Zum 25. Jubiläum des Wudzdog Open Airs in Dornstadt erwartet die Besucher vom 4. bis 7. Juni 2026 nicht nur ein hochkarätiges Musikprogramm, sondern auch ein Blick in die Mobilität der Zukunft. Erstmals wird auf einem europäischen Festival das autonome Elektro-Shuttle „BumbleB“ der Bertrandt Group präsentiert.
Vom Insolvenzkandidaten zum Zukunftsprojekt
Hinter dem Projekt steckt eine besondere Geschichte. Die Fahrzeuge stammen ursprünglich vom französischen Hersteller EasyMile. Nachdem das Unternehmen Insolvenz anmeldete, standen mehrere autonome Shuttlefahrzeuge ungenutzt still. „Die Server wurden abgeschaltet, die Fahrzeuge waren praktisch wertlos“, erzählt Tobias Härpfer, technischer Projektleiter bei Bertrandt. Statt die Technik aufzugeben, kaufte das Unternehmen Fahrzeuge aus der Insolvenzmasse und entwickelte sie mit eigener Rechnertechnik sowie der Open-Source-Software Autoware weiter. So wurde aus einem gescheiterten Projekt ein neues Zukunftsmodell.
Möglicher Lösungsansatz für den ländlichen Raum
Was zunächst als Demonstrationsobjekt gedacht war, entwickelte sich schnell zu einer ernsthaften Vision für den öffentlichen Nahverkehr. Hintergrund ist hierbei der zunehmende Mangel an Busfahrern, insbesondere in ländlichen Regionen. „Genau dort sehen wir den größten Bedarf“, sagt Härpfer. Autonome Shuttle könnten künftig die sogenannte letzte Meile übernehmen – also die Verbindung zwischen kleineren Ortschaften und zentralen Verkehrsknotenpunkten. Gerade Regionen wie das Ries mit vielen kleineren Dörfern seien dafür ideal geeignet.
Premiere auf dem Festivalgelände
Beim Wudzdog soll die Technik erstmals einem breiten Publikum vorgestellt werden. Das auffällige, hummelgelbe Shuttle bietet Platz für zwölf Personen - sechs Sitzplätze und sechs Stehplätze) und bewegt sich mithilfe von Kameras und Sensoren autonom. Da das Fahrzeug derzeit lediglich auf Automatisierungsstufe 2 unterwegs ist, bleibt ein Sicherheitsfahrer an Bord. Im Festivalbetrieb selbst wird das Shuttle allerdings vor allem zu Demonstrationszwecken eingesetzt, da die engen Wege zum Gelände und der Lieferverkehr besondere Anforderungen an die Sicherheit stellen.
150 Ehrenamtliche machen das Wudzdog möglich
Das Wudzdog Open Air selbst zählt seit Jahren zu den bekanntesten alternativen Festivals der Region. Veranstaltet von den Waldgeistern Dornstadt e.V., lockt es jährlich rund 2.500 Besucher an den Stöckenweiher bei Auhausen. Möglich gemacht wird das Festival von rund 150 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, von denen viele das gesamte Wochenende vor Ort verbringen und so die besondere familiäre Atmosphäre des Festivals prägen.
Bereits am Freitagmittag zeigten sich die Organisatoren äußerst zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Jubiläumswochenendes. Besonders das vielfältige Workshop-Angebot sei bei den Besucherinnen und Besuchern hervorragend angekommen. Angebote wie Yoga, Entspannungskurse und weitere Mitmachaktionen wurden schon in den Vormittagsstunden rege genutzt und sorgten für ein lebendiges Treiben auf dem Gelände.
Die größten Höhepunkte bleiben jedoch die Konzerte auf den verschiedenen Bühnen. Zum Jubiläum stehen unter anderem Dubioza Kolektiv, Mezerg, Ten Years After, Guru Guru und Götz Widmann auf dem Programm. Damit verbindet das Wudzdog einmal mehr internationale Acts mit seinem besonderen Woodstock-Flair und seiner entspannten Festivalatmosphäre.
Musik bleibt das Herzstück
Die größten Höhepunkte bleiben jedoch die Konzerte auf den verschiedenen Bühnen. Zum Jubiläum stehen unter anderem Dubioza Kolektiv, Mezerg, Ten Years After, Guru Guru und Götz Widmann auf dem Programm. Damit verbindet das Wudzdog einmal mehr internationale Acts mit seinem besonderen Woodstock-Flair und seiner entspannten Festivalatmosphäre.
Mit der Kombination aus Festivalflair und autonomer Mobilität könnte das Wudzdog 2026 weit über die Grenzen des Landkreises Donau-Ries hinaus Aufmerksamkeit erregen – als Musikfestival und zugleich als Testfeld für die Mobilität von morgen. Ob dies gelingt, wird sich allerdings erst im Nachgang zeigen.