Donauwörth kann idyllisch. Donauwörth kann historisch. Aber kann Donauwörth auch unheimlich? Und ob! Hinter den schmucken Fassaden und den berühmten Kapiteln seiner mehr als 1000-jährigen Stadtgeschichte schlummern Geschichten, die selbst eingefleischte Kenner der Stadt überraschen dürften. Im November kommen sie ans Licht – oder besser gesagt: ins Dunkel. Mit der 1. Donauwörther Gruselwoche lädt die Stadt zu einer Spurensuche zwischen historischen Tatsachen, geheimnisvollen Überlieferungen und wohligem Schaudern ein.
Ob düstere Schicksale, rätselhafte Ereignisse oder unerklärliche Erscheinungen: Bei sechs unterschiedlichen Angeboten ist für jeden Gruselgeschmack etwas dabei. Den Auftakt machen am 3. November die „Hexen, Henker, Halsabschneider“. Die düstere Themenführung entführt Erwachsene auf die Schattenseiten der Stadtgeschichte – dorthin, wo Angst, Aberglaube und menschliche Abgründe das Leben prägten. Nichts für schwache Nerven? Vielleicht. Aber garantiert Stoff für einen langen Gesprächsabend.
Wer sich lieber wundert als erschaudert, folgt am 4. und 8. November den Spuren von „History & Mystery“. Ungewöhnliche Menschen, verblüffende Begebenheiten und historische Details, die bisher kaum Beachtung fanden, lassen die Vergangenheit in neuem Licht erscheinen. Denn manchmal steckt hinter einer scheinbar vertrauten Geschichte noch eine ganz andere Wahrheit. Für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene geeignet!
Wenn die Dunkelheit hereinbricht, wird selbst der Münsterturm zum Abenteuer. Beim neuen „Turmgeflüster“ am 5. November steigen Familien mit Kindern ab acht Jahren, ausgestattet mit Stirnlampen, auf in die geheimnisvollen Räume des fast 600 Jahre alten Turms des Liebfrauenmünsters. Knarzende Treppen, dunkle Winkel und Geschichten aus vergangenen Zeiten inklusive. Und wer weiß: Vielleicht ist der alte Türmer ja doch noch unterwegs?
Auch die jüngsten Spukfans kommen auf ihre Kosten. In der Stadtbibliothek steigt am 7. November vormittags eine „Gespensterparty“: Im Kamishibai-Erzähltheater hilft Hugo vom Topfe, stolze 963 Jahre alt, bei den Vorbereitungen für das große Geisterfest. Mit Leuchteffekten, Fantasie und einer Prise Grusel ist das Angebot für Kinder ab drei Jahren gedacht – der Eintritt ist frei. Am 9. November heißt es dann „Nachts im Museum“: Mit Taschenlampen oder LED-Laternen erkunden Kinder ab sechs Jahren das urige Heimatmuseum auf der Altstadtinsel Ried, wo Schatten plötzlich ein Eigenleben zu entwickeln scheinen.
Für Erwachsene, die es noch eine Spur intensiver mögen, folgt am 10. November der interaktive Schauer-Walk „Wenn das Grauen erwacht“. In dunklen Gassen, entlang geheimnisvoller Schauplätze und auf den Spuren alter Legenden verschwimmen die Grenzen zwischen Glauben, Aberglauben und Fantasie. Und warum scheinen manche Geschichten niemals zu sterben? Antworten gibt es vielleicht – Gänsehaut ziemlich sicher. Auf dem Info- Plakat steht - wohl augenzwinkernd - bei der Altersangabe: ab 18 Jahren (lieber ab 21!)!
Die Gruselwoche verbindet Geschichte mit Erlebnis, Wissen mit Nervenkitzel und Familienprogramm mit schauriger Unterhaltung. Organisiert wird sie von der Städt. Tourist-Information Donauwörth in Kooperation mit der Volkshochschule Donauwörth.
Tickets und Anmeldungen für die Führungen gibt es bei der Städt. Tourist-Information, Rathausgasse 1, telefonisch unter 0906 789-152, per E-Mail an fuehrungen@donauwoerth.de oder online über die jeweiligen Buchungsangebote auf https://www.donauwoerth.de/fuehrungen/ Für die Führungen empfiehlt sich eine
rechtzeitige Anmeldung. – Die Stadt- und Turmführungen sind übrigens auch für Gruppen individuell buchbar!
Und wer nach so viel Gänsehaut lieber den Gaumen kitzeln möchte, sollte sich noch einen Termin vormerken: Am Freitag, dem 13.(!), und Samstag, dem 14. November, lädt die Donauwörther Schmankerltour wieder zum kulinarischen Genuss ein. Also: Licht aus, Augen auf und Nerven zusammenhalten! Donauwörth hat Geschichten zu erzählen. Manche davon sollte man besser nicht allein im Dunkeln hören. Oder gerade deshalb? (dra)