12. Februar 2020, 17:04

Gebietsbetreuer sehen Entwicklung in der Naturschutzarbeit positiv

Gruppenfoto der Gebietsbetreuer beim Seminar in Laufen. Bild: Hannes Krauss
Die Gebietsbetreuung ist weiterhin auf Erfolgskurs. Mittlerweile gibt es in Bayern 65 Gebietsbetreuer, die in 56 ökologisch wertvollen Gebieten unterwegs sind. Gefördert werden die Gebietsbetreuer, die für unterschiedliche Träger arbeiten, vom Bayerischen Naturschutzfonds.

Im Landkreis Donau-Ries sind drei Gebietsbetreuungen aktiv: die Gebietsbetreuung Nördlinger Ries, Judith Kronberg, unter der Trägerschaft vom Rieser Naturschutzverein, der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried und dem Landkreis Donau-Ries, die Gebietsbetreuung Östliches Donauried, Michael Oblinger, unter Trägerschaft der Kreisgruppe Donau-Ries des BUND Naturschutz sowie die Gebietsbetreuung Lechtal. Sie ist mit Philipp Hornung und Claudia Gruber besetzt, hier ist der Träger der Verein Lebensraum Lechtal.

Die Sprecher aus allen bayerischen Regierungsbezirken haben nun die Einladung von Umweltminister Thorsten Glauber zu seinem Neujahrsempfang in der Residenz in München angenommen. Dort überreichten sie dem Staatsminister ihre neue Broschüre, in der nicht nur alle Gebiete vorgestellt sind, sondern auch in Wort und Bild eindrücklich über die Arbeit der Gebietsbetreuer gemäß ihrem Slogan „Naturschutz. Für Dich. Vor Ort“ berichtet wird. Sie ließen es sich auch nicht nehmen, dem Umweltministerium zum 50. Geburtstag ein Ständchen zu singen. Auf dem Empfang wurde den Gebietsbetreuern von vielen Seiten aus Politik, Verbänden und Wirtschaft großer Respekt für ihre Arbeit gezollt.

Schon wenige Tage später kamen fast alle Gebietsbetreuer, der Vorstand des Bayerischen Naturschutzfonds, Georg Schlapp, und Vertreter der Bezirksregierungen zu ihrer jährlichen Tagung in der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen zusammen. Großen Raum nahm dabei die durch das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und das Begleitgesetz von Staatsregierung und Landtag initiierte personelle Aufstockung  für den Arten- und Biotopschutz ein. Wolfram Güthler vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz (StMUV), der extra für diesen Tagesordnungspunkt angereist war, stellte die neuen Berufsbilder von Naturpark-Rangern, Biodiversitäts- und Wildlebensraumberatern vor und warb mit dem Begriff der wachsenden „Naturschutzfamilie“ für gute Zusammenarbeit. Wie schon im letzten Jahr, als gerade neue Stellen für die Naturpark-Ranger geschaffen wurden, waren sich die Gebietsbetreuer einig, dass eine personelle Aufstockung im Naturschutz nur zu begrüßen sei. Nur so könne man die wachsenden Aufgaben effektiv bewältigen und gute Ergebnisse erzielen. Allerdings sei es auch wichtig, dass die Zuständigkeiten und Aufgaben der einzelnen Akteure gut geklärt seien. Es ginge hierbei nicht um Abgrenzung im Sinne von Abschottung, sondern darum, dass man sich harmonisch ergänzen müsse. Hierfür seien, sobald die Stellen im Nachtragshaushalt 2020 durch den Landtag geschaffen werden, noch weitere Abstimmungsgespräche im Ministerium und mit den Bezirksregierungen geplant, bestätigte auch Wolfram Güthler. Hierbei möchten die Gebietsbetreuer gerne ihren großen Erfahrungsschatz einbringen, den sie im Feld der Naturschutzvermittlung, Projektbetreuung, Besucherlenkung, Artenschutz- und Artenhilfsprojekten bereits gesammelt haben.

In einem Workshop diskutierten die Gebietsbetreuer deshalb über ihre Erfahrungen, ihre besonderen Qualifikationen und über die Rolle, die sie in dieser neuen Konstellation von Akteuren einnehmen könnten. Damit sie auch weiterhin nach außen gut vertreten sind, wählten sie auf der Tagung neue Landessprecher, da Henning Werth (Allgäuer Hochalpen) und Franziska Jäger (Weltenburger Enge) für die Vertretung auf Landesebene nicht mehr zur Verfügung standen. Einstimmig wurden Isolde Miller und ihre Stellvertreter Jana Jokisch und Peter Riegg zu Landessprechern gewählt. Isolde Miller ist im Landkreis Lindau unter Trägerschaft des BUND Naturschutz Gebietsbetreuerin für Moore, Tobel und das Bodenseeufer. Jana Jokisch ist für das Landratsamt Pfaffenhofen zuständig für Wiesenbrütergebiete im Landkreis und Peter Riegg betreut im Landkreis Eichstätt für den Landschaftspflegeverband ökologische Beweidungsprojekte. Neue Bezirkssprecher wurden in Niederbayern Johannes Matt, in Schwaben Judith Kronberg und in Mittelfranken Till Scholl. Im Amt blieben Christiane Brandt in Unterfranken, Rudi Leitl in der Oberpfalz, Dirk Alfermann in Oberbayern und Rebekka Mayer in Oberfranken. (pm) 

Nähere Information zur Gebietsbetreuung in Bayern unter www.gebietsbetreuer.bayern.