Diese Checkliste zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Gefahrenstellen absichern, Schäden nachvollziehbar dokumentieren und wichtige Unterlagen für die Versicherung zusammenstellen. So behalten Sie auch in einer belastenden Situation den Überblick und schaffen eine verlässliche Grundlage für die weitere Bearbeitung.
Zuerst die Sicherheit prüfen
Bevor Sie Schäden dokumentieren oder mit dem Aufräumen beginnen, steht Ihre persönliche Sicherheit an erster Stelle. Betreten Sie überflutete Keller, beschädigte Räume oder Bereiche mit losen Bauteilen nur, wenn keine unmittelbare Gefahr besteht. Wasser kann elektrische Anlagen erreichen; beschädigte Dächer, Wände und Bäume können zudem unerwartet nachgeben.
Schalten Sie den Strom nur ab, wenn der Sicherungskasten gefahrlos erreichbar ist. Bei Gasgeruch, freiliegenden Leitungen, instabilen Gebäudeteilen oder größeren Wassermengen sollten Sie die Feuerwehr oder einen Fachbetrieb verständigen. Halten Sie Kinder und Haustiere von der Gefahrenstelle fern.
Erst nach der Absicherung beginnt die Schadenaufnahme. Weitere Informationen zu finanzieller Vorsorge, Versicherungen und einem geordneten Vorgehen finden Sie im Finalarm Finanzmagazin.
Schäden dokumentieren, bevor Sie aufräumen
Halten Sie den Zustand der betroffenen Bereiche fest, bevor Sie Gegenstände bewegen, Wasser entfernen oder mit Reparaturen beginnen. Fotografieren Sie zunächst den gesamten Raum und anschließend einzelne Schäden aus mehreren Perspektiven. Bei größeren Schäden helfen kurze Videos dabei, das Ausmaß nachvollziehbar zu zeigen.
Dokumentieren Sie außerdem Datum, Uhrzeit und die vermutete Ursache des Schadens. Notieren Sie beispielsweise, wann Wasser eingedrungen ist oder welche Gebäudeteile durch Sturm und Hagel beschädigt wurden. Bewahren Sie defekte Gegenstände möglichst auf, bis die Versicherung deren Entsorgung freigibt.
Sofortmaßnahmen zur Schadenbegrenzung sind dennoch wichtig. Decken Sie beschädigte Fenster ab, entfernen Sie stehendes Wasser oder sichern Sie offene Dachstellen – jedoch nur, wenn dies gefahrlos möglich ist. Fotografieren Sie auch diese Maßnahmen und bewahren Sie sämtliche Rechnungen auf. Ergänzende Hinweise zur Vorsorge und zum Verhalten in Notsituationen bietet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Belege und Eigentumsnachweise zusammentragen
Für die Schadenmeldung sollten Sie möglichst genau nachweisen können, welche Gegenstände beschädigt wurden und welchen Wert sie hatten. Sammeln Sie deshalb Rechnungen, Kaufbelege, Kontoauszüge, Garantieunterlagen und Seriennummern. Auch ältere Fotos aus der Wohnung oder vom Gebäude können helfen, wenn darauf die betroffenen Gegenstände zu erkennen sind.
Fehlen einzelne Belege, erstellen Sie eine nachvollziehbare Schadenliste. Notieren Sie die genaue Bezeichnung, das ungefähre Kaufjahr, den damaligen Preis und den Zustand vor dem Unwetter. Ergänzen Sie diese Angaben durch Fotos, Bedienungsanleitungen oder E-Mails zur Bestellung.
Speichern Sie alle Unterlagen zusätzlich digital. Eine übersichtliche Ordnerstruktur mit Schadenfotos, Belegen und Schriftverkehr erleichtert die Abstimmung mit der Versicherung und reduziert Rückfragen.
Den Schaden unverzüglich der Versicherung melden
Melden Sie den Schaden so früh wie möglich über den vorgesehenen Kontaktweg Ihrer Versicherung. Halten Sie dafür Ihre Versicherungsnummer, Kontaktdaten und die wichtigsten Angaben zum Schadenereignis bereit. Schildern Sie sachlich, wann das Unwetter aufgetreten ist, welche Bereiche betroffen sind und welche Sofortmaßnahmen Sie bereits durchgeführt haben.
Reichen Sie Fotos, Videos und eine erste Schadenliste ein. Notieren Sie die zugeteilte Schadennummer sowie den Namen Ihrer Ansprechperson. Lassen Sie sich Fristen, benötigte Unterlagen und weitere Schritte möglichst schriftlich bestätigen.
Beauftragen Sie umfangreiche oder endgültige Reparaturen erst nach Rücksprache mit der Versicherung. Dringende Maßnahmen zur Schadenbegrenzung bleiben davon unberührt. Bewahren Sie Angebote, Rechnungen und den gesamten Schriftverkehr sorgfältig auf.
Welche Versicherung kann zuständig sein?
Welche Versicherung für den Schaden aufkommt, hängt von der Ursache, dem betroffenen Eigentum und Ihrem individuellen Vertrag ab. Prüfen Sie deshalb genau, welche Leistungen vereinbart wurden und ob eine Selbstbeteiligung gilt.
Die Wohngebäudeversicherung kann für Schäden an fest mit dem Gebäude verbundenen Teilen zuständig sein – etwa am Dach, an Fenstern, Wänden oder Heizungsanlagen. Beschädigte Möbel, Elektrogeräte und andere bewegliche Gegenstände fallen dagegen häufig unter die Hausratversicherung.
Bei Überschwemmung, Rückstau oder weiteren Naturgefahren reicht der übliche Schutz nicht immer aus. Dafür kann eine zusätzliche Elementarschadenversicherung erforderlich sein. Schäden an Fahrzeugen werden je nach Ursache und Vertragsumfang über die Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung reguliert.
Verlassen Sie sich nicht allein auf allgemeine Leistungsbeschreibungen. Entscheidend sind die Versicherungsbedingungen, Ausschlüsse und vereinbarten Deckungssummen. Lassen Sie sich im Zweifel schriftlich bestätigen, welcher Vertrag für den konkreten Schaden relevant ist.
Diese Fehler erschweren die Schadenregulierung
Entsorgen Sie beschädigte Gegenstände nicht, bevor die Versicherung zugestimmt hat oder eine vollständige Dokumentation vorliegt. Fehlende Fotos, unklare Angaben und widersprüchliche Zeitabläufe können die Prüfung verzögern.
Vermeiden Sie außerdem übertriebene Schätzungen. Beschreiben Sie den Schaden sachlich und belegen Sie Ihre Angaben so genau wie möglich. Beauftragen Sie größere Reparaturen erst nach der Abstimmung mit der Versicherung – ausgenommen sind notwendige Maßnahmen, die weitere Schäden verhindern.
Auch verspätete Meldungen und verlorene Unterlagen führen häufig zu Rückfragen. Speichern Sie deshalb E-Mails, Briefe, Gesprächsnotizen, Angebote und Rechnungen zentral. Lassen Sie sich wichtige telefonische Absprachen zusätzlich schriftlich bestätigen.
Kompakte Checkliste für die ersten Schritte
- Gefahrenstelle sichern und betroffene Bereiche nur betreten, wenn keine unmittelbare Gefahr besteht
- Schäden fotografieren und filmen, bevor Sie mit dem Aufräumen beginnen
- Weitere Schäden begrenzen, ohne sich selbst zu gefährden
- Belege und Eigentumsnachweise sammeln
- Versicherung zeitnah informieren
- Schadennummer und Ansprechpartner notieren
- Beschädigte Gegenstände aufbewahren, bis die Entsorgung abgestimmt ist
- Reparaturen vorab klären und alle Rechnungen sichern
- Schriftverkehr und Gesprächsnotizen zentral speichern
Fazit: Mit einer klaren Reihenfolge vermeiden Sie zusätzliche Probleme
Nach einem Unwetter hilft ein ruhiges und systematisches Vorgehen, um weitere Schäden zu verhindern und die Regulierung zu erleichtern. Sichern Sie zuerst den betroffenen Bereich, dokumentieren Sie anschließend alle Schäden und sammeln Sie Belege sowie Eigentumsnachweise.
Informieren Sie Ihre Versicherung frühzeitig und stimmen Sie größere Reparaturen vorab ab. Bewahren Sie beschädigte Gegenstände, Rechnungen und den gesamten Schriftverkehr sorgfältig auf. Eine vollständige Dokumentation schafft Klarheit, reduziert Rückfragen und erhöht die Chance auf eine zügige Bearbeitung.