Friseur

Vom Ries zur Weltmeisterschaft! Nördlinger Friseur im deutschen Nationalteam

Bild: Krissapong Thida
Ende Oktober messen sich die besten Friseure der Welt. Mit dabei ist auch Krissapong Thida. Der Friseur aus Nördlingen ist erstmals für das deutsche Nationalteam berufen.

Wenn sich am 25. und 26. Oktober die besten Friseure der Welt bei der C.M.C. Weltmeisterschaft in Italien messen, sind im deutschen Nationalteam mit Olga Bruckmeyer und Krissapong Thida gleich zwei Vertreter aus Nördlingen am Start. Während jedoch für Olga Bruckmeyer, die erst kürzlich zur Deutschen Meisterin gekürt wurde, nicht der erste Wettbewerb ist, ist es für Krissapong Thida der erste Auftritt auf großer Bühne – und dann gleich bei einer Weltmeisterschaft.

„Ist das jetzt echt oder nicht? Das klingt alles so verrückt“, beschreibt der Reimlinger, der zusammen mit seinem Kollegen Anil Üstün den Salon Area of Arts in Nördlingen führt, seine Gedanken, als er von der Nominierung für die Weltmeisterschaft erfahren hatte. „Ich bin schon aufgeregt, weil ich halt gar keine Erfahrung habe mit Turnieren und Wettbewerben. Deswegen bin ich auch dankbar, dass sie einen wie mich mitnehmen.“

Entdeckt in Düsseldorf, beim CAT schon auf der Liste

Auf der Düsseldorfer Friseurmesse Top Hair stand Krissapong Thida erstmals auf der Bühne. Bild: Krissapong Thida

Zumal seine Nominierung eher einem Zufall zu verdanken ist. Entdeckt wurde er auf der Düsseldorfer Friseurmesse Top Hair. Florian Auzinger aus Aalen hatte ihn gefragt, ob er nicht mit ihm zusammen auf der Bühne schneiden wolle. Dort wurde er dann von einem Verantwortlichen vom CAT Germany, dem ältesten deutschen Friseurverband, entdeckt und per Instagram angeschrieben. Zuerst dachte Krissapong Thida an einen Witz, bis er erkannte, dass die Einladung ins Nationalteam ernst gemeint war.

Was Thida zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, er war kein Unbekannter mehr beim CAT Germany. Fiol Thormann, Präsidentin und zweifache Weltmeisterin, hatte einen anderen Barber gefragt, wen er empfehlen könne. „Er hat mir eine Liste gemacht und da war Kriss darunter“, gestand sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Zwar habe er noch keine Erfahrungen bei Weltmeisterschaften, aber „es ist gut, dass er dabei ist“, betonte Thormann.

Per Zufall zur Friseurausbildung

Für Thida selbst ist die Nominierung eine „Art Schulterklopfer. Die ganzen Mühen der vergangenen Jahre haben sich doch ausgezahlt.“ Das Friseurhandwerk selbst lernte er erst über Umwege kennen. Vor einem Abend mit Freunden hatte er sich selbst die Haare geschnitten. Die waren sofort begeistert, weswegen ab da das heimische Badezimmer zum improvisierten Friseursalon umfunktioniert wurde. Dadurch wurde er dann von seinem heutigen Partner Anil Üstün entdeckt, der ihm eine Ausbildung im Salon Men’s World in Nördlingen verschaffte. Der Rest ist Geschichte.

Heute macht Krissapong Thida gerade seine Meisterprüfung, hat mit Anil Üstün das Area of Arts gegründet und ist vollends im Friseurhandwerk angekommen, in dem er seine künstlerische Ader ausleben kann. „Für mich ist die Schneidemaschine wie ein Bleistift. Es ist, wie wenn ich was zeichnen würde – nur eben ein anderes Werkzeug.“

Und mit der Friseur-WM Ende Oktober steht das nächste Highlight schon in den Startlöchern. In Italien geht Krissapong Thida in der Disziplin Hair Tattoo an den Start. An Motivation fehlt es dem jungen Mann aus Reimlingen dabei nicht: „Dabei zu sein ist für mich schon ein riesiger Erfolg. Aber das Ziel ist es natürlich, das Ding mit nach Hause zu nehmen.“

Redakteur. Unterwegs für blättle und online. Geboren in Augsburg ist er über Freiburg, Wien und München endlich im schönen Donau-Ries angekommen. Hier hat er besonders die Themen Kunst, Kultur, Geschichte und Sport im Blick.

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