Aktuell bestimmen die Bilder aus Frankreich die Nachrichten. Zunächst friedliche Schülerproteste wurden zunehmen von gewalttätigen Ausschreitungen überschattet. Die Forderungen der Schüler nach einem besseren Bildungssystem traten mehr und mehr in den Hintergrund. Mittlerweile finden derartige Proteste in mehreren europäischen Ländern statt.
Auch in Berlin kam es bereits zu Vorkommnissen. Zudem wurde durch die Initiative „GenZ regelt“ zu einer großen Protestaktion am 31. Oktober aufgerufen. Die Bundeskonferenz der Schülerinnen und Schüler hat sich bereits hinter die Aktion gestellt. Der Landesschülerrat ist die offizielle und gesetzlich verankerte Vertretung der Schülerinnen und Schüler in Bayern, auf eine Nachfrage unserer Redaktion gab es bislang allerdings keine Reaktion.
Kein Protestbedürfnis an der Realschule Rain und Gymnasium Donauwörth
Nachfragen bei den Verantwortlichen verschiedener Schulen im Landkreis haben jedoch ergeben, dass die Situation unter den Schülern der Region eher ruhig scheint. „Die aktuellen Themen der Welt spielen bezogen auf das jeweilige Fach immer eine Rolle. Wenn dann noch ein Bezug zur Schule da ist, erst recht“, erklärte unter anderem Christian Sattich, Schulleiter der Realschule Rain, fügte aber auch hinzu: „Allerdings ist meine Wahrnehmung, dass das Thema eher von den Lehrern angesprochen wurde und nur selten von den Schülern.“ Vielmehr hätten sich die Schüler „erschrocken über die Entwicklung von friedlichen Demonstrationen hin zu gewalttätiger Randale“ gezeigt. „Ein eigenes Bedürfnis zum Protest war nicht wahrnehmbar.“
Eine ähnliche Meinung vertritt Manuel Steubert als Schulleiter des Gymnasiums in Donauwörth. Natürlich schaue man auf die Entwicklungen im Ausland und es sei auch die Aufgabe der Schule, „solche Themen im Rahmen unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu beleuchten“. Generell könne er aber für seine Schule bestätigen: „Bei uns läuft der Schulalltag normal weiter.“
In Nördlingen will man das Thema nicht von oben überstülpen
Auch am Theodor-Heuss-Gymnasium in Nördlingen zeigt sich die Lage entspannt, wie Schulleiterin Dr. Renate Rachidi bestätigte. „Ich verspüre bei uns an der Schule kein Bedürfnis der Schüler, die Ereignisse zu thematisieren. Wäre das da, würden wir darüber sprechen. Es den Schülern von außen überzustülpen, wäre in meinen Augen aber nicht richtig.“ Zumal Frau Rachidi gerade mit Blick auf die Forderung der französischen Schüler nach einem besseren Bildungssystem im Donau-Ries eine andere Situation sieht. „Was die Ausstattung der Schulen angeht, haben wir im Donau-Ries viel Glück. Fast alle Landkreisschulen sind generalsaniert oder neu gebaut.“
Speziell für das Nördlinger Gymnasium kann Frau Rachidi sagen, dass es trotz Lehrermangel bislang keine Unterrichtsausfälle gegeben habe. Zudem könne man noch Förder- und Wahlkurse anbieten. Ihr Fazit daher: „Es ist auf Kante genäht, aber wir kommen hin.“
Weitere Schulen wurden ebenfalls angefragt, haben aber keine Antworten geschickt. Allerdings sagte Schulrat Markus Mayer aus dem Landratsamt Donau-Ries, welches für die Grund- und Mittelschulen im Landkreis zuständig ist: „Ich kann Ihnen hierzu mitteilen, dass uns für den Landkreis Donau-Ries, insbesondere für die Grund- und Mittelschulen, bis heute (Freitag, 23. Oktober, Anm. d. Red.) keinerlei Meldungen vorliegen.“