Welche Bedeutung das Handwerk für die Region Nordschwaben und die Wirtschaft hat, wurde bei der gemeinsamen Freisprechfeier der Innungen Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Nordschwaben sowie der Metallinnungen Nordschwaben und Günzburg/Neu-Ulm eindrucksvoll sichtbar. In der Aula der Ludwig-Bölkow-Schule in Donauwörth versammelten sich Ehrengäste, Eltern, Freunde, Ausbildungsbetriebe und Lehrkräfte, um die 53 Nachwuchskräfte an diesem besonderen Tag zu feiern.
Armin Sinning, stellvertretender Obermeister der SHK-Innung Nordschwaben, begrüßte die Gäste und richtete sich besonders an die jungen Gesellen. „Dieser Tag, an dem Sie größere Verantwortung übernehmen, wird Ihnen sicher ein Leben lang im Gedächtnis bleiben“, sagte er. Der Gesellenbrief sei wie ein Ritterschlag für den weiteren Berufsweg. Gerade in Zeiten, in denen die Energieversorgung eine zentrale Rolle spiele, hätten sich die Absolventen für eine zukunftsträchtige Richtung entschieden. Das Handwerk biete enorme Chancen. Wer die Ausbildung gemeistert habe, wisse, dass der Gesellenbrief kein Endpunkt, sondern ein wichtiger Schritt sei. „Sie werden gebraucht. Sie sind die Lösung des Problems.“
Auch Schulleiterin Oberstudiendirektorin Anja Behnke gratulierte herzlich zur bestandenen Prüfung. Sie wünschte den Absolventen Erfolg für ihren weiteren Weg. Mit einem Zitat des Sozialphilosophen John Ruskin unterstrich sie die Bedeutung persönlicher Entwicklung: Der höchste Lohn für unsere Bemühungen sei nicht das, was wir erhalten, sondern das, was wir dadurch werden. Engagement und Leidenschaft seien der Schlüssel, um das erlernte Können künftig erfolgreich einzusetzen.
Die stellvertretende Landrätin Ursula Kneißl-Eder aus dem Donau-Ries betonte die unverzichtbare Rolle des Handwerks. „Es gibt keinen Button – ‚in den Warenkorb legen‘ – wenn man eine neue Heizung oder ein Balkongeländer braucht“, sagte sie. Dafür brauche es kompetente Fachkräfte. Sie äußerte den Wunsch, dass viele der jungen Gesellen der Region treu bleiben und ihre Fähigkeiten vor Ort einbringen.
Joachim Hien, Stellvertreter des Dillinger Landrats, zeigte sich erfreut über die vielen strahlenden Gesichter. Mit einem Augenzwinkern gab er den jungen Handwerkern mit auf den Weg: „Geben Sie Wärmepumpe – geben Sie Gas hat man ja nimmer.“
Stolz auf das eigene Werk
Kreishandwerksmeister Werner Luther hielt die Festansprache. Er hob hervor, wie wichtig es sei, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen. „Ich sehe mein fertiges Werk, das hat etwas Nachhaltiges“, sagte er. Dieses Gefühl erfülle mit Stolz und begleite ein Leben lang. Die Ausbildung in diesen Berufen verlange viel. Theorie und Praxis müssten Hand in Hand gehen. „Das ist kein Zuckerschlecken, das ist richtig schwer.“
Auch die Zeit der Ausbildung sei nicht immer einfach gewesen. Der Umgangston auf Baustellen könne, gerade wenn es schnell gehen müsse, rau sein. „Unsere Berufe sind nichts für Zauderer“, betonte Luther. Gefragt seien Engagement, Leistungsbereitschaft und Verstand. Wer dies mitbringe und Rückgrat zeige, sei im Handwerk genau richtig.
Für die Freisprechung bat Luther die 53 jungen Männer aufzustehen und sprach die traditionelle Formel. Er erinnerte daran, die neu gewonnene Freiheit wertzuschätzen und das Handwerk nicht nur als Job zu sehen, sondern als Fundament des eigenen Lebens. „Gutes Handwerk bleibt. Sie haben alles richtig gemacht.“
Im Anschluss wurden die Gesellenbriefe überreicht und die Prüfungsbesten geehrt. Zudem wurden vier Goldene Meisterbriefe sowie ein Ehrenmeisterbrief vergeben, in Anerkennung der jahrzehntelangen Leistungen für das Handwerk.
Den Schlusspunkt setzte Obermeister Johann Schneid von der Metallinnung Nordschwaben. (dra)
Prüfungsbester SHK:
- Tim Ulrich, Ausbildungsbetrieb Firma Seefried, Möttingen
Prüfungsbester Metall:
- Felix Süß, Ausbildungsbetrieb Firma Munk, Günzburg
Goldene Meisterbriefe
- Günther Wioncek, Lauingen
- Thomas Alt, Dillingen
- Erwin Neubauer, Wemding
- Herbert Hitzler, Villenbach
Ehrenmeisterbrief
- Stefan Schmid, Donauwörth