13. März 2019, 09:20

230 neue Nistkästen für Wiedehopf und Wendehals

Die Vogelart Wiedehopf. Bild: Rosl Roessner/LBV Bildarchiv
Der Bestand von Wiedehopf und Wendehals ist seit Jahrzehnten stark rückläufig. Künstliche Nisthilfen sollen das Brutplatzangebot erhöhen, um den Bestand der beiden Vogelarten in Bayern zu stabilisieren und wenn möglich zu vergrößern.
Ein Exemplar der stark gefährdeten Vogelart Wendehals. Bild: Herbert Henderkes/LBV Bildarchiv

Um die beiden Vogelarten der Roten Liste wiederanzusiedeln, arbeiten der Landesbund für Vogelschutz (LBV), das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), vertreten durch den Bundesforstbetrieb Hohenfels, zusammen.

Flurbereinigungen, Flächenverbrauch und intensive Forst- und Landwirtschaft bewirken einen Rückgang des Nist- und Nahrungsangebots des Wiedehopfs. In Bayern ist der Bestand auf nur noch wenige Brutpaare zurückgegangen – der Wiedehopf ist vom Aussterben bedroht.

Wiederansiedlungsprojekt des LBV

Seit 2016 engagiert sich die LBV-Kreisgruppe Roth-Schwabach im Rahmen eines Artenschutzprojektes für Wiedehopf und Wendehals. Durch die Kooperation mit ornithologischen Arbeitsgruppen, der BImA, den Bundes- und Staatsforsten sowie dem LfU erstrecken sich die Aktivitäten mittlerweile über ganz Nordbayern.

LfU finanziert 230 Nistkästen

Finanziell vom LfU unterstützt konnten ehrenamtliche Vogelschützer des LBV bereits 230 Nistkästen anfertigen. Durch das Aushängen der Nisthilfen sollen Wiedehopfe, die sich im Frühjahr auf dem Durchzug befinden, wieder angesiedelt werden. „Wir nutzen die Nisthilfen für den Wiedehopf und erzeugen gleichzeitig Synergieeffekte für eine zweite bedrohte Art, den Wendehals“, freute sich Abteilungsleiter Christian Tausch vom LfU.

Der Wendehals ist eine Spechtart, deren Verbreitungsschwerpunkt in Nord-West-Bayern liegt. Er stellt ähnliche Ansprüche an seinen Lebensraum wie der Wiedehopf. Der Bestand des Wendehalses wird in Bayern auf 1.200 bis 1.800 Brutpaare geschätzt (2012).

Militärische Übungsplätze als Hotspots der Biodiversität

Auf den von der BImA verwalteten militärischen Übungsplätzen werden weder Dünge- noch Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Auf den offenen, trockenen und teilweise vegetationslosen Flächen findet der Wiedehopf noch genügend Nahrung und Lebensraum. Auf dem Gelände des Bundesforstbetriebs Hohenfels, einem der 17 Forstbetriebe des Geschäftsbereichs Bundesforst der BImA, wurden
40 Nistkästen aufgehängt. „Wir freuen uns, dass wir mit den Nistkästen einen Beitrag zum Schutz dieser bedrohten Vogelarten leisten können“, sagt Jörg Tuchbreiter, Betriebsbereichsleiter beim Bundesforstbetrieb Hohenfels.

Die Spannung unter den Beteiligten steigt, wenn die beiden Arten im April aus ihren afrikanischen Winterquartieren zurückkehren und dann hoffentlich die neuen Brutquartiere annehmen. Die Bundesförsterinnen und Bundesförster übernehmen anschließend mit fachlicher Unterstützung des LBV die Betreuung der Nistkästen und werden sie regelmäßig überprüfen.

Nistkästen in Kooperation mit der Sankt Johannes Stiftung angefertigt

Angefertigt wurden die vom Bundesforstbetrieb Hohenfels aufgehängten Nistkästen durch die Stiftung Sankt Johannes, einer kirchlichen Stiftung des öffentlichen Rechts, die in ihren Werkstätten rund 350 Menschen mit einer Behinderung beschäftigt. (pm)