Ausgerechnet am Tag der Präsentation über Fortschritte in der Zulassungsstelle des Landratsamts Donau-Ries kommt es vor Ort zu einem kurzen Ausfall des Systems. „Es geht aktuell gar nichts“, räumt Landrat Stefan Rößle ein – nur Minuten nachdem er die potenziellen Verbesserungen der vergangenen Monate hervorhebt. Der Moment wirkt tatsächlich sinnbildlich: Die Behörde befindet sich mitten im digitalen und organisatorischen Umbau. Vieles läuft besser als noch vor wenigen Jahren – doch die Transformation bringt auch neue Herausforderungen mit sich.
Im Zentrum der Entwicklung steht die internetbasierte Fahrzeugzulassung (i-Kfz). „Seit dem 31.03.25 sind alle Vorgänge vollautomatisiert möglich“, sagt die Leiterin der Zulassungsstelle, Barbara Mayer. „Das heißt, mit den entsprechenden Dokumenten können Sie sofort losfahren.“ Trotz dieses Komforts bleibt die Nutzung verhalten: Der Anteil der Online-Vorgänge stieg zwar von 5,5 Prozent im Jahr 2024 auf 12,4 Prozent im Jahr 2025, doch Mayer ordnet ein: „Damit hat sich die Online-Zulassung zwar verdoppelt, aber wir liegen weiterhin in einem niedrigen zweistelligen Bereich.“ Zusätzliche Bezahlmöglichkeiten wie PayPal sollen hier für mehr Akzeptanz sorgen.
Anzahl der Fahrzeuge im Landkreis wächst stetig
Auch abseits der Digitalisierung hat sich im Alltag spürbar etwas verändert. Wer die Zulassungsstelle betritt, kann inzwischen per QR-Code direkt vor Ort einen Termin buchen. Neue Bildschirme in den Wartebereichen erklären Abläufe und listen die notwendigen Unterlagen auf, während die überarbeitete Website mit klaren Strukturen und Checklisten die Vorbereitung erleichtert. Denn genau hier liegt weiterhin ein Engpass: „Viele Kunden vor Ort haben einfach ihre Unterlagen nicht dabei“, berichtet Mayer. Das kostet Zeit – für die Betroffenen ebenso wie für alle Wartenden.
Um die Situation zu entspannen, wurde das Personal aufgestockt. Zwei zusätzliche Stellen zeigen Wirkung. „Das hat sich bereits positiv auf die Wartezeiten ausgewirkt“, so Mayer. Gleichzeitig wächst die Zahl der Fahrzeuge im Landkreis stetig – von rund 138.600 im Jahr 2016 auf 158.350 Ende 2025. „Wir haben einen durchschnittlichen Anstieg von etwa 2.000 Fahrzeugen pro Jahr“, erklärt sie. Mit jedem zusätzlichen Fahrzeug steigt allerdings auch der Verwaltungsaufwand, der oft erst nach Schalterschluss vollständig abgearbeitet werden kann.
Die Digitalisierung bringt dabei trotzdem messbare Effizienzgewinne. „Wir haben hier eine Zeitersparnis zwischen 33 und 50 Prozent im Vergleich zum Schalter“, betont Mayer. Ganz ohne manuelle Arbeit geht es jedoch weiterhin nicht: Dokumente müssen erstellt, geprüft und verschickt werden, Plaketten werden weiterhin physisch vergeben.
Abteilungsleiterin Barbara Mayer verlässt Zulassungsstelle
Der Modernisierungsprozess ist noch nicht abgeschlossen. Geplant sind unter anderem feste Telefonzeiten, um Unterbrechungen im Schalterbetrieb zu reduzieren, sowie eine überarbeitete Online-Terminbuchung mit verständlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Auch die Nutzung digitaler Identitäten – perspektivisch über eine Bund-ID – soll vereinfacht werden. Für Unternehmen gibt es bereits eine neue Lösung: Eine Firmendatei erleichtert wiederkehrende Zulassungsvorgänge.
Zum 1. Mai steht zudem ein Wechsel an der Spitze der Zulassungsstelle an. Barbara Mayer verlässt die Abteilung und wechselt ins Jugendamt. Ihr Fazit fällt dennoch positiv aus: „Ich freue mich, dass wir in der Zulassung einiges bewegen konnten.“ Gleichzeitig richtet sie den Blick nach vorn: „Ich hoffe, dass die Zulassung in Zukunft noch besser läuft.“