Die Enttäuschung über die knappe Niederlage am vergangenen Wochenende in Saarlouis sitzt bei den Eigner Angels Nördlingen noch immer. Schließlich hatten die Rieserinnen mit einem starken Auftakt und einer überzeugenden ersten Halbzeit beste Voraussetzungen geschaffen, um etwas Zählbares aus dem Saarland mitzunehmen. Dennoch überwiegt inzwischen auch die Erkenntnis, einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht zu haben. „Da wäre mehr drin gewesen nach diesem tollen Start und der guten ersten Halbzeit“, lautet die einhellige Einschätzung. Headcoach Rudolfs Rozitis findet ebenfalls lobende Worte für den Auftritt seiner Mannschaft: „Das war die beste Leistung, die wir in dieser Saison bisher gezeigt haben“. Die Richtung stimmt also, auch wenn sich die Angels dafür bislang noch nicht ausreichend belohnen konnten.
Mit einem Sieg aus vier Partien belegen die Nördlingerinnen derzeit den achten Tabellenplatz. Punktgleich dahinter lauern die Panthers aus Osnabrück, die am Sonntag zum nächsten Gegner werden. Die Norddeutschen konnten ihr Auftaktspiel gegen Saarlouis knapp für sich entscheiden, allerdings wurde gegen die Wertung der Partie Protest eingelegt. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. In den übrigen Begegnungen gegen Marburg und Keltern sowie im niedersächsischen Derby gegen Hannover mussten die Panthers Niederlagen hinnehmen, teilweise mit deutlichem Abstand.
Offensiv präsentiert sich das Team von Cheftrainerin Jill Lorent bislang als eines der Sorgenkinder der Liga. Die Belgierin, die sich auch als Assistenztrainerin der international erfolgreichen belgischen A-Nationalmannschaft einen Namen gemacht hat, setzt vor allem auf ihr Starter-Quartett: Iris Vennema, Sabrina Haines, Johanna Langbehn und die deutsche Nationalspielerin Jessika Schiffer tragen einen Großteil der Verantwortung im Angriff. Im Schnitt kommen die Panthers bislang lediglich auf rund 60 Punkte pro Partie – der schwächste Wert der Liga. Ausgerechnet die Nördlinger Defensive, die bislang ebenfalls am Tabellenende der entsprechenden Statistik rangiert, könnte den Gästen allerdings Möglichkeiten eröffnen, offensiv besser in Tritt zu kommen.
Osnabrück noch in der Findungsphase
Insgesamt wirkt der Kader der Vizemeisterinnen von 2021 in dieser Saison bislang eher schmal. Lorent arbeitet mit einer kleinen Rotation und muss weiterhin auf Kristen Spolyar verzichten. Die beste Spielerin der vergangenen Spielzeit hatte sich im Duell mit den Angels einen Kreuzbandriss zugezogen. Die personellen Voraussetzungen machen die Aufgabe für Osnabrück nicht leichter, doch ein Selbstläufer dürfte das Aufeinandertreffen für die Rieserinnen keineswegs werden.
Auch Angel Eva van Oosten warnt davor, den Tabellenletzten allein anhand der bisherigen Ergebnisse zu beurteilen. Sie sieht durchaus Parallelen zwischen beiden Mannschaften, die sich noch in der Findungsphase befinden: „Osnabrück durchläuft als neues Team ähnliche Prozesse wie wir und sind auch noch dabei, sich richtig zu finden. Sie spielen aber eine starke Defense und haben bisher nur wenige Punkte zugelassen.“ Gerade die defensive Stabilität der Panthers könnte den Angels das Leben schwer machen. Gefragt sein werden deshalb erneut Konzentration, Geduld und die Fähigkeit, die eigenen Systeme über die gesamte Spielzeit konsequent umzusetzen.
Hinzu kommt, dass die intensive Partie gegen Saarlouis bei den Nördlingerinnen auch körperlich Spuren hinterlassen hat. Einige kleinere Blessuren könnten dafür sorgen, dass die anfängliche Frische der ersten Saisonwochen am fünften Spieltag nicht mehr bei allen Spielerinnen uneingeschränkt vorhanden ist. Trotzdem ist die Vorfreude auf das letzte Heimspiel vor der ersten Länderspielpause groß. Für die Angels bietet sich die Gelegenheit, die positiven Ansätze aus Saarlouis mitzunehmen und sich endlich mit dem ersten Erfolg vor heimischem Publikum zu belohnen. Van Oosten formuliert die Lehren aus der vergangenen Begegnung und das Ziel für Sonntag klar: „Gegen Saarlouis nehmen wir mit, dass wir konstanter werden müssen und unsere Vorgaben und Systeme, in die jede Spielerin integriert werden soll, auch gegen unterschiedliche Gegner durchsetzen. Wir sind total heiß auf den ersten Heimsieg, den wir jetzt am Sonntag unbedingt holen wollen – für unsere Fans und mit ihnen gemeinsam, denn den haben sie sich mit ihrer großartigen Unterstützung verdient!“
Angels wollen Abstand zum unteren Tabellenbereich
Die Ausgangslage verspricht damit ein spannendes Duell zweier Mannschaften, die sich im Saisonverlauf noch weiterentwickeln wollen und dringend Punkte benötigen. Für die Angels geht es nicht nur darum, sich für die gute Leistung in Saarlouis zu belohnen, sondern auch darum, den Anschluss an das Tabellenmittelfeld zu halten und die Konkurrenz im unteren Tabellenbereich auf Abstand zu bringen. Ein Heimsieg wäre dafür ein wichtiges Signal – und zugleich ein verdienter Lohn für die Unterstützung der Nördlinger Fans.
Ob die Eigner Angels den nächsten Entwicklungsschritt machen und sich vor der Länderspielpause mit zwei Punkten verabschieden können, entscheidet sich am kommenden Sonntagnachmittag um 16:30 Uhr in der Hermann-Keßler-Halle. Tickets sind wie gewohnt online unter eigner-angels.de sowie an der Abendkasse erhältlich. Wer die Partie nicht vor Ort verfolgen kann, hat die Möglichkeit, das Spiel im YouTube-Livestream auf dem Kanal von DYN Basketball zu verfolgen. (dra)