Ab 16:00 Uhr versammelten sich zahlreiche Gäste, Einsatzkräfte und Vertreter aus Politik und Kirche zur Einweihung des Gerätewagens für Atem- und Strahlenschutz. Für den musikalischen Rahmen sorgte ein Quartett der Knabenkapelle Nördlingen und verlieh der Veranstaltung eine festliche Atmosphäre. In seinen Begrüßungsworten hob Landrat Stefan Rößle die Bedeutung der Neuanschaffung hervor: „So ein Fahrzeug zu bekommen, auszurüsten und unterzustellen, das ist schon ein gewisser Meilenstein, nicht nur für die Feuerwehr in Nördlingen, sondern auch für das gesamte Sicherheitsnetz im Landkreis Donau-Ries.“
Auch Oberbürgermeister David Wittner und Kreisbrandrat Heinz Mayr würdigten in ihren Grußworten die Investition und das Engagement der ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Wittner sprach von einem „starken Signal für unseren Standort“ und von einer spürbaren Entlastung im Alltag der Feuerwehrleute. Denn bei mehr als 200 Einsätzen im Jahr zählt jede Minute.
Umsetzung nur Schritt für Schritt möglich
Im Mittelpunkt des Nachmittags stand die Vorstellung des neuen Fahrzeugs. Der rund neun Meter lange und 15 Tonnen schwere Gerätewagen vom Typ MAN TGM 15.290 ist ein echtes Spezialfahrzeug für den überregionalen Einsatz. Das künftige Aufgabenfeld: die Versorgung von Einsatzkräften mit Atemschutzgeräten, Druckluftflaschen und Masken, direkt vor Ort und genau dann, wenn sie gebraucht werden. Denn Rauch ist heute giftiger und aggressiver denn je, die Anforderungen an den Schutz der Einsatzkräfte sind entsprechend gestiegen. Darüber hinaus erweitert das Fahrzeug die Möglichkeit im Bereich Strahlenschutz. Neben spezieller Messtechnik gehören auch Chemieschutzanzüge zur Ausstattung. Die Beladung ist dabei klar strukturiert. Atemschutz, Strahlenschutz und Einsatzstellenhygiene, etwa Bereiche wie Reinigung und sichere Entkleidung nach belastenden Einsätzen sind abgedeckt.
Bis das Fahrzeug nun einsatzbereit war, vergingen mehrere Jahre. Bereits 2020 wurden erste Angebote eingeholt, ab Mai 2022 folgte eine intensive Planungsphase mit mehreren Entwürfen. Das endgültige Konzept, das rund 70 bis 80 Seiten umfasst, wurde im August 2023 festgelegt. Seitdem wurde Schritt für Schritt umgesetzt, was nun sichtbar vor den Gästen steht.
Pfarrer nehmen offizielle Segnung vor
Auch personell ist die Feuerwehr auf das neue Einsatzfahrzeug vorbereitet. 16 Kameradinnen und Kameraden kümmern sich künftig um das Fahrzeug, viele von ihnen sind bereits speziell ausgebildet, etwa für den Einsatz mit Chemieschutzanzügen, der eine besondere Qualifikation erfordert. Ein bewegender Moment war die Segnung des Fahrzeugs durch Pfarrer Dr. Philipp Beyhl und Stadtpfarrer Benjamin Beck, die von den Anwesenden mit Spannung verfolgt wurde. Im Anschluss klang die Veranstaltung in entspannter, ausgelassener Atmosphäre aus. Bei einem gemeinsamen Buffett wurde nicht nur gefeiert, sondern auch deutlich, dass dieses Fahrzeug mehr als nur Technik ist. Es ist ein weiterer wichtiger Baustein für die Sicherheit in der Region und mit ihm verbunden ist der Wunsch nach einer allzeit guten Fahrt und Einsätzen, die stets mit einem glücklichen Ausgang enden.