Bildschirmlicht kann jedoch die natürliche Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin beeinträchtigen und das Einschlafen erschweren. Daher empfiehlt es sich, mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen auf digitale Geräte zu verzichten und stattdessen beispielsweise zu lesen oder Entspannungsübungen durchzuführen.
Auch Bewegung fördert einen gesunden Schlaf. Regelmäßige körperliche Aktivität kann das Einschlafen erleichtern und die Schlafqualität verbessern. „Intensive sportliche Belastungen sollten jedoch möglichst nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen stattfinden“ sagt Jonas Landes.
Wer über einen längeren Zeitraum unter Schlafproblemen leidet oder sich trotz ausreichender Schlafdauer dauerhaft erschöpft fühlt, sollte medizinischen Rat einholen. Oft lassen sich die Ursachen erkennen und gezielt behandeln.
Die AOK Bayern bietet für das Thema Schlaf und Stressbewältigung digitale Angebote und Apps wie den 100 Prozent erstattungsfähigen Meditations- u. Entspannungskurs von „7Mind“ sowie die kinderfreundliche Aumio-App für besseren Schlaf bei Kindern.