Amt für Ländliche Entwicklung

Elf Jahre Warten haben ein Ende: Auhausen wird fit für die Zukunft gemacht

Startschuss für ein schwäbisch-mittelfränkisches Millionenprojekt (v.l.): Arbeitskreissprecher Jürgen Kröppel, 2. Bürgermeister Martin Obel, Bürgermeister Martin Weiß, Abteilungsleiter Ingo Steinbrecher (Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken) mit der offiziellen Einleitungsurkunde, Gemeinderat Stefan Feldmeier und der künftige Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft Baudirektor Stefan Faber, vor dem Vereinsheim in Dornstadt. Bild: Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken
Eine kleine schwäbische Gemeinde in mittelfränkischer Hand: Obwohl der Auhausener Ortsteil Dornstadt im Regierungsbezirk Schwaben liegt, übernimmt das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Mittelfranken hier die Dorferneuerung.

Für die Dornstädter geht damit eine echte Geduldsprobe zu Ende: Elf Jahre nach dem ersten Antrag ist die Einleitung der umfassenden Dorferneuerung nun offiziell besiegelte Sache. Abteilungsleiter Ingo Steinbrecher vom ALE Mittelfranken überreichte die Einleitungsurkunde an Auhausens Bürgermeister Martin Weiß: der Startschuss für das Millionenprojekt. „Diese Dorferneuerung lebt im Wesentlichen von Ihrer Energie und Mitwirkung“, betonte Ingo Steinbrecher bei der Begrüßung. Dass die Ansbacher Behörde nach der intensiven Kontaktaufnahme ab 2022 nun grünes Licht gibt, verdanken die Dornstädter ihrer eigenen Tatkraft. 

Von der alten Lagerhalle zum neuen Dorfzentrum

Wie viel Herzblut die Dornstädter in ihren Heimatort stecken, bewies bereits die Vorbereitungsphase. Nach einem Grundseminar an der Schule für Dorf- und Flurentwicklung im oberfränkischen Klosterlangheim gründeten sich drei Arbeitskreise, die Stärken und Schwächen ihres Ortes analysierten und die Ergebnisse anschließend in ein maßgeschneidertes Dorferneuerungskonzept gossen.

Die Pläne für das künftige Ortsbild sind ambitioniert: Das Herzstück bildet ein neues Dorfgemeinschaftshaus mitten im Dorf – hierfür soll eine alte Lagerhalle und deren komplettes Umfeld umgebaut werden. Gleichzeitig soll der Sportplatz in ein modernes Sport- und Freizeitzentrum verwandelt, der Nepomuk-Platz aufgewertet und die Nutzung des ehemaligen evangelischen Schulhauses optimiert werden. Eine neue Dorfstraße, ansprechende Wege sowie die Entsiegelung und Begrünung von Flächen runden das Konzept ab, um den dörflichen Charakter Dornstadts nachhaltig zu bewahren.

Millionen-Impuls für die Region

Für die Umsetzung dieser öffentlichen und gemeinschaftlichen Maßnahmen setzt das ALE Mittelfranken eine vorläufige Fördersumme von 2,3 Millionen Euro fest. Insgesamt rechnen die Verantwortlichen mit einer Gesamtinvestition von rund sechs Millionen Euro. Das bedeutet einen spürbaren wirtschaftlichen Impuls fürs heimische Handwerk und Gewerbe.

Dabei fließen beträchtliche Zuschüsse von Freistaat und Bund: Bis zu 50 Prozent der Kosten decken die Fördergelder bei öffentlichen Maßnahmen ab. Ein riesiger Vorteil für alle Anwohner: Private Sanierungen an Wohngebäuden unterstützt das Amt zusätzlich außerhalb dieses Budgets mit Zuschüssen von bis zu 30 Prozent. Die Dornstädter können diese privaten Förderungen ab sofort direkt beim ALE Mittelfranken beantragen.

Demokratie im November – Bagger ab 2029

„Ohne Sie geht es nicht“, gab Steinbrecher den Bürgern mit auf den Weg und bat darum, die Mitwirkung hochzuhalten. Der straffe Fahrplan für die nächsten Schritte steht bereits: Am 3. November wählen die Dornstädter die örtlichen Vertreter für den Vorstand der Teilnehmergemeinschaft. Neben dem Vorsitzenden Stefan Faber vom Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken lenken künftig drei Vorstände und drei Stellvertreter aus der Bevölkerung sowie ein Vertreter und ein Stellvertreter von der Gemeindeseite die Geschicke der Dorferneuerung. Nach der Detailplanung rollen voraussichtlich im Jahr 2029 die Bagger für die ersten öffentlichen Baumaßnahmen an. Bis zum Jahr 2040 soll die Dorferneuerung Dornstadt komplett abgeschlossen sein. (dra)