Dialog

Landrat Michael Dinkelmeier im Austausch mit dem BBV Kreisverband Donau-Ries

Bild: BBV Donau-Ries
Landrat Michael Dinkelmeier hat sich mit dem Bayerischen Bauernverband über die Herausforderungen der Landwirtschaft im Landkreis ausgetauscht. Künftig sollen regelmäßige Dialogrunden stattfinden.

Für Landrat Michael Dinkelmeier war es ein besonders Anliegen sich nach seinem Amtsantritt möglichst schnell mit den Vertretern der Landwirtschaft im Landkreis Donau-Ries auszutauschen. Die Landwirtschaft ist im Landkreis Donau-Ries ein starker Wirtschaftsfaktor, der nicht nur hervorragende gesunde und nachhaltige Lebensmittel erzeugt, sondern auch einen wichtigen Arbeitgeber im vor- und nachgelagerten Bereich darstellt. Umso wichtiger war es für Dinkelmeier aus erster Hand zu erfahren, wie der Landkreis die heimische Landwirtschaft aktiv unterstützen kann. Um das auch künftig regelmäßig zu tun, regte der Landrat regelmäßige gemeinsame Dialogrunden an.

Auf Einladung des Bayerischen Bauernverbandes, Kreisverband Donau-Ries, traf man sich auf dem landwirtschaftlichen Betrieb des stellvertretenden Kreisobmanns Friedrich Weng in Nähermemmingen. Weng stellte kurz seinen Familienbetrieb vor. Neben dem Ackerbau stellt die Bullen- und Schweinemast die Betriebsgrundlage dar. Für Weng war es wichtig herauszustellen, dass er seinen Betrieb den er zusammen mit seiner Frau schon in fünfter Generation von seinen Eltern übernommen hat, so aufgestellt ist, dass er diesen ohne Fremdarbeitskraft gut bewirtschaften kann und ihm noch Zeit für Familie und Freizeit bleibt. Sein Wunsch an die Agrarpolitik ist es, dass er ohne staatliche Ausgleichsgelder sein Einkommen über die Markterlöse durch den Verkauf seiner Produkte sicherstellen kann. Hierzu gehört es, die Wettbewerbsgleichheit innerhalb der EU herzustellen und bürokratische Kontrollpflichten endlich aktiv abzubauen. Von den Verantwortlichen des Landkreises Donau-Ries wünscht er sich eine partnerschaftliche Zusammenarbeit, vor allem mit Augenmaß und menschlichem Verständnis.

Karlheinz Götz bedankte sich beim Landrat für die bisher immer gewährten Landkreiszuschüsse für die sozialen Einrichtungen der Betriebs- und Dorfhelfer, dem Tierzelt auf der Donau-Ries-Ausstellung, sowie für die Kreisverbände Gartenbau und der bäuerlichen Familienberatung. Bei der Planung und dem Ausbau des Radwegenetzes sei es für die Landwirtschaft wichtig, dass dies unter Einbindung der örtlichen Ortsobmänner geschieht. Es muss weiterhin möglich bleiben, dass die Landwirte diese Wege uneingeschränkt zur Bewirtschaftung ihrer Felder auch befahren können. Landwirtschaftliche Baumaßnahmen finden in der Regel im Außenbereich statt. Hier müssen bei der Standortwahl die Belange der Landwirtschaft im Vordergrund stehen und die Auflagen insbesondere der Eingrünung in einem erträglichen Rahmen erfolgen ohne hohe Sicherheitsleistungen, so Götz. Die Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt funktioniere überwiegend gut, so Kreisbäuerin Susanne Löfflad. Dennoch gebe es auch hier aus Sicht der Landwirtschaft manch eine Forderung oder Auflage die von Praktikern nicht nachvollzogen werden kann, zumal dies in anderen Landkreisen und sogar bundesweit keine Probleme darstellen würde.

Christian Schnierle, Vorstandsmitglied im Kreisverband Donau-Ries, kritisierte den hohen bürokratischen Aufwand bei der Sondergenehmigung von großen landwirtschaftlichen Maschinen, wie z.B. dem Mähdrescher.

Das Thema ausgewogene und gesunde Ernährung liege den Landfrauen, wie Ernährungsfachfrau Tanja Göggerle erläuterte, besonders am Herzen. Mit den Projekten „Landfrauen machen Schule“, „Erlebnisbäuerinnen“ und „Schule fürs Leben“ vermitteln die Landfrauen wichtige Alltagskompetenzen an die Schülerinnen und Schüler der Region. Bei der Außerhausverpflegung muss darauf geachtet werden, dass die Verpflegung regional erfolgt und sowohl konventionell als auch biologisch erzeugte Lebensmittel berücksichtigt werden. Weltweit schreitet der Klimawandel voran und verursacht sehr häufig extreme Wetterverhältnisse. Hier wäre es wichtig, bei vorbeugenden Katastrophenschutzgesprächen auch die Landwirtschaft mit einzubinden, die bei Überschwemmungen, Waldbrand oder Seuchengeschehen oftmals selbst betroffen sei, machte Götz deutlich.

Das leidige Problem mit dem Biber durfte bei diesem Gespräch natürlich nicht fehlen. Die Landwirtschaft erkennt das Bemühen der Unteren Naturschutzbehörde an, die Probleme vor Ort möglichst rasch zu lösen. Wie die Schadensermittlungen des BBV allerdings regelmäßig belegen, sei das Schadenspotential auch für Gemeinden und Wasserwirtschaft nach wie vor sehr hoch. 

Landwirtschaftliche Betriebe liefern die Grundlage einer gesunden, regionalen Ernährung. Dafür bietet der Landkreis Donau-Ries vergleichsweise gute Standortbedingungen. Voraussetzung für eine erfolgreiche landwirtschaftliche Produktion seien jedoch verlässliche und vernünftige Rahmenbedingungen, sowie ein offener, kooperativer und lösungsorientierter Austausch zwischen Landwirtschaft und Behörden auf Augenhöhe, fasste die stellvertretende Kreisbäuerin Ulrike Wagner das Gespräch mit dem Landrat zusammen. 

Landrat Dinkelmeier bedankte sich für den konstruktiven und sehr guten Austausch und betonte seine Bereitschaft auch künftig im Gespräch zu bleiben nicht nur, sondern regte einen regelmäßigen Austausch mit dem Kreisvorstand an. So sollen fortan regelmäßig Dialogrunden zwischen dem Landrat und den Verantwortlichen des Bayerischen Bauernverbandes im Landkreis Donau-Ries stattfinden. (dra)